Jeden Tag ein Antrag, heute: PA582 – Zeitreisen. (Wahlprogramm)

Worum gehts?

Der heutige Antrag behandelt eine wahrhaft visionäre Forderung und ist so “auf den Punkt” formuliert, dass ich nicht anders kann, als ihn hier nur zitieren:

Die Piratenpartei spricht sich für eine intensive Erforschung von Zeitreisen aus, mit dem Ziel, diese noch in diesem Jahrzehnt Realität werden zu lassen.

Wesentlich lesenswerter ist allerdings noch die Begründung des Antrags!

Was spricht dafür?

Für diesen Antrag sprechen vor allem zwei Dinge: Also zum einen werden Menschen,  “deren innere Lebenszeit nicht der aktuellen chrononormativen „Wirklichkeit“ entspricht” innerhalb unserer Gesellschaft systematisch diskriminiert. Um diesen Menschen eine Möglichkeit zu geben, ihre Leben entsprechend ihrer eigenen Vorstellungen zu verwirklichen, ist es dringend notwendig, die Technik der Zeitreisen zu erforschen.

Außerdem hat die bisherige Geschichte von uns PIRATEN gezeigt, dass es einen großen Bedarf zur Korrektur von unerwünschten Zeitlinien gibt. Zu viel zu oft schon sind wichtige  Themen untergegangen in Shitstorms, oder negativer Berichterstattung… Es muss also ein dringendes Ziel für uns alle sein, eine «Beauftragte für die Korrektur unerwünschter Zeitlinien» zu ernennen, damit dieser dann – sobald Zeitmaschinen erfunden wurden – seine Arbeit unverzüglich aufnehmen kann.

Und in der Begründung wurden auch bereits verschiedene mögliche Zeitreisen und damit Ereignisse zur Korrektur vorgeschlagen. Darunter auch die folgende von mir ausdrücklich befürwortete Idee:

Eine Reise in die 42. Kalenderwoche des Jahres 2012, um Markus Barenhoff davon zu überzeugen, eine größere Menge Marihuana in seiner Wohnung bereit zu halten (die zwei Gramm, die tatsächlich gefunden wurden, sorgten für ein sehr positives Echo, und es ist davon auzugehen, dass sich dies bei einem Fund von ein- bis zwei Kilo zu einem wahren Begeisterungstaumel ausbauen ließe).

Außerdem haben wir als Menschheit schon so viel geschafft. Wir sind zum Mond und mit Katzen tötenden Robotern zum Mars geflogen, wir haben die Titanic gebaut und versenkt, wir lassen die Titanic drucken, wir haben 340 Sextillionen IPv6 Adressen geschaffen und Käse aus Tuben produziert… Wieso sollte es uns da unmöglich sein, Zeitreisen zu erforschen? Also so schwer kann das doch nicht sein!

Was spricht dagegen?

Laut Begründung des Antrags soll die «Beauftragte für die Korrektur unerwünschter Zeitlinien» die sozialen Netzwerke beobachten und nach eigenem Ermessen handeln. Das sehe ich aus verschiedenen Gründen kritisch, denn im Antrag wurden weder Kriterien zur Auswahl von Ereignissen benannt, noch eine Auswahl an zu überwachenden sozialen Netzwerken aufgelistet.

Somit liegt der Schlüssel für das Anpassen der Zeitlinien in der Person, welche die Beauftragung für Zeitreisen erhält. Und es ist zu befürchten, dass dies Entscheidung auf unklare Art und Weise von einer dritten Macht aus einer anderen Zeitlinie beeinflusst werden wird. Wir befinden uns also noch vor der Ernennung einer Beauftragten in einem temporalen Deadlock. Also ist diese Argumentation eigentlich weitgehend wertlos…

Außerdem ist die Form der Zeitmaschine nicht näher im Antrag benannt worden, alles andere außer einem DeLorean und/ oder einer TARDIS ist völlig indiskutabel. Allerdings vermute ich, dies liegt ohnehin im natürlichen Interesse der Antragstellerinnen, trotzde wäre es sehr wünschenswert dies auch konkret in diesem Antrag festzuhalten.

Fazit?

Ganz klar dafür! Spätestens seit Zurück in die Zukunft gibt es kaum etwas cooleres, als Zeitreisen. Und wie könnten wir uns PIRATEN sonst gegenüber den anderen Parteien hervorheben, wenn nicht durch die Einführung von Zeitreisen?

Weitere Meinungen zu dem Antrag: Pro von @schwarzblondUnd zum Abschluss, dieser für euch hoffentlich informativen Serie von Beiträgen, möchte nun noch auf den letzten Satz aus der Begründung des Antrags verweisen. Denkt mal drüber nach.