Category: Medizinisches

Achivement unlocked: Erster Endgegner bezwungen

Also vor drei Tagen begann er also, mein Wettstreit mit dem IMPP. Ein Kampf rund um ein wenig nützliches, viel unnützes Detailwissen und die Kreuze (oder Striche) welche die Approbation als Arzt bedeuten. Und ich muss sagen, das IMPP hat meine Erwartungen deutlich übertroffen und ein Examen zum Haare raufen aus dem Hut gezaubert. Eine genaue Manöverkritik werden ich in den nächsten Tagen für den Panikcast, aufnehmen und dann hier verlinken.

Mein "Arbeitsplatz" der letzten Tage.

Und wie lief es denn nun? Sag schon!

Angetreten war ich mit dem einzigen Ziel, mehr als 60% der gestellten Fragen richtig zu beantworten um einigermaßen sicher bestehen zu können. Und ausgehend von den vorläufigen inoffiziellen Ergebnissen von Medi-Learn habe ich dieses Ziel… deutlich genug übertroffen um völlig entspannt bis zu den offiziellen Ergebnissen vom Landesprüfungsamt warten zu können.

tl;dr: Ich habe das schriftliche Examen bestanden.

Vielen herzlichen Dank, an alle Menschen, da draußen die mir ihre Daumen gedrückt, mit mir gelitten und mitgefiebert haben! Jetzt fehlt nur noch die mündliche Prüfung und ich bin fertig… PANIK!

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Ich gegen den ersten Endgegner

Morgen ist es also soweit, der erste von zwei Endgegnern (umgangssprachlich auch Staatsexamen genannt) wartet auf mich. Die sagenumwobene schriftliche Prüfung, des Hammerexamens – wir Mediziner stehen drauf, wenn es möglichst schwierig klingt.

Natürlich hätte man sich immer besser vorbereiten können, mehr und ausführlicher lernen können. Aber sich gezielt auf die Anforderungen der Prüfung vorzubereiten, wird bestimmt auch nicht geschadet haben. Und im Endeffekt ist es nur eine weitere Prüfung, auch wenn sie sich auf drei Tage erstreckt. Schaffbar ist sie, dass habe ich in meinen Probeexamina gemerkt. Ich werde mich einfach an meinen Plan halten, mein Bestes geben und hoffen es genügt um zu bestehen.

Ganz vielen herzlichsten Dank an alle da draußen, die mir für die nächsten drei Tage ihre Daumen drücken wollen! Alles wird gut werden.

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Angesichts des Grauens

  • Das Trio mit den Prüfungsfragen
  • Ausschnitt aus den Bildbeilagen
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Heute war ich beim Landesprüfungsamt und habe meine Ladung zum schriftlichen Examen abgeholt. Bei dieser Gelegenheit bekam ich von der freundlichen Mitarbeiterin ein paar “Materialien” mit, die ich euch nicht vorenthalten wollte.

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Fremdgebloggt: “Schnipp, jetzt bist du Gott näher”

Ich habe zusammen mit Jan “pyth” Leutert versucht, einen einigermaßen sachlichen Blogpost als Beitrag zur aktuellen Debatte rund um Beschneidungen aus religiösen Motiven, vor dem Hintergrund des aktuellen Gerichtsurteils vom Kölner Landgericht, zu schreiben. Ob uns das gelungen ist, müsst ihr als Leser beurteilen.

Nachzulesen ist der gesamte Text, mit dem zugegebenermaßen sehr provokanten Titel “Schnipp, jetzt bist du Gott näher“, drüben im Blog von Jan. Anregungen, Kritik, Shitstorms und Flamewars sind natürlich herzlich willkommen.

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Generation Y, oder: das muss alles ganz anders!

Immer wieder hab ich beim Arbeiten im Krankenhaus bemerkt, dass zwischen mir und den “alten” Ärzten ein tiefer Graben verläuft. Zumindest was die Einstellung zur Medizin als Job angeht. Entsprechend begeistert war ich, als ich heute bei Facebook folgenden Artikel der FAZ sah: “Generation Y: der alte Arzt hat ausgedient“, so heißt das also. Ich habe zwar auch Kritik an der Darstellung der so genannten “Generation Y” in diesem Artikel, stimme aber dem Inhalt in weiten Teilen zu. Denn die Erwartungen der jungen Mediziner (mich eingeschlossen), an das Berufsleben wandeln sich radikal.

