Tell me and I will forget. Wie wars?

Diesmal geht es zwar wieder um einen Film, den ich aber ausnahmsweise nicht im Kino gesehen habe. Es geht um “Tell me and I will forget“, eine Dokumentation über den südafrikanischen Rettungsdienst, die ich bei Snagfilms gesehen und im “Alltag im Rettungsdienst” Blog entdeckt hatte.

Diese 79 Minuten lange Dokumentation stammt aus der Feder von Justin Salerian, der Medizin studiert und zeitweise auch als Paramedic in Südafrika gearbeitet hat. Außerdem hat er hier bei diesem Film Regie geführt, unterstützt wurde er dabei von Produzent Michael Marantz. Der Film wirft mit eindrucksvollen Bildern einen Blick in den Alltag im staatlichen und privaten südafrikanischen Rettungsdienst. Vorgestellt werden verschiedene Charaktäre, in Pretoria und Johannesburg, die als Symbole für die Extreme in Südafrika genutzt werden. Nicht nur medizinische, sondern auch viele soziale und gesellschaftliche Aspekte werden im Laute der Dokumentation angeschnitten.

Der Film setzt sich zusammen aus verschiedenen Teilen, zum einen wird die Arbeit der Mitarbeiter im Rettungsdienst hautnah und mit rasanten Schnitten verfolgt, mit teilweise sehr drastischen Bildern. Zum anderen bekommt der Zuschauer zusätzliche Informationen zur Geschichte Südafrikas und des südafrikanischen Rettungsdienstes durch historische Rückblenden mit originalem Filmmaterial. Sowie außerdem auch noch durch zahlreiche Interviews einen Einblick in die Gedanken und die alltäglichen Probleme der Charaktäre. Allerdings wirkt der Film etwas einseitig und lässt positive Stimmen vermissen.

Insgesamt fügt sich die Dokumentation gut zusammen und die einzelnen Teile sind so gut kompositioniert, dass die gesamte Stimmung des Filmes nicht zu bedrückend wird. Und obwohl mit einer Handkamera aufgenommen, erzeugt der Film glücklicherweise kein “Blair Witch”-Gefühl, sondern erinnert von der Stimmung her eher an Third Watch. Die Musik unterstützt die Atmosphäre auf eine dezente, aber sehr gelungene Weise.

Für den Film spricht die gesamte Inszenierung und ein einmaliger Blick in die Schattenseiten des Landes als Pluspunkte. Insbesondere wer sich für Südafrika interessiert ist hier an der richten Adresse! Dagegen sprechen als Minuspunkte die etwas einseitige Berichterstattung und einen schwammigen Fokus. Allerdings kann man sich den Film online und vor allem kostenlos bei Snagfilms ansehen, was man deshalb auch sollte. Und sollte er verfügbar sein, würde ich ihn mir sogar auf DVD kaufen.

More

Schwule dürfen kein Blut spenden. Warum?

Neulich beim Blutspenden bin ich darüber stutzig geworden, dass Schwule alleine aufgrund ihrer sexuellen Orientierung vom Blutspenden ausgeschlossen werden. Warum machen die das und ist das nicht total diskriminierend?

Ehrlich gesagt: Mir geht es genau so. Wenn ich mir die Kriterien für den Ausschluss von der Blutspende ansehe, dann fasse ich mir reflexartig an den Kopf. Aber woher kommt dieses Ausschlusskriterium und wie wird es von den Verantwortlichen begründet?

Die Blutspende in Deutschland als solches wird geregelt durch das Transfusionsgesetz (TFG), dort wird im § 5 “Auswahl der spendenden Personen“, dass die Bundesärztekammer dazu Richtlinien erlassen soll. Diese gibt es in Form der “Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)“. Im Abschnitt 2.2.1 dieser Richtlinien werden die Kriterien zum dauerhaften Ausschluss von der Blutspende – unter anderem – wie folgt definiert:

„Personen, deren Sexualverhalten oder Lebensumstände ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten, wie HBV, HCV oder HIV bergen.” […] “- Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM) “

Damit wird jeder Mann, der im Laufe seines Lebens Sexualverkehr mit einem anderen Mann gehabt hat, für sein gesamtes Lebens von der Blutspende ausgeschlossen. Es ist hierbei übrigens völlig egal, was für eine Art von Verkehr (z.B. Oral, oder Anal) praktiziert wurde, ob es im Rahmen einer Beziehung passiert ist, oder ob Verhütung im Spiel war.

Die Verantwortlichen argumentieren damit, dass bei diesem Kriterium das risikoreiche Sexualverhalten und nicht die sexuelle Orientierung im Vordergrund stehen würden. Daher spräche die Richtlinie an dieser Stelle inzwischen nicht mehr von “homo- und bisexuellen Männern“, sondern von „Männern, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM)“. Was allerdings de facto nichts daran ändert, welche Menschen systematisch von der Blutspende ausgeschlossen werden.

Aus den epidemiologischen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) lässt sich tatsächlich ableiten, dass HIV Neuinfektionen bei MSM im Vergleich zu heterosexuellen Männern signifikant häufiger sind. Damit begründen die Verantwortlichen, dass MSM – gegenüber der Allgemeinbevölkerung – ein erhöhtes Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen haben. Deshalb werten sie den Sex zwischen Männern als Risikofaktor für die Blutspende.

Jede Blutspende muss laut § 5 (3) des Transfusionsgesetz Tests auf HIV, sowie Hepatitis B und C untersucht werden. Dazu werden verschiedene Tests mit sehr hoher Sensitivität eingesetzt, die in der Lage sind auch geringe Virusmengen festzustellen. Allerdings liefern diese Tests erst ab einer gewissen Anzahl von Viren im Blut ein zuverlässiges Ergebnis. Insbesondere bei HIV gibt es eine so genannte Fensterphase, in der die Infektion noch nicht sicher festgestellt werden kann. Diese Zeitspanne beträgt bis zu mehreren Wochen, eine Zeit in der eine HIV-positive Blutspende möglicherweise nicht entdeckt würde.

