Momentaufnahme II: Erntezeit

Erdbeeren aus meinem Garten

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Fremd Fischen. Wie wars?

Durch verschiedene glückliche Umstände ist die Sneak Preview dieser Woche wieder der Anlass für einen Beitrag, diesmal gab es “Fremd Fischen” zu sehen. Die romantische Komödie heißt im Original übrigens “Something Borrowed”, ein weiteres Beispiel für die gelungene Übersetzung eines Titels…

Die Eckdaten: Der von Luke Greenfield umgesetzte Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Emily Giffin, und füllt für nur $ 35 Mio sagenhafte 112 Minuten. Rachel (Ginnifer Goodwin) hatte sich vor Jahren in ihren Kommilitonen Dax (Colin Egglesfield) verliebt, als sie mit ihm für die Juraprüfungen lernte. Aber sie war zu schüchtern, ihm das zu gestehen, sodass er sich in ihre langjährige beste Freundin Darcy (Kate Hudson) verliebte. Jetzt sollen Darcy und Dax heiraten, doch nach einer Party beginnen Rachel und Dax eine Affäre. Hin und her gerissen zwischen Liebe, Treue und Freundschaft beginnt das unvermeidliche “Er liebt mich – Er liebt mich nicht Spiel”.

Zunächst muss ich zunächst einmal gestehen, dass mich der Film an vielen Stellen tatsächlich gut unterhalten hat. Viele Gags – sogar die Wortspiele – haben gut funktioniert, auch wenn es manchmal bemüht komisch wirkte. Im Film sind ansonsten natürlich alle typischen Elemente aus diesem Genre inbegriffen: die uninteressanten 0815 Charaktere, der Modekatalogmäßige Look der Darsteller, die bekannten Schöner Wohnen Räume, die üblichen völlig vorhersehbaren Wendepunkte der Story, u.v.m. …

Was mich allerdings gestört hat ist, dass es viele quälend langatmige Stellen in dem Film gab – quälend vor allem weil diese meistens einen tiefgründigen Hauch hatten. Als würde sich der Film zu ernst nehmen und meinen, man müsste auch noch eine tatsächliche Lektion über Liebe, Freundschaft, oder Treue vermitteln. Andererseits finde ich vor diesem Hintergrund das Ende absolut unerträglich, die letzten 15 Minuten hätte man sich und dem Publikum einfach komplett ersparen können.

Die Pluspunkte… mh, also wer die 9000ste Variation der typisch-romantischen Hollywoodkomödie mit sicheren Lachern und einer 0815 Liebesgeschichte für einen Filmabend mit seinen Mädels sucht, der wird sich unterhalten fühlen. Die Minuspunkte sind genau die selben, insbesondere aber das miserable Ende der Geschichte… Dafür ausgeben würde ich genau 0,00 €. Man wird vom Film nur dann nicht enttäuscht, wenn man ihn im Privatfernsehen, mit Werbeunterbrechungen auf dem heimischen Sofa sieht!

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Mitglied einer Partei werden. Warum?

“Jetzt mal unter uns… Politiker sind doch eh Lügner und Betrüger, die Parteien ein einziger Klügel und das Land geht den Bach runter! Warum sollte man in diesem Spiel mitmachen wollen?”

Erstmal kann ich die Unzufriedenheit mit der politischen Kultur in der Bundesrepublik sehr gut nachvollziehen, mir ergeht es da kaum anders. Und das vor allem weil die etablierten Parteien inzwischen ein erstaunliches Ausmaß an Ignoranz, Arroganz und Selbstverliebtheit an den Tag legen. Daher kann man leicht zu der Schlussfolgerung kommen, dass die Parteien ein fester Bestandteil des Problems sind. Von diesem Punkt aus ist es natürlich nahe liegend zu sagen: Damit will ich nichts zu tun haben.

Nun sieht unser Grundgesetz aber vor, dass die Bundesrepublik Deutschland eine parlamentarische Demokratie ist. Und nicht nur das: Es stellt den Parlamentariern die politischen Parteien zur Seite, damit diese den Prozess der politischen Willensbildung katalysieren. Dahinter steckt ein eigentlich guter Gedanke, denn in früheren Zeiten – ohne Massenmedien und Internet – mussten die Debatten zunächst vor Ort geführt werden und die Ergebnisse irgendwie überregional zusammengetragen werden.

