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Dänemark 2014

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Dänemark 2012

«Letzte Ausfahrt vor der Bundesgrenze.»

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Ich sitze auf der Terrasse eines gemütlichen Ferienhauses, mitten in einem dänischen Wald. Die Kohle auf dem Grill glüht, der eisgekühlte Aquavit steht vor mir und über mir fliegen die Möven. Angekommen. Endlich.

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Erstaunlich ist , als wie angenehm man das durchaus spartanische Leben in einem Ferienhaus empfindet. Muffige Luft, durchgelegene Matratzen, staubige Schränke gefüllt mit scheußlichem Geschirr, wenige abgenutzte Möbel… gar nicht zu reden vom 30l Warmwasser fassendem Boiler für 9 Personen. Trotzdem fühlt es sich irgendwie gut an, die Ansprüche zurück zufahren.

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Ein gelber Feuerball, der sich zunehmend ins rötliche verfärbt. Langsam versinkt er dabei im ruhig daliegenden, tiefblauen Nass. Uneingeweihte bezeichnen dieses Spektakel oft – völlig unzureichend – einfach nur als «Sonnenuntergang am Meer».

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Wir besuchen den Tag der offenen Tür bei der dänischen Marine. Mit einem seltsamen Gefühl, denn auf dem Stützpunkt kann man sich erstaunlich frei bewegen und es fühlt sich eher an, wie in einer Jugendherberge. Überall sind Dinge ausgestellt: Taucherausrüstungen, Seemienen, Waffen, Drohen, ein Hubschrauber und Kanonen. Letztere sind hier fest an Land montiert, zu Übungszwecken. Man kann fast alles anfassen und bekommt auch als Ausländer freundliche Auskünfte. Und zum Abschluss gibt es noch eine Vorführung von Maschinengewehren und Kanonen. Echt laut, aber ziemlich eindrücklich… und gefühlt sehr familiäre Veranstaltung.

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Zeit ist, wie wir seit Einstein wissen, relativ. Und hier hat sie eher relativ wenig Bedeutung. Man lebt ohne genaue Uhrzeit, Pi mal Sonnenstand sozusagen. Deshalb hängen im Haus auch praktisch keine Uhren, denn sie sind einfach überflüssig.

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“Hey guck mal, was liegt denn da im Straßengraben?” Komisch, da liegt ganz viel unachtsam weggeworfenes Papier. Ich denke an Abfall und ärgere mich darüber. Trotzdem halten wir an und betrachten uns das aus der Nähe. Dann der Schreck: Das ist gar kein Müll! Da liegen Dokumente, Schlüssel, Medikamente und ein paar Meter weiter etwas das aussieht wie ein Safe… Kurz ringe ich mit mir und wähle dann nervös den Notruf. Erst versuche ich es auf Englisch, aber der Mensch am.anderen Ende der Leitung schlägt schnell vor auf Deutsch zu wechseln. Ich erkläre die Situation und werde gebeten zu warten, bis ein Streifenwagen eintreffen würde.

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Natürlich ist die Ostsee ein Meer. Aber oft fühlt sie sich vom Strand aus nicht wirklich so an, denn da wo man sich große, wuchtige Wellen vorstellen würde, plätschert es meistens eher schwunglos vor sich hin. Für Familien mit kleinen Kindern ist das natürlich super, aber für größere Menschen dagegen etwas langweilig.
Aber nicht immer! Es gibt sie auch, die Tage mit eigentlich schlechtem Wetter, die dann meterhohe Wellen mit sich bringen… Und glaubt mir: es ist wirklich ein Spaß sich in diese Wellen zu werfen! (Auch wenn sie einen dann einfach umhauen.)

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Nach ungefähr 20 Minuten ist es soweit. Ein Kommissar wie aus dem Fernsehen steigt aus seinem Streifenwagen und lässt sich von mir die Situation nochmals erklären. Er ist dabei erstaunlich freundlich und sehr herzlich. Dann beginnen er und sein Kollege mit der Spurensicherung – mit Handschuhen und Mundschutz! Während sie Abstriche von dem Haufen nehmen erklären sie uns auf Nachfrage, es hätte einen Einbruch bei der Kommune gegeben. “Eigentlich hätte ich voll Lust, wie die drei Fragezeichen diesem Einbruch hinterher zu recherchieren… Ist doch alles irgendwie ziemlich merkwürdig!” Aber wir haben Urlaub, deswegen fahren wir zum Hafen und essen stattdessen ein Softeis.