Zur Frage nach dem tatsächlichen Risiko, gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen. Alle kommen zu dem Schluss, dass die Zulassung von MSMs zur Blutspende zur Steigerung von HIV-positiven Blutspenden kommen würde. Damit würde das Risiko, sich als Empfänger einer Bluttransfusion mit HIV anzustecken, zunehmen. Wahrscheinlich wäre es keine große Steigerung, aber vorhanden wäre sie. Über das genaue Ausmaß streiten sich die Beteiligten noch, für die Verantwortlichen steht jedoch fest: Kein unnötiges Risiko eingehen, weswegen MSMs auch weiterhin kein Blut spenden dürfen.

Ob man dies nun als diskriminierend wertet, oder eben nicht, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Zumindest aber sollten die Art des Sexualverkehrs, sowie der Beziehungsstatus und die An- oder Abwesenheit von Verhütung eine Rolle für diesen Ausschuss spielen. Dann würde es vielen Menschen bestimmt leichter fallen, nicht gleich an Diskriminierung zu denken.

More

Safari im Wildlife Reserve – Garden Route

Auf dem Weg in die Wildnis

Der Tag in Plettenberg Bay verlief mehr oder weniger unspektakulär, wir haben uns erstmal die Stadt angeschaut. Viel aufregendes war dabei nicht zu entdecken, es ist halt ein kleines Städtchen am Hügel über dem Wasser. Zwar nicht besonders schön, aber immerhin kann man von fast überall aus das Meer sehen! In einem Supermarkt haben wir uns mit dem Nötigsten eingedeckt und verbringen dann im schönen Garten des Hostels den Nachmittag mit ausruhen. Denn zum Abend hin gehen wir auf eine Safari.

Die Fahrt im Jeep ins Gelände

Die Fahrt im Jeep ins Gelände

Eine ganze Weile lang fahren wir über immer schmaler werdende Straßen, bis wir auf einem Feldweg enden. Zwar haben wir unterwegs etwas gezweifelt an der Geländegängigkeit unseres Autos, aber schlussendlich erreichen wir die Lodge des Plettenberg Game Reserves. Insbesondere ein Schild das uns vor Nashörnern auf dem Weg warnte, machte uns etwas skeptisch! Aber beim Aussteigen begrüßen uns dann erstmal ein paar neben dem Parkplatz grasende Zebras. Unser besonderes Glück: Wir zwei waren alleine mit einem Ranger unterwegs, hatten also quasi eine private Tour.

Der Erste Kontakt

Während der Ranger mit seinem Jeep – der sicherlich schon bessere Tage gesehen hatte – uns uns in das Gelände hinaus fuhr, fütterte er uns mit ein paar Fakten über das Gelände: mehr als 2200 Hektar Fläche, mehr als 35 Tierarten, die alle so frei und natürlich wie möglich leben sollen. Und noch während er uns davon erzählt, welche Tierarten einem hier so begegnen können, sehen wir – nach etlichen Zebras – das erste Nashorn. Mit dem Jeep fahren wir bis auf wenige Meter heran, schauen und hören dem Breitmaulnashorn beim friedlichen grasen zu. Und der Ranger erklärt uns nebenbei vieles rund um Nashörner.

Das grasende Breitmaulnashorn

Das grasende Breitmaulnashorn

Die Erklärungen des Rangers schaffen in uns einen gewissen Respekt vor diesem Tier, auch wenn es beim grasen nicht sehr bedrohlich wirkt. Das Horn wurde hier im Park abgetrennt um zu verhindern, dass dieses Tier innerhalb des Parks von Wilderern getötet wird – was schon vorgekommen ist. Die Fahrt geht weiter – vorbei an noch mehr Zebras – hin zu einem extra abgezäunten Bereich. Es sieht fast aus wie in Jurassic Parc, nur in der südafrikanischen Variante, die Tore hier werden vom Ranger von Hand bewegt. Hier wohnen allerdings keine Dinosaurier, sondern zwei Löwen. Immerhin. 😉

Der Löwe sonnt sich

Der Löwe sonnt sich

Im Gegensatz zu grade eben, ist der Ranger diesmal etwas angespannter. Er lässt auch deutlich mehr Abstand zu den beiden Löwen, die sich grade zu sonnen scheinen. Nachdem er sich mit einem Feuerlöscher bewaffnet hat – macht viel Krach und Nebel, tötet aber nicht – erklärt er uns einiges zu den Löwen. Wir sind total fasziniert von diesen Tieren, die trotz allem immer noch an Hauskatzen erinnern. Spüren aber auch die Gefahr: Spitze Zähne, scharfe Krallen und dann noch die Augen die uns sorgfältig gemustert hatten… Puh! Alleine für diese knapp 15 Minuten lange Begegnung hatte sich die Safari schon gelohnt.

Irgendwann musste ich eins fotografieren...

Irgendwann musste ich eins fotografieren...

Rückwärts fahren wir wieder zurück in das normale Gelände, die Löwen lassen wir zurück. Denn das Gelände ist nicht groß genug um die Löwen aus dem Bestand der restlichen Tiere zu ernähren, erklärt uns der Ranger auf dem weiteren Weg. Es ist ein wahnsinnig weitläufiges und beeindruckendes Gelände, man kommt sich als Gast vor, als wäre man wirklich mitten innerhalb der Wildnis. In mir kommt ein Afrikagefühl auf, wie aus dem Bilderbuch, oder aus Filmen wie Hatari!. Einfach nur schön… :-)

Irgendwelche Antilopen

Irgendwelche Antilopen

Neben den großen, jedem bekannten, Wildtieren gibt es hier auf dem Gelände noch eine Vielzahl von Antilopen. Es war schwer sich die vielen einzelnen Namen zu merken, noch dazu auf Englisch, aber unser Ranger erklärte uns immer wieder verschiedene interessante Details zu den Tieren. Da wir uns auf der letzten Tour des Tages befanden, und es sich langsam etwas abkühlte, waren die Tiere einigermaßen aktiv und es gab viel zu sehen. Auch wenn es schwer fällt, die Eindrücke abzulichten, denn die Tiere bewegen sich dafür zu viel und zu unberechenbar. Obwohl wir oft bis auf wenige Meter rankommen.

