Diesmal geht es zwar wieder um einen Film, den ich aber ausnahmsweise nicht im Kino gesehen habe. Es geht um “Tell me and I will forget“, eine Dokumentation über den südafrikanischen Rettungsdienst, die ich bei Snagfilms gesehen und im “Alltag im Rettungsdienst” Blog entdeckt hatte.

Diese 79 Minuten lange Dokumentation stammt aus der Feder von Justin Salerian, der Medizin studiert und zeitweise auch als Paramedic in Südafrika gearbeitet hat. Außerdem hat er hier bei diesem Film Regie geführt, unterstützt wurde er dabei von Produzent Michael Marantz. Der Film wirft mit eindrucksvollen Bildern einen Blick in den Alltag im staatlichen und privaten südafrikanischen Rettungsdienst. Vorgestellt werden verschiedene Charaktäre, in Pretoria und Johannesburg, die als Symbole für die Extreme in Südafrika genutzt werden. Nicht nur medizinische, sondern auch viele soziale und gesellschaftliche Aspekte werden im Laute der Dokumentation angeschnitten.

Der Film setzt sich zusammen aus verschiedenen Teilen, zum einen wird die Arbeit der Mitarbeiter im Rettungsdienst hautnah und mit rasanten Schnitten verfolgt, mit teilweise sehr drastischen Bildern. Zum anderen bekommt der Zuschauer zusätzliche Informationen zur Geschichte Südafrikas und des südafrikanischen Rettungsdienstes durch historische Rückblenden mit originalem Filmmaterial. Sowie außerdem auch noch durch zahlreiche Interviews einen Einblick in die Gedanken und die alltäglichen Probleme der Charaktäre. Allerdings wirkt der Film etwas einseitig und lässt positive Stimmen vermissen.

Insgesamt fügt sich die Dokumentation gut zusammen und die einzelnen Teile sind so gut kompositioniert, dass die gesamte Stimmung des Filmes nicht zu bedrückend wird. Und obwohl mit einer Handkamera aufgenommen, erzeugt der Film glücklicherweise kein “Blair Witch”-Gefühl, sondern erinnert von der Stimmung her eher an Third Watch. Die Musik unterstützt die Atmosphäre auf eine dezente, aber sehr gelungene Weise.

Für den Film spricht die gesamte Inszenierung und ein einmaliger Blick in die Schattenseiten des Landes als Pluspunkte. Insbesondere wer sich für Südafrika interessiert ist hier an der richten Adresse! Dagegen sprechen als Minuspunkte die etwas einseitige Berichterstattung und einen schwammigen Fokus. Allerdings kann man sich den Film online und vor allem kostenlos bei Snagfilms ansehen, was man deshalb auch sollte. Und sollte er verfügbar sein, würde ich ihn mir sogar auf DVD kaufen.