Birds of Eden – Garden Route

Direkt gegenüber, eine Art Garten Eden. Für Vögel.

Grade eben noch waren wir auf dem Parkplatz vor den Toren von Monkeyland. Jetzt gehen wir entlang von Blumen und Sträuchern auf ein Waldstück zu, dass von einer Art Netz umgeben ist, dass an vielen sehr großen Stützen aufgehängt ist. Der Eingang ist ein kleines Holzhaus, dass uns nicht nur zufällig an Monkeyland erinnert. Wir betreten es, zeigen unser Kombiticket (wie praktisch!) vor und wollen nun unsere nächste Station “Birds of Eden” betreten. Begrüßt werden wir übrigens erneut von Schildern, die uns davor warnen dass Vögel großen Gefallen an Schmuck finden würden und dazu auffordern bitte keine Flamingos oder andere Einwohner des Parks mitzunehmen.

Freundliches Hinweisschild am Eingang

Freundliches Hinweisschild am Eingang

Wie Monkeyland ist auch Birds of Eden ein ganz besonderer Park, denn auch hier stammen die fliegenden Bewohner praktisch alle aus Käfighaltung. Und damit diese nicht einfach so wegfliegen können, aber trotzdem genug Platz haben, wurde hier die größte Voliere der Welt errichtet. Sie ist knapp 2,3 Hektar groß und wurde errichtet indem ein engmaschiges Netz über 28 Stahlmasten mitten in einem Stück Urwald gespannt wurde. Dadurch steht den Vögeln ein etwa 375.000 m³ großes Reich zur Verfügung, durchflossen von mehreren Bächen, mit Wasserfall, einem See und wahnsinnig viel dichter Vegetation. Und es sieht in echt noch viel beeindruckender aus, als auf dem Bild.

Erster Eindruck von innerhalb der Voliere

Erster Eindruck von innerhalb der Voliere

Hier gibt es (glücklicherweise?) keine geführte Tour, sondern einen knapp 1,2 Kilometer langen Laufsteg, auf dem die Besucher selbstständig alles erkunden dürfen. Wir wurden sogar extra drauf hingewiesen, dass wir uns dafür so viel Zeit nehmen dürften, wie wir wollen. Und so machen wir uns auf den Weg. Der Holzsteg führt uns zunächst in großer Höhe fast durch die Baumkronen – und überall sind Vögel zu sehen und vor allem zu hören. Kein Wunder, denn hier leben über 3.000 Vögel aus über 220 Arten.

Faszinierende Vögel, hautnah im Urwald erlebt.

Entlang des Holzsteges sind immer wieder an Auslegern kleine Futterstationen platziert. Sodass sich dort immer wieder kleine Horden von allen möglichen Vögeln platz nehmen um sich mit Körnern, Wasser, oder beidem zu stärken. Dadurch sieht man als Besucher immer wieder neue Arten aus der Nähe, obwohl die meisten Vögel immer noch scheu genug sind und schnell das Weite suchen, wenn man zu nah kommt. Wir gehen einige Schritte, machen Fotos, oder bleiben einfach nur so stehen und betrachten. Wir sehen wilde Tauben, Kakadus, diverse kleine Papageien und viele mehr!

Ihn haben wir leider vom Balzen abgehalten

Ihn haben wir leider vom Balzen abgehalten

Inzwischen ist der Holzweg fast auf dem Bodenniveau angekommen und wir hören es im Unterholz rascheln. Wir schauen herunter und sehen einen relativ großen, gelb-orangen Vogel am Ufer eines kleinen Baches herumstolzieren, was irgendwie fehl am Platze aussieht. Belustigt gehen wir weiter und bleiben nach einer Kurve verzückt stehen: Ein weiterer dieser Vögel steht mitten auf dem Holzweg und balzt ein Weibchen an, dass oben auf dem Geländer des Holzstegs sitzt. Offenbar stören wir die beiden und das Weibchen macht sich schnell aus dem Staub, aber von dem Männchen können wir glücklicherweise ein paar tolle Fotos machen!