Gefährliche Schönheit

Eine unserer Beobachtungen, noch während dieser Tour, ist, dass einem die Gefahren der Wildnis meistens nicht auffallen. Wahrscheinlich eine völlig triviale Erkenntnis, die einem als europäischem Stadtmenschen aber nicht unbedingt bewusst ist. Markantes Beispiel dafür ist ein friedlich aussehendes Wasserloch, der Ranger stoppt den Jeep hier und wir sehen zunächst nur ein einzelnes Krokodil auf dem Gras liegen. Dann zeigt uns der Ranger weitere Krokodile, die hier überall rund um das Wasserloch und kaum sichtbar rumliegen. Allerdings sehen sie zwar gefährlich, aber nicht sonderlich aufmerksam aus.

Das Krokodil auf dem Weg ins Wasser

Das Krokodil auf dem Weg ins Wasser

Der Ranger wirft nun ein Stück Fleisch in die Nähe des Krokodils, doch es passiert erstmal nichts. Dann ganz plötzlich und ohne Vorwarnung schnappt sich das Krokodil erst das Fleisch, läuft dann zum Wasserloch und taucht unter. Einmal noch taucht es auf, wirft das Stück Fleisch in die Höhe und zerkaut es dann im Wasser weiter. Man kann sich mit Leichtigkeit ausmalen, was wohl passiert wenn ein Mensch durch das Schilf an einem Wasserloch streift und rein zufällig in die Nähe eines Krokodils gerät. Mit diesem Eindruck geht es nun weiter, durch einen kleinen Wald auf eine Anhöhe.

Afrikanische Büffel beim fressen

Afrikanische Büffel beim fressen

Oben auf dieser Anhöhe futtert eine Gruppe afrikanischer Büffel genüsslich das Gras. Ein wenig erinnern sie uns an einfache Kühe, wäre da nur nicht dieses riesige Horn. Dieses Horn, so erklärt uns der Ranger, kann nicht von einer Gewehrkugel durchschlagen werden. Und es wäre ein leichtes für einen einzelnen Büffel unseren Jeep aufzuschlitzen und umzuwerfen. Zum Glück bleibt uns das erspart, obwohl es mir auch hier wieder – Bambi-Syndrom sei dank – schwer fällt die Schönheit der Natur mit den mehr oder weniger verborgenen Gefahren unter einen Hut zu bringen.

Eine Giraffe guckt uns an

Eine Giraffe guckt uns an

Nach den Büffeln fahren wir einige Zeit scheinbar ziellos durch die Gegend und der Ranger bespricht sich über Funk mit seinen Kollegen. Er sucht ein bestimmtes Tier, eine Giraffe. Nun sollte man meinen, diese könnte sich dank ihrer Größe eher schlecht verstecken, aber es dauert sehr lange bis wir endlich eine gefunden haben. Wirklich beeindruckende Tiere, einfach nur Groß, die erstaunlich laut fressen. Wir hatten uns grade satt gesehen und wollen die Giraffe in Ruhe weiterfressen lassen, da läuft sie los. Und weil sie so groß ist, wirkt es fast wie in einer Zeitlupe. Atemberaubend… das hat mich echt fasziniert.

Der Rückweg zur Lodge

Nun befinden wir uns in einem großen Bogen auf dem Rückweg zur Lodge, wo unsere Safari begonnen hatte. Unterwegs begegnen wir noch einer Nashornmutter mit ihrem Kind, einer Herde Gnus, schon wieder ein paar Zebras. Schließlich erreichen wir einen kleinen Fluss, oder ein sehr langes Wasserloch, wie auch immer. Wir erfreuen uns grade wieder einmal an dem malerischen Anblick, da erklärt uns der Ranger das wir nun das gefährlichste Tier Afrikas vor uns haben. Nur ist keins zu sehen, bis uns der Ranger auf das Wasser hinweist. Dort kann man tatsächlich Teile des Kopfes von Flusspferden sehen.

Malerisches Flussbett

Malerisches Flussbett

Wieder einmal reingefallen! Außer den Ohren und ein paar Augen ist von den Flusspferden nicht viel zu sehen, dafür erzählt uns der Ranger umso mehr über das Leben und die Gefahren der Flusspferde. Wahrscheinlich würde man als ahnungsloser Mitteleuropäer kaum einen Tag auf sich alleine gestellt in der afrikanischen Wildniss überleben. Mit dieser Erkenntnis setzen wir unsere Fahrt vor, als plötzlich drei weitere Nashörner vor uns auf der Straße laufen. Sie bleiben nicht stehen, unser fahrender Jeep scheint sie anzutreiben.

Nun fahren wir durch das weitläufige Gelände zurück, während die Sonne langsam untergeht. Ein Anblick, der sich kaum beschreiben lässt und die Bilder geben leider auch nur den Hauch einer Idee… Und dann nach zwei oder drei Stunden, erreichen wir wieder die Lodge und verlassen den Jeep. Die gesamte Rückfahrt über sind wir zutiefst beeindruckt von den Eindrücken von der Safari. Die diversen Tiere, die man nur aus dem Fernsehn oder dem Zoo kannte, hatte man nun aus nächster Nähe sehen können.

Grade so vor dem Sonnenuntergang sind wir zurück in Plettenberg Bay, was nun – wie alle südafrikanischen Städte bei Nacht – im wesentlichen verlassen aussieht. Auf einen Tipp des Besitzers des Hostels hin kaufen wir uns noch eine wirklich leckere Pizza in der Nähe der Minitaxi-Stände. Zurück im Hostel haben wir noch kurz mit anderen Gästen gequatscht und sind dann todmüde ins Bett gefallen und eingeschlafen. Denn schon morgen wird es für uns weitergehen, auf der Garten Route!

