Category: Unterwegs

Dänemark 2014

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Mein Besuch beim Refugeecamp in Frankfurt

Heute war ich in Frankfurt, beim hessischen Flüchtlingsstreik an der Hauptwache. Auf Wunsch der tollen Menschen vom @FluchtundAsyl habe ich als “fast Arzt” mal einen Blick auf die Gesundheit der Flüchtlinge geworfen. Trotz der eigentlich weiten Anfahrt von über einer Stunde habe ich nicht lange zögern müssen, weil ich nicht Zuhause rumsitzen und mich in meiner Passivität selbst ob meiner Hilflosigkeit bemitleiden wollte.

Der Pavillon des Flüchtlingsstreiks an der Frankfurter Hauptwache

Der Pavillon des Flüchtlingsstreiks an der Frankfurter Hauptwache

Das Camp in Frankfurt besteht aus einem Pavillon  der neben dem Eingang einer Kirche ganz unscheinbar am großen Platz in der Fußgängerzone über dem S-Bahnhof Hauptwache steht. Wenn man nicht auf die Kundenfänger, bzw. die Menschen im Pavillon achtet, könnte man sie fast für einen “normalen” Infostand halten und einfach vorbei gehen. Insgesamt war vielleicht ein gutes Dutzend Menschen anwesend, die meisten davon Flüchtlinge. Wenn man sich dem Camp nähert, ist schnell der erste Kontakt zu den Flüchtlingen hergestellt und das Eis gebrochen. Ich war völlig überwältigt von der sehr freundlichen und herzlichen Begrüßung, überhaupt herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre.

Aufgrund der stark eingeschränkten Möglichkeiten habe ich mich darauf beschränkt, Ansprechpartner für die Flüchtlinge zu sein, was heißt dass ich ihnen vor allem zugehört habe. In Frankfurt befindet sich (zum Glück) niemand im Hungerstreik, was bedeutet, dass die Flüchtlinge vor allem unter der Kälte, dem vielen Stehen und dem Schlafdefizit leiden. Sodass hier außer guten Ratschlägen (was natürlich immer leichter gesagt, als getan ist) eigentlich wenig zu tun war. Eigentlich. Denn viel gravierender ist die psychische Belastung der Flüchtlinge, diese Anspannung ist deutlich spürbar. Und so lassen sich viele der vorhandenen Beschwerden auf den Streik selbst zurückführen, aber genau den wollen die Flüchtlinge natürlich – aus verständlichen Gründen – nicht einschränken.

Und so bestand die Arbeit vor allem darin Menschen zuzuhören, ihre Sorgen und Nöte ernst zunehmen und ihnen Ratschläge zur Bewältigung dieser Situation zu geben. Fast so wie ein Hausarzt, denn man ist ein fachkundiger Dritter. Denn natürlich will man nicht alle seine Nöte mit jedem, erst recht seinen Mit-Flüchtlingen bereden. In Deutschland haben wir außerdem einiges, was in den Heimatländern der Flüchtlinge nicht üblich ist. So waren einige verwundert darüber dass Themen die für sie aufgrund kultureller Prägungen schwierig sind, bei uns gesellschaftlich weitestgehend akzeptiert sind.

Ich fand meinen Besuch insgesamt sehr befriedigend und habe gemerkt, warum ich Arzt werden will, so kitschig das jetzt auch klingen mag: für die Menschen. Und nur darum geht es: Vor Ort da zu sein, den Flüchtlingen Gesellschaft zu leisten und ihnen bei Bedarf eine helfende Hand anzubieten. Es geht darum den Unterschied auszumachen, zur grauen Masse – die möglichst ohne das Camp zu beachten – in ihrem Alltag vorbeistürmt.

Es kommt darauf an etwas zu zeigen, dass unser Staat und unsere Gesellschaft im Umgang mit den Flüchtlingen so sträflich vermissen lassen: Solidarität. Wenn man sich solidarisch zeigt, bekommt schnell die riesige Dankbarkeit der Flüchtlinge zu spüren, bei der es auch überhaupt nicht darauf ankommt, selbst etwas tolles zu können.

Es ist ein kleiner Schritt Menschlichkeit zu zeigen, aber mit einer großen Wirkung.

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