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Birds of Eden – Garden Route

 Dieser Beitrag ist Teil 7 von 7 in der Serie Garden Route

Direkt gegenüber, eine Art Garten Eden. Für Vögel.

Grade eben noch waren wir auf dem Parkplatz vor den Toren von Monkeyland. Jetzt gehen wir entlang von Blumen und Sträuchern auf ein Waldstück zu, dass von einer Art Netz umgeben ist, dass an vielen sehr großen Stützen aufgehängt ist. Der Eingang ist ein kleines Holzhaus, dass uns nicht nur zufällig an Monkeyland erinnert. Wir betreten es, zeigen unser Kombiticket (wie praktisch!) vor und wollen nun unsere nächste Station “Birds of Eden” betreten. Begrüßt werden wir übrigens erneut von Schildern, die uns davor warnen dass Vögel großen Gefallen an Schmuck finden würden und dazu auffordern bitte keine Flamingos oder andere Einwohner des Parks mitzunehmen.

Freundliches Hinweisschild am Eingang

Freundliches Hinweisschild am Eingang

Wie Monkeyland ist auch Birds of Eden ein ganz besonderer Park, denn auch hier stammen die fliegenden Bewohner praktisch alle aus Käfighaltung. Und damit diese nicht einfach so wegfliegen können, aber trotzdem genug Platz haben, wurde hier die größte Voliere der Welt errichtet. Sie ist knapp 2,3 Hektar groß und wurde errichtet indem ein engmaschiges Netz über 28 Stahlmasten mitten in einem Stück Urwald gespannt wurde. Dadurch steht den Vögeln ein etwa 375.000 m³ großes Reich zur Verfügung, durchflossen von mehreren Bächen, mit Wasserfall, einem See und wahnsinnig viel dichter Vegetation. Und es sieht in echt noch viel beeindruckender aus, als auf dem Bild.

Erster Eindruck von innerhalb der Voliere

Erster Eindruck von innerhalb der Voliere

Hier gibt es (glücklicherweise?) keine geführte Tour, sondern einen knapp 1,2 Kilometer langen Laufsteg, auf dem die Besucher selbstständig alles erkunden dürfen. Wir wurden sogar extra drauf hingewiesen, dass wir uns dafür so viel Zeit nehmen dürften, wie wir wollen. Und so machen wir uns auf den Weg. Der Holzsteg führt uns zunächst in großer Höhe fast durch die Baumkronen – und überall sind Vögel zu sehen und vor allem zu hören. Kein Wunder, denn hier leben über 3.000 Vögel aus über 220 Arten.

Faszinierende Vögel, hautnah im Urwald erlebt.

Entlang des Holzsteges sind immer wieder an Auslegern kleine Futterstationen platziert. Sodass sich dort immer wieder kleine Horden von allen möglichen Vögeln platz nehmen um sich mit Körnern, Wasser, oder beidem zu stärken. Dadurch sieht man als Besucher immer wieder neue Arten aus der Nähe, obwohl die meisten Vögel immer noch scheu genug sind und schnell das Weite suchen, wenn man zu nah kommt. Wir gehen einige Schritte, machen Fotos, oder bleiben einfach nur so stehen und betrachten. Wir sehen wilde Tauben, Kakadus, diverse kleine Papageien und viele mehr!

Ihn haben wir leider vom Balzen abgehalten

Ihn haben wir leider vom Balzen abgehalten

Inzwischen ist der Holzweg fast auf dem Bodenniveau angekommen und wir hören es im Unterholz rascheln. Wir schauen herunter und sehen einen relativ großen, gelb-orangen Vogel am Ufer eines kleinen Baches herumstolzieren, was irgendwie fehl am Platze aussieht. Belustigt gehen wir weiter und bleiben nach einer Kurve verzückt stehen: Ein weiterer dieser Vögel steht mitten auf dem Holzweg und balzt ein Weibchen an, dass oben auf dem Geländer des Holzstegs sitzt. Offenbar stören wir die beiden und das Weibchen macht sich schnell aus dem Staub, aber von dem Männchen können wir glücklicherweise ein paar tolle Fotos machen!

Der kleine Mohrenkopfpapagei

Der kleine Mohrenkopfpapagei

Eine weitere kleine Überraschung für uns stellt ein kleiner Mohrenkopfpapagei (der heißt leider wirklich so!) da. Eigentlich wollten wir nur ein paar Fotos von ihm machen, doch er hat andere Pläne: Er findet uns so spannend, dass er mit verzückten Lauten zu uns kommt. Als wir darauf mit nachgeahmten Rufen von Nymphensittichen reagieren, lässt er keine Ruhe mehr. Letztendlich entschließt er sich sogar dazu, über meine Arme auf den Rücken zu laufen und es sich dort gemütlich zu machen. Ein sehr schönes Erlebnis, auch wenn man schnell vergisst wie spitz Krallen und Schnabel von Papageien sind – offenbar schmeckte ich so gut, dass man mich diverse Male probieren musste!