More

Der Wiederanfang

Also. Wie soll ich sagen… Eh…

Mir kam da was dazwischen, dieses komische Praktische Jahr als Teil meines Studiums hat doch mehr Tribut gefordert als ich gedacht habe. Aber obwohl ich immer noch im Praktischen Jahr bin, habe ich mich dazu entschlossen das Bloggen wieder etwas aufleben zu lassen. Denn irgendwie fehlt es mir auf die Dauer etwas zu sehr, meine Gedanken nicht zu verschriftlichen… Was bedeutet, dass es hier im Blog bald weitergehen wird.

Und wie folgt: Am Sonntag erscheint der “nächsten” Teil des Seriellen von der Garden Route. Und ab dann wird es wieder wie geplant regelmäßig mit Posts der bekannten Kategorien weitergehen… Außerdem wird in absehbarer Zeit eine weitere Kategorie hinzukommen, über die ich aber jetzt noch nicht zu viel verraten will… 😉

More

Wir brauchen Open Access. Jetzt!

Also ich bin ja der Auffassung erlegen, dass es eine natürliche Begeisterung von Menschen für freie Sachen gibt: freie Software, Freibier und natürlich freies Wissen. Ich bin mir sicher, dass sich nicht zuletzt deshalb viele tausende Interessierte an Projekten wie der Wikipedia aktiv beteiligen – und viele Millionen zumindest passive Leser sind. Leider ist nicht das ganze Wissen der Menschheit frei, eher im Gegenteil: In der Regel ist es kaum möglich wissenschaftliche Arbeiten frei zu erhalten, da sie nur in Fachzeitschriften veröffentlicht werden, die ziemlich rigide mit den Verwertungsrechten umgehen.

Abhilfe schaffen will die eine Bewegung, die sich Open Access auf die Fahnen geschrieben hat. Die zentrale Forderung ist dabei der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur für Jedermann, am besten unter freien Lizenzen. Es klingt nach einer legitimen Forderung, doch leider ist der öffentliche Druck auf den wissenschaftlichen Betrieb und die großen Magazine immer noch viel zu gering – das muss sich ändern! Hier folgt nun ein kleines Beispiel, warum sich das meiner Meinung nach dringend ändern muss:

Schon mal vom Chordom gehört? Wahrscheinlich nicht, aber das ist auch kein Problem. Es handelt sich dabei um einen vergleichsweise seltenen Knochentumor, der die Wirbelsäule betrifft. Auf eine Millionen Menschen gesehen erkrankt pro Jahr grade einmal ein Einziger an dieser zwar bösartigen, aber langsam fortschreitenden Erkrankung. Therapieren kann man den Tumor zwar mittels Operationen und Bestrahlungen, aber aufgrund seiner Lage ist dies sehr risikoreich und mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet. Chemotherapien befinden sich derzeit erst in der Erprobung, insgesamt liegt das durchschnittliche Überleben der der Patienten heute bei “nur” 7 Jahren.

Im Jahr 2006 wurde bei Josh Sommer, einem 23 jährigen Studenten, das eben angerissene Chordom diagnostiziert. Als er kurz nach der Diagnose damit begann, sich mit seiner Krankheit auseinanderzusetzen, stellte er schnell fest das ihm das alleine kaum gelingen würde. Tatsächlich hatte selbst das Krankenhaus indem die Diagnose gestellt wurde, keinen ausreichenden Zugang zu angemessener Literatur bezüglich dieses Tumors. Aber im Gegensatz zu wohl den meisten anderen Menschen hat sich Josh davon nur kurzzeitig entmutigen lassen und dann die “Chordoma Foundation” gegründet.

Diese hat sich zur Aufgabe gemacht, das Krankheitsbild besser zu erforschen und vor allem die gewonnenen Erkenntnisse der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter anderem zu diesem Zweck hat die Chordoma Foundation bereits mehrere Workshops veranstaltet, um die an diesem Thema arbeitenden Wissenschaftler zusammenzubringen. Doch nicht nur das, sie fördert auch aktiv die freie Weitergabe der gewonnen Erkenntnisse an Patienten, Angehörige und Interessierte. Denn grade im Umgang mit Krankheit – und erst recht mit Krebs – ist Wissen für alle Beteiligten unglaublich wichtig.

Eigentlich ein positives Beispiel, nur hat leider bei weitem nicht jede Krankheit so engagierte Fürsprecher, geschweige denn gemeinnützige Organisationen die sich der Erforschung und dem freien Wissen über die Erkrankung verschrieben haben. So sind in der Regel nur wenige und häufig durch Marketing gefärbte Informationen von Firmen frei im Internet verfügbar, genaue wissenschaftliche Informationen dagegen nur selten. Und das muss sich meiner Meinung nach dringend ändern. Denn das Wissen über Krankheiten ist so ein wichtiges Gut für die Menschheit, das es für Jedermann frei verfügbar sein muss!

More

Super 8. Wie wars?

Wieder einmal war ich in der Sneak Preview, diese Woche erfreute uns das Kino zu meiner großen Freude mit “Super 8“. Endlich mal ein Film, den ich schon seit dem ersten Teaser-Trailer unbedingt im Kino sehen wollte. Wenn auch mit einer kurzen Phase der Skepsis nach dem ersten richtigen Trailer, aber nur einer kurzen…

Das Gespann J. J. Abrams und Steven Spielberg lässt bereits einiges über diesen Science-Fiction-Film erahnen, dessen 112 Minuten Laufzeit für nur $ 50 Mio gefüllt wurden. Der Film spielt 1979 und eine Gruppe von Teenagern dreht in einer fiktiven Kleinstadt einen Super-8 Film für einen Wettbewerb. Mit dabei sind auch Joe (Joel Courtney) und Alice (Elle Fanning), die  zunächst Zeugen eines seltsamen Zugunglücks werden und dann viele unerklärlichen Ereignisse in ihrer Kleinstadt bemerken. Anscheinend ist irgendein Wesen, das in diesem Zug war, beim Unglücks entkommen. Während sich die Airforce um Vertuschung bemüht, drehen sie ihren Film weiter und versuchen das Geheimnis zu lüften.

