Oh Gott! Und noch ein Beitrag…? Nein. Halt! Keine Sorge, dieser Artikel beschäftigt sich eigentlich gar nicht mit dem Austritt des Marburger Abgeordneten Sascha Klee aus der Piratenpartei. Denn ehrlich gesagt denke ich, sind es diese Vorgänge und die Personalie nicht wert, hier weiter von mir diskutiert zu werden.

Das Leben geht weiter, darum sollte der Blick nach vorne gerichtet sein. Aber, wenn man schon Fehler macht, dann sollte man wenigstens daraus lernen. Stimmts? Hier sind meine fünf Schlussfolgerungen aus diesen Ereignissen:

  1. Auch wenn die Versuchung groß ist, es ist nicht zielführend aus dem ersten Impuls heraus einen Kommentar zu schreiben. Denn dieser wird im Zweifel deutliche inhaltliche Schwächen haben und vor allem auf ein “Nein, du bist doof!” hinauslaufen. Selbst, wenn man eigentlich andere Aspekte kritisieren wollte.
  2. Natürlich freut man sich total darüber, wenn ein eigener Kommentar (siehe 1) viel Anklang und Beachtung findet – nicht weil er inhaltlich brillant wäre, sondern weil er polarisiert. Dadurch neigt man aber dazu, nicht zu hinterfragen was man eigentlich geschrieben hat. Und übersieht kritische Punkte seines Handelns.
  3. Die Verlockung möglichst schnell auf ein Ereignis zu reagieren ist groß, schließlich leben wir im Twitterzeitalter. Dabei ist es dies nicht erstrebenswert! Denn so reagiert man nur (im Zweifel destruktiv) auf etwas, wobei natürlich zwangsläufig Sorgfalt und reinigende, beruhigende Prozesse zu kurz kommen werden. (siehe 1 und 2)
  4. Selbst wenn es kritische Stimmen (siehe 3) gibt, die darauf pochen das Handeln hin zum Konstruktiven zu verlagern, werden sie überhört werden. So bleibt die eigene Reaktion deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück und ist ein leichtes Ziel für Angriffe und bietet zu großen Spielraum für Fehlinterpretationen. (siehe 1 und 2)
  5. Was einmal öffentlich gesagt/ geschrieben wurde ist öffentlich. Damit lässt sich später daran nichts mehr verändern, selbst wenn man später mit berechtigter Kritik konfrontiert wird und sein eigenes Handeln reflektiert. Was am Ende (siehe 4) wirklich leidet ist aber nicht das eigene Ego, sondern die Sache/ die eigene Mission.

Für mich selbst als Lektion bedeuten diese Schlussfolgerungen: Nicht aus einem Reflex heraus auf ein Ereignis reagieren. Entweder – wenn es ein absehbares Ereignis ist – bereits vorher eine Reaktion vorbereiten, oder erstmal durchatmen, sich beruhigen und dann mit kühlem Kopf und überlegt handeln. Außerdem sollten übliche Prozesse nicht abgekürzt und kritischen Stimmen genügend Raum und Beachtung gegeben werden.

So.

Und jetzt wird wieder Politik gemacht, davon habe ich mich im Zuge dieser Ereignisse schon viel zu lange abhalten lassen. Klarmachen zum ändern!