Der kleine Mohrenkopfpapagei

Der kleine Mohrenkopfpapagei

Eine weitere kleine Überraschung für uns stellt ein kleiner Mohrenkopfpapagei (der heißt leider wirklich so!) da. Eigentlich wollten wir nur ein paar Fotos von ihm machen, doch er hat andere Pläne: Er findet uns so spannend, dass er mit verzückten Lauten zu uns kommt. Als wir darauf mit nachgeahmten Rufen von Nymphensittichen reagieren, lässt er keine Ruhe mehr. Letztendlich entschließt er sich sogar dazu, über meine Arme auf den Rücken zu laufen und es sich dort gemütlich zu machen. Ein sehr schönes Erlebnis, auch wenn man schnell vergisst wie spitz Krallen und Schnabel von Papageien sind – offenbar schmeckte ich so gut, dass man mich diverse Male probieren musste!

Auf Tuchfühlung mit einem Gelbbrustara

Auf Tuchfühlung mit einem Gelbbrustara

Ein ganzes Stück weiter auf unserem Weg sehen wir zwei Aras, die aber so weit oben auf einem Baum sitzen, dass wir sie kaum erkennen können. Ein paar Meter und einige kunterbunte kleine Vögel weiter auf dem Holzsteg, sehen wir dann einen Gelbbrustara – endlich! Er ist grade dabei eine Mahlzeit aus einer Futterstation zu sich zu nehmen und stört sich kaum an unserer Anwesenheit. Und ich bin beeindruckt. Dieser Vogel hat ein faszinierendes Gefieder und ist einfach unglaublich groß – der Schnabel macht mir fast schon Angst. Als wir weitergehen wollen verfolgt und plötzlich der Ara und mir fällt auf, dass mein oranges T-Shirt vielleicht eine blöde Farbwahl für diese Tour war.

Es wird nass. Willkommen in der Welt der Wasservögel!

Die Vegetation ändert sich, wir kommen nun in die Nähe eines kleinen Sees und der Holzsteg geht nahtlos über in einen gepflasterten Weg. Begrüßt werden wir von zwei Gänse, die wie Wachen mitten auf dem Weg stehen und ankommende Besucher skeptisch betrachten. Kurze Zeit sind wir ratlos, aber als die Gänse sich überhaupt nicht rühren entschließen wir uns darum, einfach einen großen Bogen um sie zu gehen. Und tatsächlich, es stört die beiden “Wachen” nicht, als wir in gebührendem Abstand über das Gras an ihnen vorbei schleichen. Aber sie bleiben wachsam stehen.

Zwei Enten bewachen den weiteren Weg

Zwei Enten bewachen den weiteren Weg

Hier bekommen wir nun auch verschiedenste Wasservögel zu Gesicht. Unter anderem Flamingos, denen wir einige Zeit interessiert beim Putzen und Essen zusehen. Irgendwie sehen sie ja schon ziemlich lustig aus, mit ihren krummen Schnäbeln und den irrsinnig langen schlacksigen Beinen. Und im Gegensatz zum Besuch eines Zoos habe ich hier irgendwie ein besseres Gefühl. Klar sind die Tiere letztendlich immer noch eingesperrt in einer großen Voliere, aber es ist eben eine sehr große Voliere mit wirklich viel Platz. Und können – sofern ihre Flügel nicht in der Käfighaltung gestutzt wurden – frei herumfliegen.

Zwei Flamingos im Wasser

Zwei Flamingos im Wasser

Neben den Flamingos gibt es aber noch mehr, unter anderem Perlhühner (aber die Bilder erspare ich euch…) und andere irrwitzige Tiere, die ich nie zuvor gesehen habe. Unter anderem den lustig aussehenden Knysna Lourie. Aber es würde leider den Rahmen völlig sprengen, wenn ich die hier alle aufzählen würde… :-( In dem kleinen See kurz vor dem Ausgang finden wir dann noch viele kunterbunte Mandarinenten, deren Gefieder in den schönsten Farben leuchten. Ehrlich gesagt finde ich dagegen unsere heimischen Enten fast ein wenig langweilig! In dem See voller Enten befindet sich eine kleine Plattform mit großen Metallschildern, zur Information denken wir und laufen zügig dorthin.