Ich muss zugeben, die Story wirkt nicht außergewöhnlich und tatsächlich ist sie es auch nicht. Aber immerhin sie ist unterhaltsam und mitreißend genug um beim Zuschauen keine Langeweile aufkommen zu lassen – auch wenn man sich immer gut denken kann was wohl als nächstes passieren wird. Allerdings hätte man gut einige der Nebenhandlungen weglassen können, da vieles leider nur angerissen wurde, oder Ereignisse ohne jede Konsequenz blieben. Aber auch wenn sich die Story etwas in Kleinigkeiten verheddert, wurden grade die filmenden Teenager gut und glaubwürdig in Szene gesetzt..

Der Film war ein ambitioniertes Projekt, das im großen und ganzen seine Ziele erreicht: Ich habe mich eigentlich die ganze Zeit über in die 70er Jahre zurückversetzt gefühlt, was sicher vor allem am überzeugenden Look der Sets und der guten Ausstattung gelegen hat. Insgesamt gut waren auch die visuellen Effekte, allerdings manchmal auch leider etwas übertrieben. Und obwohl ich zunächst daran gezweifelt habe, muss ich eingestehen, dass mir die jungen Schauspieler sehr gut gefallen haben, grade auch weil sie die Story erstaunlich gut tragen konnten.

Ein großes Manko muss ich allerdings ansprechen: Klar könnte man erahnen, dass sich der Film möglicherweise an die Science-Fiction Klassiker von Spielberg anlehnen würde. Und wenn man eine derartige Story erwarten würde, dann gefällt einem das Ende vielleicht. Aber ich persönlich hatte andere Erwartungen an den Film und dieses Ende nur schwer nachvollziehen können, es war einfach zu viel und zu… Es hat aus meiner Sicht einfach nicht gepasst und einiges vom gesamten Vergnügen des Filmes genommen.

Für den Film sprechen als Pluspunkte der großartige Look, die wunderbar spielenden Teenager und natürlich: der authentische Dreh eines Films im Film, sowie ganz besonders dessen Vorführung während des Abspanns. Dagegen stehen die Minuspunkte der viel zu kleinteiligen Story mit einem vermurksten Ende und das Wesen selbst, auch wenn es lange Zeit sehr gut nur angedeutet wurde – zum Glück! Wahrscheinlich wirkt der Film nur im Kino wirklich richtig gut, deswegen sollte man ihn auch dort gesehen haben. Wohl eher entbehrlich dürfte allerdings die DVD zum Film sein.

More

Arzt werden. Warum?

“Erst ein langes trockenes Studium mit viel Auswendiglernen, dann wahnsinnige Arbeitszeiten, viel Verantwortung und das ganze Leid, das Blut und der Eiter. Warum wird man eigentlich Arzt?”

Jeder Mensch, der sich für diesen Beruf entscheidet hat seine eigenen Motive, daher kann ich speziell in dieser Frage eigentlich nur für mich selbst sprechen. Uneigentlich könnte ich hier natürlich auch das wiedergeben, was ich in verschiedenen Gesprächen mit Kommilitonen und (zukünftigen) Kollegen erfahren habe. Allerdings fällt es mir schwer, die Gedanken ordentlich zu sortieren, daher lasse ich das lieber und versuche stattdessen ein paar meiner eigenen Motive darzulegen.

Ob ich bereits als Kind den Wunsch hatte, Arzt zu werden, vermag ich heute nicht mehr so genau zu sagen. Immerhin hatte ich als Heranwachsender ein großes Interesse an Arztserien im Fernsehen und habe Serien wie “Emergency Room”, oder “Chicago Hope” verschlugen. Aber nicht nur das, tatsächlich habe ich den Inhalten in Bibliotheken hinterher recherchiert und versucht Fakt und Fiktion für mich herauszuarbeiten. Einige Charaktere der Serien waren Vorbilder für mich, vor allem weil sie einen Job hatten der in meinen Augen höchste Anerkennung verdient hat.

Tatsächlich aber dachte ich – nachdem ich das erste Mal mit Computern konfrontiert war -für eine lange Zeit: Irgendwas mit Computern will ich machen. Und es brauchte erst ein Praktikum um mich auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Denn ich bemerkte, dass es dieses ewig vor dem Computer hocken und Bits schubsen einfach nicht war. Warum? Im Wesentlichen fehlte mir die soziale Interaktion mit anderen Menschen und außerdem erschien mir die alltägliche Arbeit einfach viel zu abstrakt und eintönig. Klar macht mir das arbeiten am Computer auch heute noch Spaß, aber als Beruf kommt es nicht in Frage.

Stethoskop und Blutdruckmessgerät

Ich war zunächst etwas ratlos, entschied mich dann aber doch dafür es in der Medizin zu wagen. Es war gewissermaßen ein Sprung ins kalte Wasser, aber letztendlich genau der richtige. Schnell bemerkte ich, wie ungemein befriedigend die Arbeit mit Menschen ist. Insbesondere dann, wenn man einen kranken Menschen im Prozess der Heilung begleitet und seinen Teil zu diesem Prozess beitragen kann. Man muss halt einfach nicht lange nachdenken, um die Sinnhaftigkeit in diesem Beruf klar erkennen zu können.