Parteien im Grundgesetz

Für diesen Zweck fanden sich Gruppen von Menschen mit ähnlichen Interessen zusammen und schlossen sich schließlich zu Parteien zusammen. Manche davon hatten einen so umfassenden Anspruch und eine so breite Basis in der Bevölkerung, dass sie sich selbst als Volksparteien verstanden haben. Dieses Konzept hat sich allerdings längst überlebt – wahrscheinlich beschäftigen sich die herrschenden Parteien deshalb auch lieber mit Klientelpolitik, als mit der Willensbildung im Kontakt mit dem Bürger.

Nun bleiben den Bürgern faktisch drei Möglichkeiten: Evolution, Revolution, oder Boykottieren. Das sich viele Menschen für Letztere entscheiden, zeigt sich beispielsweise in der sinkenden Wahlbeteiligung. Doch dies führt – obwohl die tatsächliche Legitimation der herrschenden Parteien abnimmt – zu keinerlei Konsequenzen. Es folgen weder ein gesellschaftlicher Diskurs über die zukünftige Rolle der Parteien, noch eine kritische Selbstreflexion innerhalb der Parteien. Und wer das System boykottiert, gibt sämtliche Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung innerhalb des Systems aus der Hand.

Die Revolution dagegen erscheint – vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings - naturgemäß verlockend.  Da werden schnell von Kommentatoren, Analysten und Stammtischen die wildesten Parallelen gezogen, es mangelt allein an der aufgebrachten Masse. Denn der Mehrzahl der Bürger geht es (noch) zu gut um sich erheben zu wollen, denn schließlich ist hier das Betreten des Rasens verboten. Was man übrigens nicht ausblenden sollte: Der Ausgang und die Ergebnisse einer Revolution lassen sich kaum vorhersagen, es kann entsprechend der eigenen Wünsche ausgeben – muss aber nicht.

Außerdem stellt sich die Frage, ob sich die Probleme dieses Staates nicht überhaupt nur im Rahmen einer überlegten Evolution lösen lassen. Dies bedeutet nur, die Bürger müssen sich entweder den bestehenden Parteien anschließen, oder bei Nichtgefallen neue gründen. Das sagt sich natürlich leicht, denn es erscheint wahnsinnig mühsam innerhalb der verkrusteten Strukturen der etablierten Parteien etwas zu bewegen. Aber sind auch diese Parteien nicht nur das, was ihre Mitglieder daraus machen? Wenn sich also die Bürger durch Partizipation die Parteien zurückholen, was sollte dann noch schiefgehen?

Lange Rede, kurzer Sinn: Beteiligt euch und überlasst die Politik nicht den Politikern!

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Momentaufnahme I: Raindrops

Raindrops on my Banana

Das Bild gibt es hier auch in größer, schöner und druckbar bei deviantART.

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Ankommen, Eingewöhnen, Losfahren – Garden Route

 Dieser Beitrag ist Teil 1 von 3 in der Serie Garden Route

Mit diesem Beitrag beginnt eine Serie von insgesamt 10 Beiträgen, die sich mit meiner Reise auf der Garden Route in Südafrika beschäftigen werden. Viel Spaß!

Auf dem Weg nach Afrika

Da sitze ich nun auf einer Bank, bin nervös und müde. Es ist Freitag Abend, ich sitze am Frankfurter Flughafen auf einer unbequemen Sitzbank, vor meinem Gate und warte. Vor mir liegen insgesamt fast 13 Stunden Flug, beinahe 10.000 Kilometer – erst in knapp 24 Stunden werde ich wieder in einem Bett liegen und richtig schlafen können. Wenn ich durch die großen Glasscheiben nach draußen schaue, dann sehe ich wie der riesige A380 für den Flug nach Johannesburg vorbereitet wird. Währenddessen kämpfen Müdigkeit und die eigentlich nicht vorhandene latente Flugangst um die Überhand kämpfen.

A380 am Frankfurter Flughafen, vom Gate aus gesehen. Vielen Dank für das Foto an Meraj Chhaya von

A380 am Frankfurter Flughafen, vom Gate aus gesehen. Danke für das Foto an Meraj Chhaya von PhoneRPT.

