Vor uns hessischen PIRATEN liegt eine Aufgabe. Um ehrlich zu sein eine sehr wichtige Aufgabe, wenn nicht gar die Wichtigste…

Vor einigen Jahren sind wir angetreten um mit neuen Ideen für eine andere Art von Politik zu werben. Und die Erfolge aus den letzten Monaten zeigen vor allem eines: Es gibt nun endlich die realistische Chance, zukünftig auch auf dem Parkett “der Großen” mitzuspielen, in Wiesbaden im hessischen Landtag oder in Berlin im Bundestag.

Es gab und gibt aktuell viele Diskussionen, die sich in der Regel vor allem eine Frage drehen: Welche Menschen wollen wir aus welchen Gründen am liebsten als Abgeordnete in den Parlamenten sehen? Natürlich bleibt es da nicht aus, dass in diesen Diskussionen starke Gefühle mitspielen. Denn es handelt sich um wichtige Entscheidungen von großer Tragweite, die auf uns warten, an der Zusammensetzung der Listen lässt sich nämlich im nachhinein nichts mehr ändern. Zu groß ist die Angst davor, die falschen Menschen zu entsenden, die falschen Repräsentanten& Repräsentantinnen gewählt zu haben. Ich halte das für berechtigt, aber ein wichtiger Aspekt fehlt bisher in unseren Diskussionen.

Die eigentliche Herausforderung für uns alle kommt nämlich nicht vor, sondern nach der Wahl. Sollten sich unsere Hoffnungen erfüllen, dann können wir als Landesverband mehrere Abgeordnete in die Parlamente entsenden. Und dann? Ja was dann… Das ist die spannende Frage! Denn derzeit sehe ich kein Konzept, keinen Prozess, nicht einmal eine wirkliche Vision für diese Situation.

Es geht dann nicht mehr um Programm- oder Satzungsänderungsanträge für Parteitage, es geht nicht mehr um (virtuelle) Meinungsbilder, oder Beschlüsse von Vorständen. Es geht um Politik, aber natürlich nicht die große weltbewegende, sondern die alltägliche. Fragt mal eure kommunalen Mandatsträger/innen, falls ihr es noch nicht getan habt! Es gibt eine Unzahl an Anträgen, Papieren und Materialien, die auf unsere Abgeordneten einprasseln werden. Und es werden von unseren zukünftige Mandatsträgern/innen viele Entscheidungen zu treffen sein, die nicht einmal ansatzweise in unserem Programm vorkommen. Ganz zu schweigen von den vielen Hoffnungen und Wünschen für Themen und Schwerpunkte, die unsere Abgeordneten in die Parlamente einbringen sollen.

Ich habe einen großen Respekt vor Menschen, die sich als Abgeordnete(r) diese Aufgabe zutrauen. Und ich habe eine große Angst davor, dass wir diese Menschen im Regen stehen lassen werden. Denn es gibt bisher – zumindest in meiner Wahrnehmung – keine Vorstellung davon, wie wir unseren Mandatsträgern/innen auf Landes- oder Bundesebene zur Seite stehen können. Ich persönlich sehe da vor allem den Landesverband in einer Bringschuld, wir können nicht von unseren Abgeordneten erwarten, dass sie uns Zuhause vor dem Laptop, dem Smartphone oder auf dem Stammtisch abholen.

Wir müssen unsere Fähigkeiten, unser Wissen und unsere Expertisen anbieten. Wir müssen den Zugang der Mandatsträger/innen zum Parkett der großen Politik nutzen. Und wir müssen einen Weg definieren, wie wir das als Landesverband erreichen wollen.

Genau genommen müssen wir zwei Fragen beantworten:
  1. Wie wünschen wir uns den Weg einer Idee vom einfachen Mitglied hin zum Abgeordneten und ins Parlament?
  2. Wie und mit welchen Werkzeugen wollen wir den Abgeordneten unsere Unterstützung anbieten?

Also, liebe hessische PIRATEN, wir haben noch ungefähr ein Jahr vor uns. Das ist eine schaffbare Aufgabe. Lasst uns gemeinsam eine Antwort dafür finden!