Der Beruf “Arzt” ist längst keine Berufung mehr, die über allem steht. Er wurde degradiert zu einem normalen Beruf, wie jeder andere. Dadurch ändert sich der Maßstab, mit dem bewertet wird: mangelndes Sozialleben durch unbezahlte Überstunden? Tagelange ständige Dienste? Miserable Weiterbildung durch autoritäre Choleriker? Unvereinbarkeit von Familie und Beruf? Das alles ist traurige Realität, in den deutschen Krankenhäusern. Und wird vom Nachwuchs längst nicht mehr klaglos akzeptiert.

Ein Novum, erhoben Ärzte doch bislang höchstens dann ihre Stimmen um für mehr Gehalt zu kämpfen. Doch der demographische Wandel macht es möglich, denn wo Ärztemangel herrscht, ist niemand mehr dem System gegenüber machtlos. Wenn eine Klinik keine passenden Arbeitsbedingungen schafft, bleibt der Nachwuchs einfach weg. Es entsteht also endlich ein wirklicher Arbeitsmarkt, was einigen Leuten ernsthaft Angst macht. Den in den herrschenden Zeiten von Privatisierungen und Gewinnmaximierung im Gesundheitswesen kommt das denkbar ungünstig.

Als Teil der “Generation Y” in der Ärzteschaft muss ich aber betonen, dass es bei diesem Kampf nicht darum geht möglichst wenig zu arbeiten. Diesen Eindruck könnte man nach der Lektüre des FAZ Artikels leider bekommen, was ich schade finde. Denn es geht doch eigentlich im Prinzip darum, die über viele Jahre gewachsenen verkrusteten Strukturen der ärztlichen Arbeit im Gesundheitswesen zu überwinden!

Ich bin Jahrgang 86, will als Arzt im Krankenhaus arbeiten, aber ich erwarte Respekt von meinem Arbeitgeber. Respekt dafür, dass

  • ich ein Sozialleben haben will und die Arbeit als Arzt nicht mein ganzes Leben ausfüllen darf.
  • ich erwarte meine Arbeitszeiten einhalten zu können, Überstunden eine Ausnahme sind und angemessen ausgeglichen werden.
  • ich eine fundierte und an einem verbindlichen Curriculum orientierte Weiterbildung erhalte.
  • ich Familie und Beruf vernünftig mit Hilfe meines Arbeitgebers unter einen Hut bringen kann.

Dann bin ich gerne bereit dazu viel und auch hart zu arbeiten und mich dabei voll und ganz im Rahmen meiner Fähigkeiten ins Team einzubringen. Oder ist das zu viel verlangt?

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Ich hab nen Organspendeausweis und du?

Heute am 04. Juni ist Bundesweiter Tag der Organspende, dieser Tag soll die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für dieses Thema verstärken. Warum eigentlich?

Mein Organspendeausweis

Mein Organspendeausweis

Nun erst einmal standen in Deutschland zum 30. April 2011 11.821 kranke Menschen 1 auf der Warteliste für ein Spenderorgan sind. Demgegenüber stehen 1.271 Organspender, von denen in Deutschland im Jahr 2010 insgesamt 4482 Organe an andere Menschen transplantiert worden sind 2. Hinzu kommen übrigens noch 755 Lebendspenden von Nieren und Teilen der Leber 3.

Schaut man sich die Statistiken über die Jahre an, z.B. den Verlauf der Statistiken für Nierentransplantationen, stellt man zwei Dinge fest: Zum einen natürlich das krasse Missverhältnis zwischen Menschen die auf der Warteliste stehen und zum anderen die Anzahl der erfolgten Transplantationen. Aber man sieht auch, das sich “Angebot” und “Nachfrage” langsam annähern 4, so wurden 2002 noch rund 9.500 Nieren benötigt und knappe 2.500 Transplantationen erfolgten. 2010 warteten etwas weniger als 8.000 Menschen auf eine Niere und es erfolgten fast 3.000 Transplantationen. Das ist mit Sicherheit ein positiv zu bewertender Trend, trotzdem kommen in Deutschland nur 16 Spender auf eine Millionen Einwohner 5.

Allerdings ist der Bedarf für Spenderorgane immer noch signifikant höher, als die Summe aller Transplantationen. Und das bedeutet für die Menschen auf der Warteliste in der Regel lange Wartezeiten, bevor ein Patient eine Nierentransplantation erhält befindet er sich in der Regel zwischen 5 und 10 Jahren auf der Warteliste. Das ist natürlich unter anderem auch seinem Gesundheitszustand geschuldet, allerdings: Es versterben trotz neuer Therapiemöglichkeiten nach wie vor viele Patienten, die sich auf der Warteliste für eine Transplantation befinden. Das vermag man nun als Schicksal verbuchen, schließlich finden solche Erkrankungen praktisch immer weit entfernt vom Alltag statt.