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Kopenhagen. Eine dänische Großstadt, mit den üblichen Annehmlichkeiten und Ärgernissen… es ist erstmal laut, voll, ja fast ein wenig dreckig. Dafür sieht man viele Radfahrer auf den schönen breiten Radwegen. Aber insgesamt ist das Publikum vergleichsweise jung und sehr gemischt. Und grade innerhalb der Innenstadt kann man fast alle Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichen. Mit der Zeit bemerkt man den angenehmen Charme der Stadt und ihrer Bewohner. Wir bekamen z.B. schnell Hilfe angeboten, als wir mehrmals in der Metro verwirrt dastehen. Und hier leben viele Familien mit Kindern, es gibt viele Parks und ganz vielfältige Gegenden. Mir jedenfalls hat es sehr gefallen!

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Neben vielen Vorteilen bringt die Globalisierung natürlich auch den Nachteil, dass man auch im Urlaub die selben Marken kaufen kann, wie Zuhause. Das ist echt Schade, so verlieren nämlich die Regale einen großen Teil ihrer Anziehungskraft.

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Außerdem besuchten wir auch Christiania, eine Stadt in der Stadt. Und ich weiß nicht recht, wie ich das beschreiben soll… Es wirkt wie ein sehr lebendiger Ort, der einen eindrücklichen linken Charme versprüht. Ein wenig erinnert es an ein Township, aber ohne die latente Angst in die falsche Gasse abzubiegen. Wir gehen in richtige Läden, vorbei an Restaurants, sehen die Müllabfuhr und es fühlt sich an, wie in einer eigenen (besseren?) Welt. Dafür ist es schier Atemberaubend, als wir im «Greenlight-District» in die Stände der “Händler” schauen. Bergeweise Gras. Bergeweise! Uff… Und das mitten in einer europäischen Hauptstadt. Erstaunlich tolerant diese dänischen Menschen bzw. ihr Staat. Leider waren wir ohne ortskundige Menschen unterwegs, weshalb wir uns einen zukünftigen Besuch hier im Freistaat fest vornehmen.

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Beim Radfahren fällt auf: Die meisten Dänen fahren sehr umsichtig und nur mit großem Abstand an uns vorbei. Obwohl es natürlich auch die üblichen 1% Idioten gibt… Dafür läuft der Verkehr viel entspannter als in Deutschland. Und weil das Land eigentlich relativ leer ist kann man oft auch sehr lange fahren, ohne wirklich einem menschlichen Wesen zu begegnen. Das erlaubt einem einen ungeahnt ungestörten Genuss von Flora und Fauna.

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Fähre fahren: Ein Erlebnis, das einem in Deutschland eher selten über den Weg läuft. Und das zumindest in meiner Wahrnehmung ähnlich exotisch ist wie das fliegen. Nur irgendwie gemütlicher. Umso faszinierender ist es, zu sehen wie die Fähre für Dänen ein ganz normales Verkehrsmittel darstellt – so wie für uns z.B. ein Bus. Natürlich verwundert es eigentlich nicht wirklich, denn wer viele kleine Inseln hat, der ist letztendlich auf Fähren angewiesen. Aber es ist schön zu sehen, das viele der kleinen Fähren immer noch nicht durch Brücken ersetzt worden sind. Denn sie entschleunigen und verpassen dem Leben in den Häfen einen ganz eigenen Takt.

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Der Däne als solcher, isst übrigens offensichtlich gerne Würstchen. Mit Brötchen. Oder Pommes. Oder so ähnlich, aber in diversen Formen. Da fällt die Auswahl wirklich schwer. Auch die Auswahl, des Imbisses. Denn die kann man gefühlt an jeder dritten Straßenecke finden. (Und das Ganze lässt sich eigentlich auch 1:1 auf Softice übertragen.)

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Schön wars. Wirklich.

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