Dieser Beitrag ist Teil 5 von 7 in der Serie Garden Route

Und weiter geht’s!

Ausgeschlafen haben wir zwar nicht, aber nach einem kurzen, improvisierten Frühstück geht es wieder los. Wir setzen uns wieder einmal in unser Auto, immerhin liegt unser Ziel diesmal ausnahmsweise nicht so weit entfernt. Wir fahren knapp 10 Minuten und erreichen dann das “Robberg Nature Reserve“. Das ist eine Art Halbinsel, die vor allem aus Felsen, Dünen und Tieren und Pflanzen besteht. Auf dem Parkplatz erwarten uns viele Schilder, auf denen die Besucher darauf hingewiesen werden, dass die Wanderungen anspruchsvoll sein sollen. Also marschieren wir mit festem Schuhwerk und viel Wasser los.

Die verschiedenen Gesteinschichten

Die verschiedenen Gesteinschichten

Wir begeben uns nun bei herrlichstem Wetter auf die mittlere der drei Wanderungen. Und tatsächlich der Weg ist etwas holperig und wir laufen durch schön anzusehende Büsche langsam in Richtung Klippen. Auf dem Weg sehen wir Geografie hautnah, in den überall zu sehenden Felsformationen kann man viele verschiedene Gesteinschichten sehen. Nicht das wir Ahnung davon hätten, aber man kann z.B. Schichten voller Muscheln sehen. Ziemlich faszinierender Anblick, der einen Hauch von Geschichtsträchtigkeit verbreitet.

In der Brandung jagende Robben

In der Brandung jagende Robben

Langsam erreichen wir die Klippen und haben einen wirklich schönen Ausblick auf den Strand von Plettenberg Bay und das Indische Meer. Der Weg wird etwas anstrengender, zwischendurch muss man fast klettern, was uns bei den steigenden Temperaturen und prallem Sonnenschein zum schwitzen bringt. Aber unten am Wasser sehen wir wie sich die Wellen an den schroffen Klippen brechen. Und siehe da! Zwischen den Wellen sehen wir kleine Gruppen von Robben, die sich mit spielerischer Leichtigkeit in den tosenden Wellen.

Endlich: die Robbenkolonie

Endlich: die Robbenkolonie

Auf unserem Weg kommen wir langsam der Robbenkolonie des Naturreservats näher. Wir können sie zwar noch nicht sehen, aber schon deutlich hören. Außerdem sieht man mehr und mehr Robben bei der Jagd, die von oben wie ein Spiel aussieht. Gelegentlich soll man hier auch Haie sehen können, klar genug Futter scheint es hier ja zu geben. Schließlich, als wir die Robbenkolonie bereits einige Zeit lang riechen können, sehen wir sie auch endlich! Obwohl der Anblick eher unspektakulär ist, die Robben lassen sich vor allem die Sonne auf den Bauch scheinen. Einer Weile faszinierter Beobachtung und gehen wir weiter.

Angekommen auf der Spitze des Robbergs

Das Schild sagt, lieber woanders langgehen.

Das Schild sagt, lieber woanders langgehen.

Nun kommen wir oben auf dem Kamm dieser Halbinsel an, hier laufen wir einige Zeit durch ein schieres Dickicht aus Sträuchern und Büschen, dabei sehen wir unter anderem ziemlich große Heuschrecken und viele Vögel. Es ist eine atemberaubender Weg mitten durch Flora und Fauna, es fühlt wirklich so an als wäre man mittendrin in der Wildnis. Und der Weg ist entsprechend, zwischendurch muss man über große Felsbrocken klettern und wir sind froh festes Schuhwerk an unseren Füßen zu tragen. Dann erreichen wir eine große Düne, die den Robberg in der Mitte einmal durchzieht.

Der Trampelpfad zum Sandstrand

Der Trampelpfad zum Sandstrand

Von nun an geht es Bergab, durch den Sand. Darum ziehen wir nun auch die Schuhe aus, obwohl der Sand stellenweise ziemlich aufgeheizt ist, den Rest haben wir schon so weit wie möglich ausgezogen. Die Sonne brennt auch weiterhin stark aus dem strahlend blauen Himmel herab. Es geht einen schmalen Weg mitten durch diverse Gewächse, irgendwelche Gräser, Disteln und Dünenrosen. Der Weg scheint nicht zu enden, das Wasser wirkt bereits so nah.  Und dann endlich weitet sich der schmale Pfad und erweitert sich hin zu einem wunderschönen Sandstrand. Kurz vorher geht es noch etwa 50 Meter relativ steil bergab (leider ohne Bild), aber es ist wirklich spektakulär da einfach mal runter zu rennen!