Vor einer Transplantation muss bekanntermaßen bei einem fraglichen Organspender zunächst der Hirntod festgestellt werden. Aber wie kommt es dazu? Bei etwas mehr als 53 % der Organspendern liegt eine Hirnblutung vor, knapp 20 % erleiden ein massives Schädel-Hirn-Trauma 6 und die meisten Organspender sind zum Zeitpunkt des Hirntodes zwischen 16 und 54 Jahren alt 7. Das sind im Einzelfall immer wahnsinnig bedrückende Schickale, denn in der Regel wird ein gesunder Mensch im besten Alter unvermittelt aus dem Leben gerissen.

Und hier der Knackpunkt: Nur bei 14 % der Organspendern gab es eine persönliche Zustimmung, in nur 8,8 % der Fällen lag tatsächlich einen Organspendeausweis vor. Das bedeutet, dass bei 78 % aller Organspenden die Entnahme der Organe durch die Angehörigen legitimiert wird. Diese sollen in diesem Fall dann im mutmaßlichen Sinne des Verstorbenen urteilen. Insgesamt kommt es nur bei 54% aller potentiellen Organspender zur Organentnahme, wobei übrigens der wichtigste Grund für den Ausschluss einer Organspende ist mit fast 40 % die Ablehnung der Angehörigen ist. 8

Wie bereits erwähnt sind Tod und Krankheit glücklicherweise in der Regel kein wesentlicher Teil unseres alltäglichen Lebens. Und ich will heute an diesem Tag nicht das für und wieder der Organspende diskutieren, sondern dafür werben sich selbst Gedanken zu machen und – gerne auch im Dialog mit anderen Menschen – eine Meinung zu diesem Thema zu bilden. Auf dieser Grundlage sollte möglichst jeder für sich selbst eine eigene informierte Entscheidung fällen und diese zum einen mit einem Organspendeausweis dokumentieren und seine Angehörigen darüber informieren – selbst dann, wenn man die Organspende kategorisch ablehnt. Lasst eure Angehörigen damit nicht alleine!

Einen Organspendeausweis kann man z.B. hier bei der BZgA zum herunterladen als PDF, oder Kartonweise als gedruckte Ausweise bestellen. Aber auch die Deutsche Stiftung Organspende bietet einem übrigens hier auch die Organspendeausweise als Einzelstücke kostenlos per Postversand an. Außerdem kann man die Ausweise natürlich auch bei vielen niedergelassenen Ärzten, in Krankenhäusern und Apotheken kostenlos erhalten, einfach mal danach fragen!


  1. Eurotransplant International Foundation. Preliminary monthly statistics January – April  2011, Mai 2011. Abgerufen am 04.06.2011 von Eurotransplant: http://www.eurotransplant.org/cms/mediaobject.php?file=2011_january1_april30.pdf
  2. Eurotransplant Internation Foundation. Yearly statistics 2010, Februar 2011 Abgerufen am 04. 06 2011 von Eurotransplant: http://www.eurotransplant.org/cms/mediaobject.php?file=year_2010.pdf
  3. Deutsche Stiftung Organtransplantation. (2011). Daten und Grafiken – Lebendspenden. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organtransplantation: http://www.dso.de/
  4. Deutsche Stiftung Organspende. Aktive Warteliste und Nierentransplantation. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organspende: http://www.dso.de/grafiken/g32.html
  5. Deutsche Stiftung Organspende. Daten und Grafiken – Postmortale Organspender 2009. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organspende: http://www.dso.de/zahlenunddaten/grafikpakete/pakete/dso-2010-grafikpaket-03.zip
  6. Deutsche Stiftung Organspende. Daten und Grafiken – Todesursachen Organspender 2009. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organspende: http://www.dso.de/zahlenunddaten/grafikpakete/pakete/dso-2010-grafikpaket-03.zip
  7. Deutsche Stiftung Organspende. Daten und Grafiken –Alter der Organspender 2009. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organspende: http://www.dso.de/zahlenunddaten/grafikpakete/pakete/dso-2010-grafikpaket-03.zip
  8. Molzahn, P., Tuffs, D., & Vollmann , P. (Oktober 2003). Heft 17 – Organtransplantation und Organspende. Abgerufen am 04. 06 2011 von Gesundheitsberichterstattung des Bundes: http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gasts&p_aid=&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=8523::Todesursachenstatistik
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