Aber natürlich bringt Krankheit immer auch Leid mit sich, auch das gehört dazu. Genau so, wie einen Menschen nicht heilen zu können. Trotzdem befindet man sich in der glücklichen Position auch in solchen Situationen etwas bewegen zu können und sei es auch nur, indem man sich den Schmerzen und Ängsten des Patienten annimmt. Man ist eigentlich auch nur eine Art Dienstleister und begleitet andere Menschen, als Spezialist mit seinem Fachwissen, in ihrer Auseinandersetzung mit einem krankhaften Prozess. Und das alles in einer sehr konkreten und gut greifbaren Form, zumindest meistens.

Außerdem ist kaum ein Arbeitstag wie der andere, obwohl es natürlich immer auch eine gewisse Routine gibt. Aber meiner Erfahrung nach bezieht sich diese eher auf das Handwerk und weniger auf die Patienten und Kollegen und die entstehenden Situationen. Vor allem auch deshalb, weil man in diesem Beruf eine vergleichsweise intime Beziehung zu anderen wildfremden Menschen aufbaut. Und jeder Mensch ist anders, reagiert anders und verlangt das man sich mit ihm auf angemessene Art und Weise auseinandersetzt. Ganz besonders bei schwierigen Persönlichkeiten ist das oft eine besondere Herausforderung.

Nicht jeder Tag ist eine Erfüllung, aber so einen Beruf zu finden erscheint mir ehrlich gesagt eher unrealistisch. Und für solche Tage genügt es dann auch völlig, mit wehendem Kittel und coolem Blick über die Stationen im Krankenhaus hetzen zu können. Immerhin.

More

Knysna Elephant Park – Garden Route

Die Elefanten kommen

Nach dem anstrengenden gestrigen Tag – am Abend gab es am Hostel noch einen Braai, entsprechend spät ging es erst ins Bett – gehen wir es heute langsam an. Erstmal gemütlich etwas vom Buffet frühstücken, dabei entspannt auf der Terrasse sitzen und den anderen Gästen beim packen zusehen. Denn unser Plan für den Tag steht bereits: Wir fahren weiter von Knysna nach Plettenberg Bay und werden auf dem Weg halt machen im Knysna Elephant Park. Schnell packen wir unsere Sachen, bedanken uns kurz bei der freundlichen Besitzerin des Hostels und fahren dann langsam los.

Fahrt zu den Elefanten

Die Fahrt zu den Elefanten

Nach knapp 20 Minuten Autofahrt auf der N2 durch Waldgebiete und vereinzelte Siedlungen biegen wir ab, auf eine sehr sandige Schotterpiste. Es dauert nicht lange und wir kommen an einem Parkplatz an, der von einigen großen Hallen, kleineren Gebäuden und vielen Bäumen flankiert wird. Im Besucherzentrum kaufen wir uns Eintrittskarten, betrachten dann – während einer kurzen Wartezeit auf die nächste Tour – die ausgestellten Exponate: Knochen, Fotos & Modelle. Dann geht es los, erst sehen wir einen Film zur Einführung, steigen dann in offene Wagen mit Sitzbänken, die und fahren von einem Traktor gezogen raus in das Freigelände.

Die Elefanten kommen

Die Elefanten kommen

Es dauert eine Weile, bis wir die ersten Elefanten zu Gesicht bekommen. Denn sie können sich in dem 60 Hektar großen Gelände frei bewegen. Ein wenig irritiert beobachten wir, dass sich die Elefanten freiwillig hinter einem der im Gelände aufstellten Metallgeländer versammelten. Denn man konnte man klar sehen, dass sie von keinem der Guides dorthin getrieben wurden. Dort angekommen stiegen wir aus, erhielten noch ein paar Sicherheitshinweise und durften uns dann – fast wie die Elefanten – mit etwas Abstand entlang des Geländers aufstellen. Denn nun sollten wir die Elefanten füttern.

Elefanten füttern

Und so füttert man Elefanten

Eigens für diese Fütterung hatten wir kleine weiße Plastikeimer dabei, gefüllt verschiedenem in großzügige Stücke zerteilten Grünzeug. Davon nimmt man nun z.B. ein Stück Kürbis in die Hand, der Elefant sieht das und hält einem den Rüssel hin – der dabei eine elegante Drehung um die eigene Achse vollzieht – und legt ihm das Stück in die Öffnung des Rüssels. Aber natürlich hat so ein Rüssel zwei Löcher, deswegen besteht der Elefant auch mit Nachdruck darauf, noch ein zweites Stück zu erhalten. Sobald der Elefant zufriedengestellt ist, führt er den Rüssel zum Mund und verspeist das Grünzeug. Lecker!

Wanderung zum Wasserloch

Irgendwann sind alle Plastikeimer leer, die Elefanten bemerken das relativ schnell und wenden sich daher gelangweilt von uns ab. Und nicht nur das, sie bewegen sich sogar weg von uns und zurück zu einem kleinen Wasserloch. Unsere Tour ist noch nicht vorbei, die Guides teilen uns in kleinere Gruppen auf und anschließend laufen wir den Elefanten zum Wasserloch hinterher. Auf dem Weg dorthin erklärt unser Guide, die Elefanten wären nicht im Park dressiert worden, sondern hätten selbst gelernt die Gäste des Parks als ihre Futterquelle zu nutzen. Darum kamen sie freiwillig zum Metallgeländer.

Elefanten am Wasserloch

Die Elefanten vergnügen sich am Wasserloch

Am Wasserloch angekommen, dürfen wir hautnah dabei zusehen, wie sich die Elefanten entweder mit Schlamm bespritzen, oder sich gerne auch darin wälzen. Es ist einfach nur schön, diesen riesigen Tiere dabei zuzusehen. Um schöne Fotos machen zu können, dürfen wir zu zweit auch noch näher an die Elefanten herangehen – bis auf zwei oder drei Meter. Nebenbei erklärt unser Guide ein paar Dinge zur Geschichte und zum Konzept des Parks: Hier werden Elefanten die anderswo nicht mehr gehalten werden können, z.B. aus dem Krüger-Nationalpark aufgenommen und dürfen hier den Rest ihres Lebens verbringen.

