Jeden Tag ein Antrag, heute: PA-400 – AG Gesundheitspolitik – Einheitliche Rettungsmittel. (Wahlprogramm)

Worum gehts?

In diesem Antrag fordern die Mitglieder der AG Gesundheitspolitik, dass eine bundesweit einheitliche Richtlinie zur Ausstattung von Rettungsdienstfahrzeugen erlassen wird. Dadurch soll als Ziel überall im Rettungsdienst in Deutschland eine gleiche Mindestausstattung an Medikamenten, Materialien und technischem Gerät zur Verfügung stehen. Außerdem sollen regionale Erweiterungen dieser Richtlinien möglich sein.

Was spricht dafür?

Bisher liegt die Ausstattung des Rettungsdienstes in der Hand von Landkreisen, Kommunen und teilweise private Unternehmen. Diese orientiert sich zwar an der DIN EN 1789, aber es gibt trotzdem viele regionale Unterschiede in Punkto Ausstattung der Rettungsdienstfahrzeuge zwischen den einzelnen Rettungsdiensten (teilweise auch innerhalb von Städten, durch verschiedene Träger).

Kritisch sind diese regionalen Unterschiede vor allem dann, wenn sich die Träger des Rettungsdienstes für die “kostengünstige” Minimalvariante der Ausstattung von Rettungswägen entscheiden. Dann kann es nämlich dazu kommen, dass im Notfall bis zum Eintreffen eines Notarztes keine optimale Versorgung von Patienten gewährleistet werden kann. Somit kann einfach keine überregional gleich gute Qualität der Versorgung durch die Rettungsdienste gewährleistet werden und im Zweifelsfall hängen die Überlebenschancen von Patienten an verwaltungstechnischen Grenzen. Hier müsste aus meiner Sicht dringend, durch einen ausreichenden Mindeststandard im Rahmen einer bundesweiten Richtlinie, eine Abhilfe geschaffen werden.

Außerdem können sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Rettungsdienste im Rahmen einer übergreifenden Zusammenarbeit (z.B. bei Sanitätsdiensten auf Großveranstaltungen, oder bei Großeinsätzen) negativ auswirken, da man sich die Helfer/innen auf keine einheitlichen Mindeststandards der Ausrüstung verlassen können. Auch könnte es zu Versorgungsproblemen kommen, wenn dringend benötigte Ausrüstung nicht überall und gleichmäßig in den Rettungsdienstfahrzeugen verfügbar ist.

Was spricht dagegen?

Mir ist ehrlich gesagt nichts negatives an dem Antrag eingefallen. Im Liquid Feedback ist kritisiert worden, dass die mögliche Gabe von Schmerzmedikamenten durch Personal des Rettungsdienstes mit in den Antrag aufgenommen werden soll. Das dies nicht umgesetzt wurde ist allerdings sehr verständlich, denn es geht hier in diesem Antrag nicht um die Befugnisse oder Qualifikationen von Mitarbeiter/innen im Rettungsdienst.

Fazit?

Dafür! Es ist wirklich wichtig, dass wir – um bundesweit eine möglichst gute Qualität im Rettungsdienst gewährleisten zu können – auch verlässliche Mindeststandards in Bezug auf technische und medizinische Ausstattung der Rettungsdienstfahrzeuge haben.