Dann geht es langsam los. Einsteigen, rumfahren, losfliegen. Abendessen, Snacks, echt schön in diesem riesigen Flugzeug. Das Entertainmentsystem der Lufthansa ist echt schick und gut ausgestattet. Jetzt erstmal mit Alkohol beruhigen und dann schlafen, was einerseits schwierig wegen der Platzverhältnisse, andererseits einfach wegen der monotonen Geräuschkulisse und dem leichten Schaukeln ist. Am Morgen erstmal rumlaufen und das Flugzeug erkunden, dann Frühstück. Und plötzlich sind 10 Stunden und 30 Minuten vorbei. Butterweich Landen, rumfahren, aussteigen.

Das Umsteigen klappt einigermaßen gut, ist aber ein kleines Abenteuer weil ich meine Tasche selbst durch den Zoll tragen muss um es dann wieder Einzuchecken. Zum Glück hab ich viel Zeit zum Umsteigen, denn es dauert alles Ewigkeiten. Anschließend wieder warten auf das Kontrastprogramm: In einer in die Jahre gekommene Boeing 737-800 geht es holprig weiter. Es ist unglaublich eng, ungemütlich und man merkt beim Essen, dass man nur mit South African Airlines fliegt. Immerhin dauert es nur 2 Stunden, dann schlägt das Flugzeug auf der Landebahn ein und wir erreichen offiziell Kapstadt.

Erster Eindruck und Eingewöhnung

Erstes Gefühl, beim verlassen des Flugzeugs: Alles ist Warm, einfach nur warm. Aber immerhin wieder festen Boden unter den Füßen! Als Erstes wird am Flughafen der Mietwagen abgeholt, zu unserer Freude wird es nicht der angekündigte Chevrolet Spark, sondern ein Toyota Yaris – allerdings ohne Klimaanlage. Das Procedere wirkt fast amerikanisch, sehr freundlich und penibel. Allerdings nur, wenn man nicht genau hinsieht: Einige kleine Mängeln am Auto sind bisher nicht aufgefallen. Keine große Sache, aber ein Muster das wir im Laufe der Reise an vielen Stellen wiederfinden werden.

Ein Toyota Yaris auf einem Parkplatz

Unser treues Gefährt, in Südafrika

Vom langen Flug bin ich noch zu erschöpft, darum bin ich erstmal nur Beifahrer. Allerdings ist das nicht minder gruselig, denn die südafrikanischen Straßenverhältnisse treiben mein Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen: Linksverkehr, buchstäbliche Schrottkarren, Fußgänger, alles mögliche findet man auf der Autobahn. Endlich kommen wir voller freudiger Erwartung auf das Kommende in einer kleinen Stadt in der Nähe von Kapstadt an. Und spätestens nach der gefühlt endlosen Horrorfahrt bin ich wirklich völlig erschöpft und möchte einfach nur noch einschlafen. Wären da nur nicht die zirpenden Grillen…

Fahrt nach Knysna

Am nächsten Morgen kaufen wir schnell ein paar Dinge ein, werfen unsere Taschen in das Auto und fahren los. Es ist wieder immer noch warm und die Sonne scheint. Immerhin sind die Grillen am Tag ruhig, wobei an schlafen natürlich grade nicht zu denken ist. Zum Glück ist wenig Verkehr und ich beginne langsam damit mich an das Linksfahren zu gewöhnen – mutig genug selbst zu fahren bin ich aber immer noch nicht. Während der Fahrt komme ich mir vor, wie ein kleines Kind. Denn alles was außerhalb der Fensterscheibe an uns vorbeizieht, übt eine große Faszination auf mich aus.

Südafrikanische Straßen

Südafrikanische Straßen

Wir fahren entlang der N2 durch eine größtenteils karge braune Landschaft. Es wirkt fast wie ein Klischee von der Steppe Afrikas, dass ich aus Europa mitgebracht habe. Die Straße verläuft fast die ganze Zeit über erstaunlich grade, allenfalls ein paar Berge bringen sie aus der Bahn. Unterwegs sind außer uns nicht viele weitere Fahrzeuge, dann aber größtenteils ältere weiße Pickups. Bemerkenswert daran ist vor allem, wie viele Menschen im südafrikanischen Verständnis in so ein Auto passen. Wir kommen an einigen Dörfern vorbei, unter anderem an Heidelberg – das ist aber kaum mehr als eine Raststätte.