Elefanten am Wasserloch

Die Elefanten vergnügen sich am Wasserloch

Insgesamt leben hier aktuell 12 Elefanten, die meisten davon Waisenkinder, von denen derzeit neun als eine Herde gemeinsam frei auf dem Gelände herumlaufen können. Nur die drei ausgewachsenen Bullen müssen einzeln gehalten werden. Der Guide erzählt uns dann ein paar Fakten über die einzelnen Elefanten, z.B. das die Leitkuh der Herde 22 Jahre alt ist und die beiden Jüngsten erst 3 Jahre. Während er uns dies erzählt, dürfen wir dabei zusehen wie die beiden “Babys” miteinander spielen. Voreinander stehend reiben sie die Köpfe und Rüssel aneinander. Wirklich süß, dieser Anblick!

Spielende Jungelefanten

Die Jungelefanten spielen miteinander

Überhaupt ist es faszinierend in der Nähe dieser Tiere zu sein. Sie wirken so groß und stark, aber gleichzeitig auch verletzlich. Außerdem hinterlassen die Elefanten einen sehr intelligenten Eindruck, nicht nur bei dem Versuch den Besuchen Futter zu entlocken. Es ist schwer in Worte zu fassen, wahrscheinlich muss man es erlebt haben. Jedenfalls erscheinen mir in diesem Moment Zoos total überflüssig, da sie die Tiere viel mehr einschränken – wenngleich ich auch Probleme damit habe den Elefanten hier in diesem Park so nahe zu kommen, vielleicht auch grade weil die Tiere total zahm sind.

Auf Tuchfühlung gehen

Und schließlich, quasi als Krönung dieser Tour, bekommen wir die Gelegenheit die Elefanten zu streicheln. Wobei es eher so ist, dass die “Babys” fressend durch das Gras laufen und sich nicht durch uns Menschen stören lassen. Sie stehen ganz ruhig da, rupfen mit ihrem Rüssel Gras aus dem Boden, stecken es sich ins Maul und kauen – wir stehen ein wenig ehrfürchtig vor dem Elefanten und versuchen ihn ganz vorsichtig am Kopf zu streicheln. Von außen betrachtet muss das ziemlich dämlich aussehen, aber in der Situation selbst siegt der Egoismus und das Interesse an den Tieren.

Elefanten streicheln

Ich streichle die Stirn eines Elefanten

So ein Elefant fühlt sich übrigens meiner Meinung nach ein wenig so an wie Moos. Jedenfalls haben sie viele weiche bis borstige Haare, die teilweise noch leicht feucht sind vom Schlamm aus dem Wasserloch. Während wir direkt neben den Tieren stehen erklärt uns der Guide etwas über die Unterschiede der verschiedenen Elefantenarten. Plötzlich spüre ich wie sich etwas nasskaltes an meine Schulter drückt, ich drehe mich erschreckt um und stelle fest: Der andere kleine Elefant hat mich grade angerempelt. Aber außer einem großen Schlammfleck an meinem T-Shirt ist zum Glück nichts weiter passiert.

Ankommen in Plett

Leider findet die Tour bald ihr Ende, da die nächste Gruppe Besucher im Anmarsch ist. Deutlich bevor wir den Traktor gehört haben, hatten die Elefanten ihn schon bemerkt und liefen wieder zurück in Richtung Metallgeländer. Damit bleibt uns leider wenig anderes übrig, als zurück zum Besucherzentrum zu fahren. Dort werden wir standesgemäß am Restaurant abgesetzt, direkt vor dessen Eingang stehen ein paar Waschbecken – echt praktisch! Nachdem wir uns den Weg durch den Geschenkeladen gekämpft hatten, steigen wir wieder in unser Auto und fahren weiter, in Richtung Plettenberg Bay.

Palmen im Hostel

Blick aus dem Dorm auf die Palmen am Hostel

Es ist etwas schwierig unser Hostel zu finden, aber es gelingt uns besser als erwartet. Das “AmaKaya BackPackers” liegt ziemlich nahe am Zentrum und direkt am Minibus-Stand, weswegen in der Nähe einiges los ist. Das merkt man zum einen am Umgebungslärm und zum anderen daran, dass dieses Hostel von einer hohe Mauer mit Elektrozaun umgeben ist und man einen Code bekommt um das automatische Tor selbstständig öffnen zu können. Für den Abend haben wir bereits einen Plan, nachdem wir einmal in die Stadt geschaut haben, wollen wir noch eine Safari unternehmen. Dazu dann im nächsten Beitrag mehr.

More

Nicht fürs Leben, sondern für die Klausuren lernen wir. Wirklich!

Das Ende des Sommersemesters rückt schnell näher und damit auch der ungemütlichste Teil eines Studiums: Die Klausuren. Aus Sicht der Universitäten sind sie nötig, um uns Studenten neben der regelmäßigen physikalischen Teilhabe die erfolgreiche Teilnahme von Lehrveranstaltungen attestieren zu können. Oh und natürlich um den Studenten Etiketten in Form von Noten verpassen zu können – wenngleich auch die Bedeutung von Prüfungsergebnissen von Studiengang zu Studiengang stark schwankt.

Ich als Medizinstudent habe insofern Glück, als das grundsätzlich die Regel “Vier gewinnt” bei allen Prüfungen gilt. Kurz zur Erklärung, für die Nicht-Studenten: “Vier ist bestanden, Bestanden ist gut, und Gut ist fast Eins“. Viele Studenten sind natürlich trotzdem von gewissem Ehrgeiz getrieben, oder glauben daran, dass die Klausuren irgendeine Art von Effekt für irgendetwas außerhalb des jeweiligen Studiums haben würden. Meiner Meinung nach ein fataler Irrglaube.