Eine kunterbunte Mandarinente

Eine kunterbunte Mandarinente

Aber Pustekuchen, auf den Schildern sind nur große Abbildungen von Fastfood die im nahen Restaurant verspeist werden können. Wir sind offenbar wieder zurück in der “Zivilisation” und tatsächlich ist der Ausgang nicht mehr weit. Aber nach dem wir bald 2 Stunden in der Voliere unterwegs waren können wir sie ruhigen Gewissens verlassen. Es war eine echt schöne Zeit und wir haben vorher noch niemals so viele faszinierende Vögel in einem so natürlich wirkenden Lebensraum gesehen. Allerdings war es schade, dass wir uns kein Informationsheft gekauft haben, dann hätten wir die Vögel wahrscheinlich besser identifizieren können… Geschafft gehen wir zurück zum Parkplatz.

Verabschiedung durch eine Entenfamilie, kurz vor dem Ausgang

Verabschiedung durch eine Entenfamilie, kurz vor dem Ausgang

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Meine Lektion aus KleeGate

Oh Gott! Und noch ein Beitrag…? Nein. Halt! Keine Sorge, dieser Artikel beschäftigt sich eigentlich gar nicht mit dem Austritt des Marburger Abgeordneten Sascha Klee aus der Piratenpartei. Denn ehrlich gesagt denke ich, sind es diese Vorgänge und die Personalie nicht wert, hier weiter von mir diskutiert zu werden.

Das Leben geht weiter, darum sollte der Blick nach vorne gerichtet sein. Aber, wenn man schon Fehler macht, dann sollte man wenigstens daraus lernen. Stimmts? Hier sind meine fünf Schlussfolgerungen aus diesen Ereignissen:

  1. Auch wenn die Versuchung groß ist, es ist nicht zielführend aus dem ersten Impuls heraus einen Kommentar zu schreiben. Denn dieser wird im Zweifel deutliche inhaltliche Schwächen haben und vor allem auf ein “Nein, du bist doof!” hinauslaufen. Selbst, wenn man eigentlich andere Aspekte kritisieren wollte.
  2. Natürlich freut man sich total darüber, wenn ein eigener Kommentar (siehe 1) viel Anklang und Beachtung findet – nicht weil er inhaltlich brillant wäre, sondern weil er polarisiert. Dadurch neigt man aber dazu, nicht zu hinterfragen was man eigentlich geschrieben hat. Und übersieht kritische Punkte seines Handelns.
  3. Die Verlockung möglichst schnell auf ein Ereignis zu reagieren ist groß, schließlich leben wir im Twitterzeitalter. Dabei ist es dies nicht erstrebenswert! Denn so reagiert man nur (im Zweifel destruktiv) auf etwas, wobei natürlich zwangsläufig Sorgfalt und reinigende, beruhigende Prozesse zu kurz kommen werden. (siehe 1 und 2)
  4. Selbst wenn es kritische Stimmen (siehe 3) gibt, die darauf pochen das Handeln hin zum Konstruktiven zu verlagern, werden sie überhört werden. So bleibt die eigene Reaktion deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück und ist ein leichtes Ziel für Angriffe und bietet zu großen Spielraum für Fehlinterpretationen. (siehe 1 und 2)
  5. Was einmal öffentlich gesagt/ geschrieben wurde ist öffentlich. Damit lässt sich später daran nichts mehr verändern, selbst wenn man später mit berechtigter Kritik konfrontiert wird und sein eigenes Handeln reflektiert. Was am Ende (siehe 4) wirklich leidet ist aber nicht das eigene Ego, sondern die Sache/ die eigene Mission.

Für mich selbst als Lektion bedeuten diese Schlussfolgerungen: Nicht aus einem Reflex heraus auf ein Ereignis reagieren. Entweder – wenn es ein absehbares Ereignis ist – bereits vorher eine Reaktion vorbereiten, oder erstmal durchatmen, sich beruhigen und dann mit kühlem Kopf und überlegt handeln. Außerdem sollten übliche Prozesse nicht abgekürzt und kritischen Stimmen genügend Raum und Beachtung gegeben werden.

So.

Und jetzt wird wieder Politik gemacht, davon habe ich mich im Zuge dieser Ereignisse schon viel zu lange abhalten lassen. Klarmachen zum ändern!