Baustelle auf der N2 in Südafrika

Baustelle auf der N2 in Südafrika

Südafrika kümmert sich sehr gut um seine Straßen, darum müssen wir einige Male an Baustellen warten, da der Verkehr nur in jeweils eine Richtung fließen kann. Erstaunlich ist dabei, wie viele Arbeiter nur damit beschäftigt sind den Verkehr in der Mittagshitze zu regeln. Arbeitskraft hat hier einen völlig anderen Wert. Nebenbei läuft das Radio, wir können zwischen monotonen Gesprächen, oder aktuellen Hits wählen. Allerdings lässt die Musikauswahl der Sender deutlich zu wünschen übrig, da Genres und Stimmungen so wild durcheinander gemischt werden, sodass es buchstäblich im Ohr knirscht.

Ankunft am Indischen Ozean

Ankunft am Indischen Ozean

Dann endlich ist es soweit, wir erreichen wir in Mossel Bay den indischen Ozean. Ein wunderschöner Ausblick. Eigentlich fehlt uns die Zeit um anzuhalten, aber in Wilderness können wir einfach nicht anders und steigen kurz aus. Allerdings nicht um uns abzukühlen, denn draußen ist es fast genauso warm, wie im Auto. Wir betrachten einen See, der sich unglaublich Harmonisch in die Landschaft einfügt. Dann fahren wir schnell weiter und kommen eine halbe Stunde später in Knysna an, ein sympathisches kleine Städtchen. Es ist nicht viel los, ehrlich gesagt wirkt es relativ verlassen. Nebensaison halt.

Blick auf die Lagune in Knysna

Blick auf die Lagune in Knysna

Wir checken ein im Hostel, ein wunderschönes Haus im Jugendstil. Zwar sind die Farben gewöhnungsbedürftig, aber es ist sauber und aufgeräumt. Es ist immer noch taghell und angenehm warm. Wir entscheiden uns dazu, noch in die Stadt zum Hafen zu gehen um dort etwas zu essen. Dort finden wir uns in einem sympathischen Restaurant wieder, genießen leckeres Essen und beobachten das Treiben. Hier am Hafen wirkt Knysna fast ein wenig wie Venedig: Zwischen den Häusern überall Wasser, jedes Haus hat seinen eigenen Anleger und es liegen viele Boote an den Stegen.

Ein paar bunte Häuser, Boote und viel Wasser

Blick auf die Hafengegend von Knysna

Als wir zurückgehen ist es bereits dunkel, uns ist etwas mulmig. Der Weg ist nicht sonderlich kompliziert und führt durch keine Seitenstraßen, trotzdem die Beleuchtung ist nicht überall optimal. Echt erstaunlich ist, wie nah hier protzige Hotels und heruntergekommene Schuppen beieinander sind. Es fällt mir schwer – erst dank der bekannten Schauergeschichten – die Sicherheitslage einzuschätzen. Aber vom Hostel aus wurde uns der Weg als sicher empfohlen und wir kommen, ohne auch nur die Andeutung einer Gefahr wieder im Hostel an. Nun wird erstmal geschlafen, denn der Tag war lang.

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Ich hab nen Organspendeausweis und du?

Heute am 04. Juni ist Bundesweiter Tag der Organspende, dieser Tag soll die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für dieses Thema verstärken. Warum eigentlich?

Mein Organspendeausweis

Mein Organspendeausweis

Nun erst einmal standen in Deutschland zum 30. April 2011 11.821 kranke Menschen 1 auf der Warteliste für ein Spenderorgan sind. Demgegenüber stehen 1.271 Organspender, von denen in Deutschland im Jahr 2010 insgesamt 4482 Organe an andere Menschen transplantiert worden sind 2. Hinzu kommen übrigens noch 755 Lebendspenden von Nieren und Teilen der Leber 3.

Schaut man sich die Statistiken über die Jahre an, z.B. den Verlauf der Statistiken für Nierentransplantationen, stellt man zwei Dinge fest: Zum einen natürlich das krasse Missverhältnis zwischen Menschen die auf der Warteliste stehen und zum anderen die Anzahl der erfolgten Transplantationen. Aber man sieht auch, das sich “Angebot” und “Nachfrage” langsam annähern 4, so wurden 2002 noch rund 9.500 Nieren benötigt und knappe 2.500 Transplantationen erfolgten. 2010 warteten etwas weniger als 8.000 Menschen auf eine Niere und es erfolgten fast 3.000 Transplantationen. Das ist mit Sicherheit ein positiv zu bewertender Trend, trotzdem kommen in Deutschland nur 16 Spender auf eine Millionen Einwohner 5.

