Jeden Tag ein Antrag, die #Help123 Edition heute: PA003 – Hessische Filmförderung: Werke unter CC-Lizenz freigeben. (Programm)

Worum gehts?

Nach dem etwas längeren Antrag von gestern ist heute ist wieder mal ein eher kurzer Antrag an der Reihe, darum das übliche Spiel und hier der gesamte Text des Antrags:

Wer Mittel der Hessische Filmförderung beantragt, verpflichtet sich, bei erfolgter Bewilligung der Förderung, sein Werk 5 Jahre nach der ersten kommerziellen Veröffentlichung unter der Creative Commons Lizenz “Nichtkommerziell mit Namensnennung” (CC-NC-BY) freizugeben.

Begründet wird diese Forderung von den Antragstellern damit, dass die öffentlich geförderten Werke nach Ablauf einer angemessenen Frist zur Vermarktung der Anträge den Bürger/innen zur Verfügung stehen sollen. Hier wurden dafür 5 Jahre als Frist vorgeschlagen.

Was spricht dafür?

Über diesen Antrag habe ich mich sehr gefreut, denn ich finde dessen Forderung sehr gut nachvollziehbar. Ich kann verstehen, dass es kein sinnvoller Weg ist, alle öffentlich geförderten Werke von Anfang an zwangsweise unter eine CC-Lizenz zu stellen. Denn tatsächlich müssen sich die Filme ja auch irgendwie finanzieren lassen, was natürlich auch durch Aufführungen, Vermietung& Verkauf geschieht. Wobei ich vermute, dass sollten die entsprechenden Möglichkeiten zur kommerziellen Verbreitung bereits existieren, würden diese diese nach Ablauf der 5 Jahre weiterhin genutzt werden.

Die ausgewählte CC-Lizenz im Sinne von “Nichtkommerziell” und “Namensnennung” halte ich für sehr sinnvoll. So können Menschen im nichtkommerziellen Rahmen einen Nutzen aus den durch die Filmförderung geförderten Projekten ziehen, wenn auch erst nach spätestens 5 Jahren. Aber ich halte das für einen sinnvollen Kompromiss zwischen den Interessen aller Seiten. Offen gelassen ist hier noch die Möglichkeit dies im Einzelfall auch bereits vor Ablauf dieser Frist zu tun.

Was spricht dagegen?

Also eigentlich zwar nichts, aber ein wenig unklar ist mir noch, wie sich dieser Antrag auf teilweise durch die hessische Filmförderung geförderte Projekte auswirkt. Dies wird aber insbesondere dann interessant, wenn ein Film nur zu einem kleinen Anteil (also zumindest deutlich unter 50%) von der hessischen Filmförderung finanziert wird. Ich frage mich ganz konkret, ob es dadurch zu einer Abnahme an zu geringen Anteilen geförderten Projekten kommen würde – ein Effekt, den ich ungern in kauf nehmen würde. Besser wäre es in meinen Augen hier einen unteren Grenzwert der anteilsmäßigen Förderung eines Projektes anzugeben.

Fazit?

Dafür! Insgesamt halte ich diese Idee für so gut, dass ich sie mir nicht durch mein eher kleines “Aber” verderben lassen möchte.