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Indikationen in der Medizin. Was? Und Warum?

In letzter Zeit lese ich ständig irgendwas von Indikationen, da gibt es irgendwie absolute und relative. Aber… Was ist das überhaupt? Was bedeutet es? Und warum gibt es das?

Grundsätzlich bedeutet die Stellung einer Indikation, dass ein Arzt nach definierten Kriterien entscheidet, welche medizinische Maßnahmen bei einem bestimmten Krankheitsbild angebracht sind. Die Entscheidung, welche Maßnahme zum Einsatz kommt muss dann im Rahmen einer “informierten Zustimmung” im Gespräch mit dem Patienten festgelegt werden. Faktoren die hierbei berücksichtigt werden müssen betreffen nicht nur die Diagnose, sondern auch den (allgemeinen) Zustand des Patienten, anatomische Verhältnisse und vieles mehr.

Besondere Bedeutung hat die Indikationsstellung in der Chirurgie, da hier die invasivsten Eingriffe in die körperliche Unversehrheit eines Menschen stattfinden. Hier ist eine besondere Sorgfalt an den Tag zu legen, denn erfolgt ein Eingriff ohne medizinische Indikation oder explizite Einwilligung des Patienten liegt eine Körperverletzung als Straftat vor. Letztendlich gibt es einen kleinen “Zoo” an möglichen Indikationen, ich will hier im Folgenden ein paar Schildern und auf deren Bedeutung eingehen:

Die Notfallindikation stellt das eine Extrem der Skala dar: Hierfür muss eine akut lebensbedrohliche Situation vorliegen, die akute lebensrettende Maßnahmen erfordert. Sofern nicht ausdrücklich durch den Patienten verfügt wurde, dass bestimmte Maßnahmen nicht erfolgen sollen, werden die Ärzte in solchen Situationen alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen ausschöpfen.

Beispiele für solche Situationen sind zum Beispiel Notoperationen bei starken Blutungen, oder die Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand. In solchen Fällen wäre der Tod des Patienten ohne medizinische Maßnahmen unverzüglich zu erwarten.

Bei einer vitalen Indikation liegt eine lebensbedrohliche Situation vor, die ebenfalls lebensrettende Maßnahmen erfordert. Es handelt sich in diesem Fall allerdings um keine Entscheidung von Minuten, sondern der Tod des Patienten ohne medizinische Maßnahmen wäre binnen Tagen bis Monaten zu erwarten.

Solche Situationen können zum Beispiel kindliche Herzfehler sein, die ohne Herzoperation in den ersten Tagen bis Wochen des Lebens mit großer Wahrscheinlichkeit zum Tod führen.

Die absolute Indikation bedeutet, es liegt eine Situation vor, in der durch ein Krankheitsbild (langfristig) absehbare negative Auswirkungen auf die Gesundheit eines Patienten entstehen werden. Hier besteht also keine zeitkritische Gefährdung des Lebens des Patienten, sondern es geht darum, die Gesundheit und damit auch die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten. In solchen Situationen sollen daher durch entsprechende Maßnahmen die negativen Auswirkungen eines Krankheitsbildes so gering wie möglich gehalten werden.

Einfachstes Beispiel für solche Situationen sind die meisten Knochenbrüche, deren Behandlung dient vor allem dem Erhalt der Lebensqualität. Aber auch die Operation von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zählen hierzu, da in der Regel funktionelle Einschränkungen (Atmen, Essen, Sprechen, etc.) bestehen.

Als relative Indikation bezeichnet man Situationen, in denen eine Behandlung vorteilhaft, aber nicht zwingend notwendig ist. Hier ist der Wesentliche Faktor die Lebensqualität des Patienten, die Maßnahmen sollen (mögliche) negative Auswirkungen auf die Lebensqualität begrenzen. Aber die Lebensqualität ist ein schwieriges Feld. Hier versammeln sich auf der einen Seite ganz viele Maßnahmen die wenig miteinander gemeinsam haben und auf der anderen Seite einzelne Patienten die unterschiedlichste Bedürfnisse haben.