Allerdings ist der Bedarf für Spenderorgane immer noch signifikant höher, als die Summe aller Transplantationen. Und das bedeutet für die Menschen auf der Warteliste in der Regel lange Wartezeiten, bevor ein Patient eine Nierentransplantation erhält befindet er sich in der Regel zwischen 5 und 10 Jahren auf der Warteliste. Das ist natürlich unter anderem auch seinem Gesundheitszustand geschuldet, allerdings: Es versterben trotz neuer Therapiemöglichkeiten nach wie vor viele Patienten, die sich auf der Warteliste für eine Transplantation befinden. Das vermag man nun als Schicksal verbuchen, schließlich finden solche Erkrankungen praktisch immer weit entfernt vom Alltag statt.

Vor einer Transplantation muss bekanntermaßen bei einem fraglichen Organspender zunächst der Hirntod festgestellt werden. Aber wie kommt es dazu? Bei etwas mehr als 53 % der Organspendern liegt eine Hirnblutung vor, knapp 20 % erleiden ein massives Schädel-Hirn-Trauma 6 und die meisten Organspender sind zum Zeitpunkt des Hirntodes zwischen 16 und 54 Jahren alt 7. Das sind im Einzelfall immer wahnsinnig bedrückende Schickale, denn in der Regel wird ein gesunder Mensch im besten Alter unvermittelt aus dem Leben gerissen.

Und hier der Knackpunkt: Nur bei 14 % der Organspendern gab es eine persönliche Zustimmung, in nur 8,8 % der Fällen lag tatsächlich einen Organspendeausweis vor. Das bedeutet, dass bei 78 % aller Organspenden die Entnahme der Organe durch die Angehörigen legitimiert wird. Diese sollen in diesem Fall dann im mutmaßlichen Sinne des Verstorbenen urteilen. Insgesamt kommt es nur bei 54% aller potentiellen Organspender zur Organentnahme, wobei übrigens der wichtigste Grund für den Ausschluss einer Organspende ist mit fast 40 % die Ablehnung der Angehörigen ist. 8

Wie bereits erwähnt sind Tod und Krankheit glücklicherweise in der Regel kein wesentlicher Teil unseres alltäglichen Lebens. Und ich will heute an diesem Tag nicht das für und wieder der Organspende diskutieren, sondern dafür werben sich selbst Gedanken zu machen und – gerne auch im Dialog mit anderen Menschen – eine Meinung zu diesem Thema zu bilden. Auf dieser Grundlage sollte möglichst jeder für sich selbst eine eigene informierte Entscheidung fällen und diese zum einen mit einem Organspendeausweis dokumentieren und seine Angehörigen darüber informieren – selbst dann, wenn man die Organspende kategorisch ablehnt. Lasst eure Angehörigen damit nicht alleine!

Einen Organspendeausweis kann man z.B. hier bei der BZgA zum herunterladen als PDF, oder Kartonweise als gedruckte Ausweise bestellen. Aber auch die Deutsche Stiftung Organspende bietet einem übrigens hier auch die Organspendeausweise als Einzelstücke kostenlos per Postversand an. Außerdem kann man die Ausweise natürlich auch bei vielen niedergelassenen Ärzten, in Krankenhäusern und Apotheken kostenlos erhalten, einfach mal danach fragen!


