Endlich wieder Sneak Preview, diesmal gab es “Brautalarm” zu sehen. Ein Film dessen Trailer auf mich wie eine weitere uninspirierte 0815-Hochzeitskomödie gewirkt hat. Daher hätte ich ihn mir – außerhalb der Sneak Preview – wohl niemals angesehen, was echt schade gewesen wäre!

Die Eckdaten: Unter der Regie von Paul Feig entstand für $ 32,5 Mio ein Film, der seine 125 Minuten Laufzeit – wie im Trailer angekündigt – mit der Trauzeugenschaft von Annie (Kristen Wiig) für ihre beste Freundin Lillian (Maya Rudolph) füllt. Die Hochzeit ist Nebensache, denn eigentlich geht es nur um Annie: Gescheitert mit ihrer Bäckerei, wohnt sie unzufrieden in einer WG, will aber trotz eines Angebotes nicht bei ihrer Mutter (Jill Clayburgh) einziehen. Als Brautjungfer sieht sich Annie mit Helen (Rose Byrne), die ihren Platz als beste Freundin streitig macht, und drei weiteren Brautjungfern (Wendi McLendon-CoveyEllie KemperMelissa McCarthy) konfrontiert. Außerdem flirtet sie mit aus Liebeskummer Nathan (Chris O’Dowd), einem Polizisten.

Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, erwartete ich keinerlei Überraschungen in diesem Film. Zumindest was den Plot angeht, sollte ich recht behalten. Aber: Eine vorhersehbare Geschichte verblasst gegen wirklich gute Unterhaltung. Die Charaktere sind glaubhaft inszeniert und durchleben eine meistens sehr lustige Geschichte voller Höhen, Tiefen und noch tieferen Tiefen. Und der Zuschauer fühlt, lacht und leidet wirklich mit den Schauspielern gemeinsam, die nebenbei gesagt größtenteils echt gute Arbeit abliefern.

Die Gags funktionieren – obwohl häufig weit unter der Gürtellinie – praktisch immer, obwohl der Fremdschämfaktor teilweise sehr hoch ist. Auf eine magische Art habe ich mich einige Male an große Meisterwerke von früher erinnert, wenn ZuckerAbrahams und Zucker einzelne Szenen immer weiter und weiter auf die Spitze getrieben haben. Glücklicherweise hat sich Feig dafür nicht nur wie damals beim Slapstick bedient, sondern setzte mehr auf Dialoge. Obwohl der Slapstick auch nicht außen vorgelassen wurde.

Die Pluspunkte habe ich eigentlich schon den ganzen Post über aufgezählt: Es ein wahnsinnig lustiger und unterhaltsamer Film, getragen von tollen Frauen in wirklich guten Rollen. Als Minuspunkte fällt mir die übliche vorhersehbare Geschichte ein, oh und das einige gute Szenen aus dem Trailer nicht im Film vorkommen. Ein Film, den man gerne im Kino erleben möchte und der seinen Eintrittspreis gut rechtfertigen kann. Ob man ihn sich dann auch noch ins DVD-Regal stellen möchte, überlege ich zur Zeit noch.