Einige Entwicklungen im Landesverband Hessen der letzten Zeit lassen mich nicht nur ratlos und frustriert werden, sondern führen inzwischen zu Fassungslosigkeit meinerseits. 

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Konflikten, die in erstaunlicher Regelmäßigkeit wieder aufflammen und von vielen beteiligten Menschen mit unglaublicher Vehemenz und unfassbar destruktiv ausgetragen werden. Dabei lässt sich ein wiederkehrendes Muster beobachten: Es wird postuliert es würde eine “richtige” Seite geben, auf der wie “wahren Piraten” stehen und alles andere wären nur Störenfriede, Trolle und ganz sicher maximal “Parteimitglieder” (diese Wörter sind tatsächlich so gefallen!). Außerdem sei auch noch ausgerechnet dieser Konflikt entscheidend dafür, ob die PIRATEN als Partei eine Zukunft hätten, oder ob sie wahlweise entweder untergehen oder sich dem System anpassen.

Sicher haben alle daran beteiligten Menschen jeweils ihren Teil beigetragen und ich will niemandem eine persönliche Schuld zuschreiben. Aber das inzwischen übliche postulieren von “Lagern” und der Einsatz von sehr eindeutig kämpferischer Sprache und das fast reflexhafte handeln im Sinne von “Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!” und “Der Zweck heiligt die Mittel!” sind sehr problematisch. Denn es scheint derzeit nur eine einzige Richtung zu geben:

Eskalation.

Wenn diese Entwicklung kein Ende findet, dann haben wir als Partei unseren Zenit leider überschritten und werden zukünftig kaum noch weitere Wahlerfolge feiern können. Weil die Bürger*innen in diesem Land diesen permanenten Streit sehr wohl (auch ohne Medien) wahrnehmen und wir motivierte Mitglieder innerhalb unserer Strukturen sprichwörtlich verbrennen. (Diesen Absatz habe ich gestrichen, weil er kontraproduktiv war und genau das auch gemacht hat, was ich eigentlich kritisiert habe. Danke für das Feedback, Kia!)

Ich will hier keine Rede im Sinne von “Habt euch alle wieder lieb” halten, sondern euch dringend dazu aufrufen euer eigenes Verhalten zu reflektieren und mit der weiteren Eskalation aufzuhören. Die ersten Schritte zur Deeskalation muss jeder von uns selbst gehen. Es geht überhaupt nicht darum zu klären wer nun Schuld trägt, oder gar wer Recht hat, sondern einfach um die Deeskalation als notwendigen Teil unseres zwischenmenschlichen Umgangs.

Und weil ich keine Lust darauf habe irgendwelchen “Lagern” zugeschrieben zu werden, oder mich gar einem zuordnen zu müssen, werde ich mich zukünftig aus diesen innerparteilichen Diskussionen heraushalten.