Hier beginnt die Achterbahnfahrt zum Strand

Hier beginnt die Achterbahnfahrt zum Strand

Ankunft am Strand

Der Sand ist unglaublich fein und hier direkt am Meer auch angenehm temperiert, was man vom indischen Ozean nicht behaupten kann. Der ist nämlich echt, wirklich, ziemlich, und ernsthaft kalt! Wir können hier verschiedene komische kleine Schnecken im Sand betrachten, die hier rumkriechen, sich in den Boden einbuddeln und von jeder Welle aufs neue wieder aus dem Sand herausgespült werden. Seltsam. Außerdem gibt es hier an diesem Strand außer uns, ner Menge zerhackten Bestandteilen von Krebsen (einzelne Scheren, Beine, etc.) und vielen Möwen nicht viel.

Möwen am Strand

Möwen am Strand

Wir laufen durch das Wasser, trauen uns bis etwas über die Knöchel hinein in die Brandung und stellen fest, dass die Wellen eine unerwartet starke Wirkung haben. Und plötzlich verstehen wir, wieso hier auf duzenden Schildern eindringlich davor gewarnt wird, hier schwimmen zu gehen. Es soll hier nur wenige Stellen geben, an denen das Schwimmen unproblematisch ist. Wir laufen weiter, der Sandstrand wird nun immer wieder von scharfkantigen Felsen durchzogen. Wir klettern unbeholfen über die Felsen und betrachten fasziniert die vielen tausenden von Muscheln, die hier überall wachsen.

Felsen, die den Sandstrand durchziehen

Felsen, die den Sandstrand durchziehen

Auf dem weiteren Weg ziehen wir ziemlich bald wieder unsere Schuhe an, denn der Weg bleibt nach wie vor anspruchsvoll. Der Weg läuft kreuz und quer über die scharfkantigen Felsen und fordert uns einiges ab. Nicht unmöglich, aber die Warnhinweise vom Parkplatz haben sich bisher alle als erstaunlich berechtigt erwiesen. Auch von unseren Wasservorräten haben wir inzwischen reichlich Gebrauch gemacht. Aber den Großteil des Weges haben wir inzwischen hinter uns gelassen, und weiter geht es über die Felsen.

"Nelson Cave" und noch mehr Strand

"Nelson Cave" und noch mehr Strand

Wir erreichen nun die “Nelson Cave”, dort finden sich einige sehr frühe Spuren von menschlicher Zivilisation. Sehen kann man davon nicht viel, denn der wirklich spannende Bereich ist abgesperrt und man wird nachdrücklich darum gebeten diesen Bereich zu meiden, um nicht durch Unachtsamkeit diese historische Stätte zu zerstören. Jedenfalls ist es eine Art große Höhle, mit einer sehr großen Öffnung nach vorne hin zum Meer. Es sieht auf jeden Fall, wie der Rest vom Robberg, einfach nur beeindruckend aus.

Wir erreichen erschöpft den Parkplatz und legen erstmal eine kurze Rast ein. Kurz darauf geht es wieder los, der Rest unserer Tour ruft! Vor uns liegen an diesem Tag noch zwei weitere, bestimmt nicht weniger atemberaubende Attraktionen der Garden Route. Wir lenken unser Auto weiter auf der N2 in Richtung Osten und geraten mitten in eine Gruppe Paviane, die grade die Straße überqueren wollen. Ein echt seltsames Erlebnis, wenn mehr als ein duzend Affen versuchen trotz des vorhandenen Verkehrs auf die andere Seite der Straße zu kommen. So fühlt sich also Afrika an… 😉


Serie: Garden Route

Jeweils Sonntags, um 20 Uhr: Ein kleiner 10 teiliger Reisebericht von der Garden Route in Südafrika, die ich im Frühjahr 2011 bereist habe. Mit ner Menge schönen Bildern, vielen faszinierenden Dingen und einigen interessanten Kleinigkeiten.

  1. Ankommen, Eingewöhnen, Losfahren – Garden Route
  2. Adventure Tour Knysna – Garden Route
  3. Knysna Elephant Park – Garden Route
  4. Safari im Wildlife Reserve – Garden Route
  5. Robberg Nature Reserve – Garden Route
  6. Monkeyland – Garden Route
  7. Birds of Eden – Garden Route