Als Beispiel hierfür kann man das Anlegen von Segelohren nehmen, da sich der Nutzen hier nur auf die Verbesserung der Lebensqualität des Betroffenen beschränkt. Nicht unter diese Definition fallen übrigens Eingriffe, die ausschließlich der Kosmetik dienen.

Zu guter letzt gibt es natürlich auch Situationen in denen eine Maßnahme einem Patienten keinen Vorteil bringen würde und damit keine Indikation hätte. Oder – das ist der andere Extremfall – dem Patienten Schaden verursachen würde, dann wäre eine Maßnahme Kontraindiziert.

Anmerken muss ich allerdings noch eins, ich schrieb grade das rein kosmetische Eingriffe nicht unter die Definition der relativen Indikation fallen. Damit sind ausschließlich so genannte “Schönheitsoperationen” zusammenfasst, also Eingriffe wie Brustvergrößerungen, oder das Fettabsaugen. Bei diesen Eingriffen besteht nur in seltenen Fällen eine medizinische Indikation!

Explizit davon differenzieren muss man Eingriffe, die sich schwammig unter dem Begriff der plastischen Chirurgie versammeln. Hier geht es auch um ästhetische Aspekte, aber vor allem um die Wiederherstellung von verlorengegangenen Funktionen des Körpers, die z.B. durch Verletzungen, Tumoren oder auch Fehlbildungen entstanden sind. Bei diesen Eingriffen besteht oftmals “nur” eine relative Indikation, aber es besteht eine medizinische Indikation, die Maßnahme ist also medizinisch notwendig!

Und als letztes noch die wichtigste Botschaft: Eine Indikation ist immer eine Einzelfallentscheidung, die (fast) immer kritisch zu stellen ist.

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Mein Kommentar zu “Mein Austritt aus der Piratenpartei Deutschland”

Mein (bislang nicht freigeschalteter) Kommentar zum Blogbeitrag “Mein Austritt aus der Piratenpartei Deutschland” von Sascha Klee. Einem Stadtverordneten der Stadt Marburg.

Ich bedauere deinen Schritt, den ich ehrlich gesagt nur schwer nachvollziehen kann. Darüber hinaus bin ich sehr irritiert darüber, dass du trotzdem deines Austritts aus der Partei dein Amt als Stadtverordneter behalten willst.

Wie rechtfertigst du diesen Schritt? Schließlich hat dich diese Partei (an der du nun nicht mehr partizipieren willst) – gemeinsam mit einem Wahlprogramm – FÜR uns als Marburger Piraten zur Wahl für die Stadtverordnetenversammlung aufgestellt. Wir haben damals explizit keinen Personenwahlkampf gemacht, weil es uns um die Sache, um die aktive Beteiligung an Kommunalpolitik in der Stadtverordnetenversammlung Marburg, ging. Und die Bürger haben ihre Stimme der “Piratenpartei” gegeben und, damit erst dich als Abgeordneten möglich gemacht. Sie haben nicht explizit dich, sondern vor allem diese Partei, unseren Namen unsere Sache, unsere Idee gewählt.

Und deswegen bitte ich dich darum, dein Mandat niederzulegen. Es ist ein Mandat der Piratenpartei, nicht das von Sascha Klee.
Tue es nicht für uns, sondern für die Bürger der Stadt Marburg.

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Politik zum anfassen

Der hessische Landesverband der Piratenpartei hat sich für eine Rückführung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg ausgesprochen. In meinen Augen ein sehr schönes Beispiel für Politik bei den Piraten: Es startete mit einer Idee in meinem Kopf, aus der wurde in einem Pad eine Initiative im Liquid Feedback, diese wurde in einem weiteren Pad zum virtuelles Meinungsbild erweitert, dass dann von den Teilnehmern mit 2/3 Mehrheit angenommen wurde. Somit ist dies nun eine Position, die der Landesverband bis zum nächsten Landesparteitag vertreten kann. Kurz gesagt: Politik zum anfassen.