Auf Tuchfühlung mit einem Gelbbrustara

Auf Tuchfühlung mit einem Gelbbrustara

Ein ganzes Stück weiter auf unserem Weg sehen wir zwei Aras, die aber so weit oben auf einem Baum sitzen, dass wir sie kaum erkennen können. Ein paar Meter und einige kunterbunte kleine Vögel weiter auf dem Holzsteg, sehen wir dann einen Gelbbrustara – endlich! Er ist grade dabei eine Mahlzeit aus einer Futterstation zu sich zu nehmen und stört sich kaum an unserer Anwesenheit. Und ich bin beeindruckt. Dieser Vogel hat ein faszinierendes Gefieder und ist einfach unglaublich groß – der Schnabel macht mir fast schon Angst. Als wir weitergehen wollen verfolgt und plötzlich der Ara und mir fällt auf, dass mein oranges T-Shirt vielleicht eine blöde Farbwahl für diese Tour war.

Es wird nass. Willkommen in der Welt der Wasservögel!

Die Vegetation ändert sich, wir kommen nun in die Nähe eines kleinen Sees und der Holzsteg geht nahtlos über in einen gepflasterten Weg. Begrüßt werden wir von zwei Gänse, die wie Wachen mitten auf dem Weg stehen und ankommende Besucher skeptisch betrachten. Kurze Zeit sind wir ratlos, aber als die Gänse sich überhaupt nicht rühren entschließen wir uns darum, einfach einen großen Bogen um sie zu gehen. Und tatsächlich, es stört die beiden “Wachen” nicht, als wir in gebührendem Abstand über das Gras an ihnen vorbei schleichen. Aber sie bleiben wachsam stehen.

Zwei Enten bewachen den weiteren Weg

Zwei Enten bewachen den weiteren Weg

Hier bekommen wir nun auch verschiedenste Wasservögel zu Gesicht. Unter anderem Flamingos, denen wir einige Zeit interessiert beim Putzen und Essen zusehen. Irgendwie sehen sie ja schon ziemlich lustig aus, mit ihren krummen Schnäbeln und den irrsinnig langen schlacksigen Beinen. Und im Gegensatz zum Besuch eines Zoos habe ich hier irgendwie ein besseres Gefühl. Klar sind die Tiere letztendlich immer noch eingesperrt in einer großen Voliere, aber es ist eben eine sehr große Voliere mit wirklich viel Platz. Und können – sofern ihre Flügel nicht in der Käfighaltung gestutzt wurden – frei herumfliegen.

Zwei Flamingos im Wasser

Zwei Flamingos im Wasser

Neben den Flamingos gibt es aber noch mehr, unter anderem Perlhühner (aber die Bilder erspare ich euch…) und andere irrwitzige Tiere, die ich nie zuvor gesehen habe. Unter anderem den lustig aussehenden Knysna Lourie. Aber es würde leider den Rahmen völlig sprengen, wenn ich die hier alle aufzählen würde… :-( In dem kleinen See kurz vor dem Ausgang finden wir dann noch viele kunterbunte Mandarinenten, deren Gefieder in den schönsten Farben leuchten. Ehrlich gesagt finde ich dagegen unsere heimischen Enten fast ein wenig langweilig! In dem See voller Enten befindet sich eine kleine Plattform mit großen Metallschildern, zur Information denken wir und laufen zügig dorthin.

Eine kunterbunte Mandarinente

Eine kunterbunte Mandarinente

Aber Pustekuchen, auf den Schildern sind nur große Abbildungen von Fastfood die im nahen Restaurant verspeist werden können. Wir sind offenbar wieder zurück in der “Zivilisation” und tatsächlich ist der Ausgang nicht mehr weit. Aber nach dem wir bald 2 Stunden in der Voliere unterwegs waren können wir sie ruhigen Gewissens verlassen. Es war eine echt schöne Zeit und wir haben vorher noch niemals so viele faszinierende Vögel in einem so natürlich wirkenden Lebensraum gesehen. Allerdings war es schade, dass wir uns kein Informationsheft gekauft haben, dann hätten wir die Vögel wahrscheinlich besser identifizieren können… Geschafft gehen wir zurück zum Parkplatz.