  1. Eurotransplant International Foundation. Preliminary monthly statistics January – April  2011, Mai 2011. Abgerufen am 04.06.2011 von Eurotransplant: http://www.eurotransplant.org/cms/mediaobject.php?file=2011_january1_april30.pdf
  2. Eurotransplant Internation Foundation. Yearly statistics 2010, Februar 2011 Abgerufen am 04. 06 2011 von Eurotransplant: http://www.eurotransplant.org/cms/mediaobject.php?file=year_2010.pdf
  3. Deutsche Stiftung Organtransplantation. (2011). Daten und Grafiken – Lebendspenden. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organtransplantation: http://www.dso.de/
  4. Deutsche Stiftung Organspende. Aktive Warteliste und Nierentransplantation. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organspende: http://www.dso.de/grafiken/g32.html
  5. Deutsche Stiftung Organspende. Daten und Grafiken – Postmortale Organspender 2009. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organspende: http://www.dso.de/zahlenunddaten/grafikpakete/pakete/dso-2010-grafikpaket-03.zip
  6. Deutsche Stiftung Organspende. Daten und Grafiken – Todesursachen Organspender 2009. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organspende: http://www.dso.de/zahlenunddaten/grafikpakete/pakete/dso-2010-grafikpaket-03.zip
  7. Deutsche Stiftung Organspende. Daten und Grafiken -Alter der Organspender 2009. Abgerufen am 04. 06 2011 von DSO – Deutsche Stiftung Organspende: http://www.dso.de/zahlenunddaten/grafikpakete/pakete/dso-2010-grafikpaket-03.zip
  8. Molzahn, P., Tuffs, D., & Vollmann , P. (Oktober 2003). Heft 17 – Organtransplantation und Organspende. Abgerufen am 04. 06 2011 von Gesundheitsberichterstattung des Bundes: http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gasts&p_aid=&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=8523::Todesursachenstatistik
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Symbolbild II: Vorfreude

Fast reife Erdeeren in meinem kleinen feinen Beet im Garten

Das Beste daran, diverse Pflänzchen in einem eigenen Beet munter vor sich hin wachsen zu lassen, ist eindeutig die Vorfreude des Gaumens. Diese Erdbeeren beispielsweise sind ein hervorragendes Beispiel dafür, obwohl sie vorher noch ein paar Tage die Sonne genießen werden müssen.

Aber das gibt mir die Gelegenheit noch rechtzeitig ein Glas Sahne zu besorgen, die dann fast magisch – mit reiner Muskelkraft – in Schlagsahne verwandelt werden wird. Schließlich gibt es kaum etwas wundervolleres als Erdbeeren aus dem eigenen Garten und dazu eine ordentliche Portion richtiger Schlagsahne.

Und auf genau den Moment, indem die zuvor in Schlagsahne getauchte Erdbeere, meinen Gaumen berühren wird, freue ich mich jetzt schon – wie ein Zaunkönig.

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The Hangover: Part II. Wie wars?

Die Sneak Preview dieser Woche ist der Anlass für diesen Beitrag, zu sehen gab es wie der Titel schon verkündet “The Hangover: Part II” – im Originalton.

Kurz ein paar Eckdaten: Der aus der Feder von Todd Phillips stammende Film füllt für knappe $80 Mio Produktionskosten insgesamt 102 Minuten, dabei spielen mit Bradley CooperEd Helms, Zach GalifianakisJustin Bartha und Ken Jeong im Wesentlichen wieder die selben Darstellern wie im ersten Teil mit. Ebenfalls wie im ersten Teil geht es wieder um einen Junggesellenabschied, der natürlich dramatisch aus den Fugen gerät und an dessen Ablauf sich keiner der Beteiligten am folgenden Tag mehr erinnern kann. Im Laufe des Filmes wird das Rätsel um die Geschehnisse dann nach und nach aufgelöst, mit eher weniger als mehr Überraschungen.

Klingt so als hätte man versehentlich den selben Film nochmal gedreht und tatsächlich, abgesehen vom Schauplatz der diesmal Bangkok statt Las Vegas ist, trifft das auch zu. Vieles hat man bereits gesehen, auch wenn man sich dafür erstaunlich gut unterhalten fühlt. Denn die meisten Gags funktionieren und das Spiel mit den üblichen Klischees geht größtenteils ziemlich gut über die Bühne. Auch wenn es mir persönlich an der einen oder anderen Stelle etwas zu weit ging und eher lächerlich oder zu gewollt wirkte.

Dafür verläuft die Geschichte deutlich unverständlicher als im ersten Teil, fast so als wäre während des Drehs aufgefallen das Anfang und Ende noch nicht so ganz zusammenpassen. Wahrscheinlich sind so die zwischenzeitlich sehr schwachen Passagen entstanden, in denen die Handlung kaum vorwärts kommt, nur damit es dann plötzlich einen unerklärlichen Sprung nach vorne gibt. Und ich lasse schon außer Acht, dass die ganze Geschichte schon sehr an den Haaren herbei konstruiert wirkt und fast komplett vorhersehbar ist.