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Monkeyland – Garden Route

Angekommen im Land der Affen

Wir befinden uns wieder auf der N2 und fahren weiter Richtung Osten, vorbei an Keurboomstrand. Und ich bin immer wieder aufs neue völlig fasziniert von der Landschaft hier. Ein wenig erinnert es an Europa, wegen der vielen Bäume, aber es wirkt viel urtümlicher. An einer Tankstelle biegen wir ab, viele Leute sind hier unterwegs und laufen in langen Schlangen an der Straße entlang. Die Erklärung dafür folgt auf dem Fuße, denn unsere Fahrt geht weiter, über eine schale Straße, vorbei an einem Township. Und schließlich erreichen wir den großen Parkplatz unseres Ziels: Monkeyland.

Kapuzineräffchen mit Kind

Begrüßung: Kapuzineräffchen mit Kind

Es ist immer wieder merkwürdig, dieses Südafrika. Nicht einmal einen Kilometer weit entfernt von hier liegt ein Township, aber dieser Parkplatz fühlt sich an, wie in Mitteleuropa. Wir lassen unsere Sachen im Auto und betreten durch eine Art Schleuse den Park. Der Fußweg führt uns einige Meter durch den dichten Urwald, bis wir an zwei Holzhäusern ankommen. Und hier ist einiges los, einige Affen klettern an den Häusern entlang und gucken sich interessiert die Besucher an – wahrscheinlich hoffen sie auf etwas essbares.

Interessantes Hinweisschild am Eingang

Interessantes Hinweisschild am Eingang

In einem der Häuser kaufen wir unsere Tickets und müssen dann noch einige Minuten auf den Beginn unserer geführten Tour warten. Schon dabei bekommen wir einige der Affen zu Gesicht. Und wir verstehen das oben abgebildete Schild, denn den Affen scheint sehr wohl klar zu sein, dass wir Menschen viele leckere und interessante Gegenstände mit uns führen. Dann geht die Tour los, wir sind etwas mehr als ein Dutzend Teilnehmer und unser Guide Sirgeon führt uns mitten durch den Urwald. Und überall um uns herum raschelt es, fast so als wären wir unter ständiger Beobachtung. Von wem wohl?

Affe auf Futterplattform

Affe auf Futterplattform

Wir folgen einigen ausgetretenen Pfaden und kommen an einer kleinen Lichtung an, auf der eine etwa einen Meter hohe Plattform in einer Art Sandkasten steht. Unser Guide erklärt uns, hier würden die Affen ihre Nahrung erhalten. Zu den Essenszeiten würde hier vor allem Obst in verschiedensten Varianten auf die Plattformen gelegt und die Affen kämen dann von Zeit zu Zeit vorbei und würden sich einfach bedienen. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Besucher sie dadurch leicht zu Gesicht bekommen können.

Mit offenen Augen durch den Urwald laufen

Von unserem Guide bekommen wir erklärt, dass Monkeyland so eine Art Tierheim für Affen ist. Hier werden ehemals eingesperrte Affen aufgenommen und durchlaufen einen Prozess der Auswilderung. Sodass sie sich dann am Ende auf dem 23 Hektar großen Gelände des Parks frei bewegen können und damit hier auf fast natürliche Weise leben. Die Führungen von Besuchern und Merchandising würden dem Park dabei helfen, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Außerdem möchte man die Besucher dazu animieren, über deren Beziehung zu Affen nachzudenken.

Schildkröte im Unterholz

Schildkröte im Unterholz

Aber nicht nur Affen gibt es hier in Monkeyland zu Entdecken, sondern unter anderem auch ziemlich große Schildkröten, die sich hier mit atemberaubend geringer Geschwindigkeit durch das Unterholz bewegen. Und auch viele Vögel umgeben uns, es fühlt sich an, wie ein wirklich lebendiger Lebensraum – und wir sind mitten drin. Unsere Tour besteht aus kurzen Wegen von 2 – 5 Minuten durch den Urwald, unterbrochen von Stopps an interessanten Punkten. Diese Punkte sind meistens Lichtungen, mit den schon weiter oben von mir beschriebenen Plattformen. An diesen Stellen sind in der Regel verschiedene Affenarten zu sehen, zu denen unser Guide uns einige Fakten erklärt – unter anderem zu Lebensweise, Ernährung, Familienstruktur, oder sonstigen Besonderheiten.