Es gibt viele Varianten, wie Professoren und Dozenten ihre Klausuren gestalten können. Unterscheiden kann man dabei aber prinzipiell zwei Typen: Erstens Klausuren bei denen  zu bestimmtem Material (Quellen, Fällen, Rechenaufgaben) in freier Arbeit eine Lösung geschrieben werden muss. Und zweitens Klausuren die sowohl Fragen, als auch Antwortmöglichkeiten vorgeben und richtige, oder falsche Antworten markiert werden müssen. Wobei es je nach Studiengang immer eine gewisse Vorselektion gibt.

Grade im Medizinstudium werden fast ausschließlich Klausuren des zweiten Typs geschrieben: Kreuze jeweils die richtigen, oder falschen Antworten an. Fertig. Und genau hier schaffen sich die Klausuren ihr eigenes Universum. Es ist einfach nicht möglich in einer vertretbaren Anzahl von Fragen (ca. 20 bis 30) zu prüfen, ob jemand den zu prüfenden Themenkomplex durchdrungen und verstanden hat. Daher zielen viele Fragen auf sehr spezielle Sachverhalte ab, die sich in den Lehrbüchern allenfalls in Fußnoten finden lassen.

Weil Studenten in der Masse nicht doof sind und gerne die Klausuren gut überhaupt bestehen wollen, gibt es in der Regel einen Schwarzmarkt mit Altklausuren. Dort haben frühere Semester ihre Klausuren gesammelt, mit Antworten versehen und führ ihre Nachfolger bereitgestellt. Das ist wichtig, denn oftmals sind die thematischen Schwerpunkte der Klausuren nicht aus der Lehre ersichtlich und ohne Vorbereitung in die Klausur zu gehen würde einen wirklich erheblichen Lernaufwand bedeuten.

Klar muss man immer für Klausuren lernen, aber leider schreibt man am Semesterende typischerweise eine ganze Reihe von Klausuren zu unterschiedlichsten Themen. Da muss man eine ökonomische Lösung finden, sodass die Mehrzahl der Medizinstudenten den “einfachen” (und klischeehaften) Weg wählt und einfach die Altklausuren mit ihren Lösungen auswendig lernt. Oder zumindest sein Lernen auf die aus den Altklausuren bekannten Schwerpunkte verlagert.

Mit dieser Technik lässt sich – zumindest im Medizinstudium – fast alles bestehen. Aber fürs Leben gelernt hat man nichts, denn gelernt hat man nur irgendwelches spezielles Wissen, oder einzelne Fragen und ihre Antworten – verstanden leider wenig bis gar nichts. Sodass man in der Regel bereits wenige Tage nach der Klausur praktisch an nichts mehr vom gelernten erinnern kann. Meiner Meinung nach sind die Klausuren – so wie sie derzeit zumindest im Medizinstudium praktiziert werden – total unsinnig und bedeuten, außer einer gigantischen Vernichtung von Lebenszeit, nichts als Selbstbetrug.

More

Brautalarm. Wie wars?

Endlich wieder Sneak Preview, diesmal gab es “Brautalarm” zu sehen. Ein Film dessen Trailer auf mich wie eine weitere uninspirierte 0815-Hochzeitskomödie gewirkt hat. Daher hätte ich ihn mir – außerhalb der Sneak Preview – wohl niemals angesehen, was echt schade gewesen wäre!

Die Eckdaten: Unter der Regie von Paul Feig entstand für $ 32,5 Mio ein Film, der seine 125 Minuten Laufzeit – wie im Trailer angekündigt – mit der Trauzeugenschaft von Annie (Kristen Wiig) für ihre beste Freundin Lillian (Maya Rudolph) füllt. Die Hochzeit ist Nebensache, denn eigentlich geht es nur um Annie: Gescheitert mit ihrer Bäckerei, wohnt sie unzufrieden in einer WG, will aber trotz eines Angebotes nicht bei ihrer Mutter (Jill Clayburgh) einziehen. Als Brautjungfer sieht sich Annie mit Helen (Rose Byrne), die ihren Platz als beste Freundin streitig macht, und drei weiteren Brautjungfern (Wendi McLendon-CoveyEllie KemperMelissa McCarthy) konfrontiert. Außerdem flirtet sie mit aus Liebeskummer Nathan (Chris O’Dowd), einem Polizisten.

Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, erwartete ich keinerlei Überraschungen in diesem Film. Zumindest was den Plot angeht, sollte ich recht behalten. Aber: Eine vorhersehbare Geschichte verblasst gegen wirklich gute Unterhaltung. Die Charaktere sind glaubhaft inszeniert und durchleben eine meistens sehr lustige Geschichte voller Höhen, Tiefen und noch tieferen Tiefen. Und der Zuschauer fühlt, lacht und leidet wirklich mit den Schauspielern gemeinsam, die nebenbei gesagt größtenteils echt gute Arbeit abliefern.

Die Gags funktionieren – obwohl häufig weit unter der Gürtellinie – praktisch immer, obwohl der Fremdschämfaktor teilweise sehr hoch ist. Auf eine magische Art habe ich mich einige Male an große Meisterwerke von früher erinnert, wenn ZuckerAbrahams und Zucker einzelne Szenen immer weiter und weiter auf die Spitze getrieben haben. Glücklicherweise hat sich Feig dafür nicht nur wie damals beim Slapstick bedient, sondern setzte mehr auf Dialoge. Obwohl der Slapstick auch nicht außen vorgelassen wurde.

Die Pluspunkte habe ich eigentlich schon den ganzen Post über aufgezählt: Es ein wahnsinnig lustiger und unterhaltsamer Film, getragen von tollen Frauen in wirklich guten Rollen. Als Minuspunkte fällt mir die übliche vorhersehbare Geschichte ein, oh und das einige gute Szenen aus dem Trailer nicht im Film vorkommen. Ein Film, den man gerne im Kino erleben möchte und der seinen Eintrittspreis gut rechtfertigen kann. Ob man ihn sich dann auch noch ins DVD-Regal stellen möchte, überlege ich zur Zeit noch.

More