Die einzigen gefühlten Pluspunkte sind der sehr gut passende Soundtrack, die vielen unterhaltsamen Nebenrollen und der herrlich dreckige Großstadtlook von Bangkok. Allerdings fallen die Minuspunkte in Form der praktisch bekannten Geschichte und der gänzlich fehlenden Originalität deutlich mehr ins Gewicht. Meiner Meinung nach genügt es völlig, wenn man wartet bis der Film auf DVD in der “Nur 4,99 €” Sektion erhältlich ist.

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Ein Blog starten. Warum?

“Wozu soll man sich in der heutigen schnelllebigen Twitter-Zeit noch mit sowas wie einem Blog abgeben, geschweige denn selbst eins aufsetzen und betreiben?”

Weil man es kann, vielleicht sogar sollte.

Jeder Mensch trägt permanent viele Gedanken mit sich selbst durch die Gegend, die meisten davon verhallen im Wirrwar des Alltages. Einige davon lassen sich durch Microblogging wie Twitter auch zufriedenstellend in die Welt hinausschreien, insbesondere weil sie damit direkt am Puls der Aufmerksamkeit landen. Aber wenn die Aufregung vorbei ist, dann verschwinden die Tweets wieder im Meer des Vergessens.

Das passt hervorragend in die heutige Zeit, in welcher der Medienzirkus rastlos von einem Thema zum nächsten Zeit und etwas nur so lange die Massen berührt, bis es durch Nachfolger ersetzt wird. Mich persönlich macht das allerdings ziemlich Müde und lässt mein Interesse an den so genannten Massenmedien deutlich abnehmen. Denn: Ich suche gehaltvolle Informationen, Blicke hinter die Kulissen, tiefgründige Analysen und ähnlichen Kram… Die Hysterie interessiert mich höchstens ganz am Rande.

Durch das Internet als Werkzeug kann inzwischen jeder zu einem Sender werden und sich und seine eigene Expertise öffentlich anbieten. Und deswegen sind Blogs so spannend, zwar sind auch sie nur ein Medium und oftmals genau so schnelllebig wie die “großen” Massenmedien. Aber hier handelt es sich eher um ein Filterproblem, da man sich nur auf die jeweils für das eigene Empfinden passenden Blogs beschränken kann.

Was einem nicht passt, das liest man einfach nicht und erspart sich den Ärger. Dagegen ergibt sich häufig über Verlinkungen und Kommentare ein Bild eines Themas, das man sich auf herkömmlichen Weg niemals selbst hätte erschließen können. Und das allerbeste: Man kann mit nur ein paar Klicks eine Zeitreise unternehmen und in der Vergangenheit erstellte Inhalte erforschen. Ist das nicht einfach großartig?

Der Punkt ist jetzt: Meiner Erfahrung nach hat praktisch jeder etwas zu sagen, was prinzipiell beliebig viele andere Menschen interessieren kann. Meistens hapert es nur am Zusammenkommen von Sender und Empfänger. Und wenn man selbst ein Blog aufsetzt, dann kann man auch an dieser wabernder Masse partizipieren und ermöglicht es potenziell interessierten Empfängern die eigenen Gedanken und Inhalte zu finden.

So können sich mehr Menschen können sich an ansonsten verlorenen Gedanken erfreuen. Warum sollte man sich vor diesem Hintergrund nicht sofort ein Blog einrichten wollen? Eine helfende Hand dafür wird man jedenfalls leicht finden.

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Symbolbild I: Party

Nasse verbrannte Holzreste in einer Grillschale

Alles beginnt mit den Vorbereitungen, erst den Zunder und dann die Holzscheite. Die Gäste kommen und der Funke springt über. Erst gemächlich, dann schnell an Intensität zunehmend. Schließlich schlagen die Flammen hoch, voller Leidenschaft und Lebensfreude.

Beharrlich kommen neue Holzscheite dazu, ganz so als wollte man das Feuer in dieser Nacht bis ins unermessliche Steigern. Irgendwann beruhigt sich alles, alle scharen sich wie in Trance um die rötlich glimmende Glut und genießen die abgestrahlte Wärme. Dann der unvermeidliche Aufbruch, denn es ist schon spät.

Für das Feuer bleibt nur ein großzügiger Schuss kaltes Wasser übrig. Und alles was bleibt ist nasse, dreckige Asche in einer feuerfesten Schale. Am nächsten Morgen.

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