Gibbon in den Baumkronen

Gibbon in den Baumkronen

Wir erfahren viele neue Dinge vor allem über die Unterschiede zwischen Affen (engl. Monkeys) und Menschenaffen (engl. Apes). Und wir bekommen immer wieder verschiedenste Arten zu Gesicht, kein Wunder denn auf dem Gelände leben laut Guide etwa 400 Tiere aus 16 Tierarten. Unter anderem Bärenpaviane, Kapuzineräffchen und auch Gibbons. Alle sind auf ihre Art spektakuläre Tiere, vor allem aber ein männlicher Gibbon namens “Atlas” ist eindrucksvoll: Er springt in hohem Tempo von Ast zu Ast und singt dabei in großer Lautstärke sein Lied – um Weibchen anzulocken. Für menschliche Ohren fast schon unangenehm laut, aber zu unserem Glück findet er Menschen doof.

Die berühmte Hängebrücke

Die berühmte Hängebrücke

Nun geht es weiter über eine 128 Meter lange Hängebrücke – laut Guide die längste Hängebrücke ihrer Art in Südafrika – wobei wir quasi durch die Baumkronen gehen. Eigentlich eine schöne Idee um in den Bäumen sitzende Affen zu entdecken, denn vom Boden aus kann man die sehr schlecht erkennen, aber leider bekommen wir keine zu Gesicht. So ist es nur ein Gänsemarsch mit von unserem Guide vorgeschriebenen Abstand über eine wackelige und klapprig anmutende Hängebrücke zwischen den Ästen.

Erstaunliche Anblicke

Es ist schwierig den Eindruck zu beschreiben, aber es ist immer wieder völlig faszinierend die diversen Affenarten aus der Nähe und in der “Natur” betrachten zu können. Denn man erkennt erstaunlich oft – oder meint es zumindest – menschliche Züge in unseren nähsten Verwandten, wie unser Guide immer wieder betont. Das sind vor allem Kleinigkeiten, sowas wie die winzigen Fingernägel der Totenkopfäffchen, die denen von kleinen Kindern extrem ähnlich sind.

Totenkopfäffchen aus der Ferne

Totenkopfäffchen aus der Ferne

Beeindruckend ist auch die Faszination, mit der uns einzelne Affen immer wieder betrachten, oder in unsere Nähe kommen. Wobei unser Guide uns als Gruppe ermahnt, den Tieren nicht zu nahe zu kommen, da sie nicht immer so friedlich wären wie sie auf uns wirken würden. Dann erzählt er uns Anekdoten davon, wie Besucher im Park unter anderem Handtaschen, Handys, Haarbüschel und vor allem Nahrungsmittel eingebüßt hätten. Erstaunlich… die Affen sehen doch sooo süß und friedlich aus…

Und Totenkopfäffchen aus der Nähe

Und Totenkopfäffchen aus der Nähe

Dann sehen wir tatsächlich noch einen Lemur im Baum hängen und fühlen uns an Madagascar erinnert. Zum Abschluss bekommen wir noch eine kurze Führung zu den einzigen Käfigen auf dem Gelände, in denen befinden sich Affen die auf ihre Auswilderung vorbereitet werden und sich derzeit noch akklimatisieren müssen. Hierzu erklärt unser Guide uns noch einige Fakten zu diesem Prozess, wobei wir ehrlich gesagt nach über 1,5 Stunden Führung durch den Urwald nicht mehr so ganz aufnahmefähig sind.

Lemur auf einem Ast

Lemur auf einem Ast

Schließlich erreichen wir wieder die Holzhäuser und unsere Führung endet – wie war es auch anders zu erwarten – im Souvenir Laden. Wir sind insgesamt sehr begeistert und verlassen Monkeyland wieder zufrieden durch die Schleuse. Auf dem Parkplatz schauen wir kurz am Auto nach dem Rechten und stärken uns kurz. Denn unsere nächste Station ist nur wenige Meter entfernt, davon werde ich aber erst im nächsten Beitrag berichten! :-)

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Unzufriedenheit

Manchmal glaube ich, ein viel zu naiver und gutmütiger Mensch zu sein.
Dann wird aus Optimismus plötzlich Pessimismus. Und alles scheint furchtbar zu sein.

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