Verabschiedung durch eine Entenfamilie, kurz vor dem Ausgang

Verabschiedung durch eine Entenfamilie, kurz vor dem Ausgang

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Monkeyland – Garden Route

 Dieser Beitrag ist Teil 6 von 7 in der Serie Garden Route

Angekommen im Land der Affen

Wir befinden uns wieder auf der N2 und fahren weiter Richtung Osten, vorbei an Keurboomstrand. Und ich bin immer wieder aufs neue völlig fasziniert von der Landschaft hier. Ein wenig erinnert es an Europa, wegen der vielen Bäume, aber es wirkt viel urtümlicher. An einer Tankstelle biegen wir ab, viele Leute sind hier unterwegs und laufen in langen Schlangen an der Straße entlang. Die Erklärung dafür folgt auf dem Fuße, denn unsere Fahrt geht weiter, über eine schale Straße, vorbei an einem Township. Und schließlich erreichen wir den großen Parkplatz unseres Ziels: Monkeyland.

Kapuzineräffchen mit Kind

Begrüßung: Kapuzineräffchen mit Kind

Es ist immer wieder merkwürdig, dieses Südafrika. Nicht einmal einen Kilometer weit entfernt von hier liegt ein Township, aber dieser Parkplatz fühlt sich an, wie in Mitteleuropa. Wir lassen unsere Sachen im Auto und betreten durch eine Art Schleuse den Park. Der Fußweg führt uns einige Meter durch den dichten Urwald, bis wir an zwei Holzhäusern ankommen. Und hier ist einiges los, einige Affen klettern an den Häusern entlang und gucken sich interessiert die Besucher an – wahrscheinlich hoffen sie auf etwas essbares.

Interessantes Hinweisschild am Eingang

Interessantes Hinweisschild am Eingang

In einem der Häuser kaufen wir unsere Tickets und müssen dann noch einige Minuten auf den Beginn unserer geführten Tour warten. Schon dabei bekommen wir einige der Affen zu Gesicht. Und wir verstehen das oben abgebildete Schild, denn den Affen scheint sehr wohl klar zu sein, dass wir Menschen viele leckere und interessante Gegenstände mit uns führen. Dann geht die Tour los, wir sind etwas mehr als ein Dutzend Teilnehmer und unser Guide Sirgeon führt uns mitten durch den Urwald. Und überall um uns herum raschelt es, fast so als wären wir unter ständiger Beobachtung. Von wem wohl?

Affe auf Futterplattform

Affe auf Futterplattform

Wir folgen einigen ausgetretenen Pfaden und kommen an einer kleinen Lichtung an, auf der eine etwa einen Meter hohe Plattform in einer Art Sandkasten steht. Unser Guide erklärt uns, hier würden die Affen ihre Nahrung erhalten. Zu den Essenszeiten würde hier vor allem Obst in verschiedensten Varianten auf die Plattformen gelegt und die Affen kämen dann von Zeit zu Zeit vorbei und würden sich einfach bedienen. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Besucher sie dadurch leicht zu Gesicht bekommen können.

Mit offenen Augen durch den Urwald laufen

Von unserem Guide bekommen wir erklärt, dass Monkeyland so eine Art Tierheim für Affen ist. Hier werden ehemals eingesperrte Affen aufgenommen und durchlaufen einen Prozess der Auswilderung. Sodass sie sich dann am Ende auf dem 23 Hektar großen Gelände des Parks frei bewegen können und damit hier auf fast natürliche Weise leben. Die Führungen von Besuchern und Merchandising würden dem Park dabei helfen, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Außerdem möchte man die Besucher dazu animieren, über deren Beziehung zu Affen nachzudenken.

Schildkröte im Unterholz

Schildkröte im Unterholz

Aber nicht nur Affen gibt es hier in Monkeyland zu Entdecken, sondern unter anderem auch ziemlich große Schildkröten, die sich hier mit atemberaubend geringer Geschwindigkeit durch das Unterholz bewegen. Und auch viele Vögel umgeben uns, es fühlt sich an, wie ein wirklich lebendiger Lebensraum – und wir sind mitten drin. Unsere Tour besteht aus kurzen Wegen von 2 – 5 Minuten durch den Urwald, unterbrochen von Stopps an interessanten Punkten. Diese Punkte sind meistens Lichtungen, mit den schon weiter oben von mir beschriebenen Plattformen. An diesen Stellen sind in der Regel verschiedene Affenarten zu sehen, zu denen unser Guide uns einige Fakten erklärt – unter anderem zu Lebensweise, Ernährung, Familienstruktur, oder sonstigen Besonderheiten.

Gibbon in den Baumkronen

Gibbon in den Baumkronen

Wir erfahren viele neue Dinge vor allem über die Unterschiede zwischen Affen (engl. Monkeys) und Menschenaffen (engl. Apes). Und wir bekommen immer wieder verschiedenste Arten zu Gesicht, kein Wunder denn auf dem Gelände leben laut Guide etwa 400 Tiere aus 16 Tierarten. Unter anderem Bärenpaviane, Kapuzineräffchen und auch Gibbons. Alle sind auf ihre Art spektakuläre Tiere, vor allem aber ein männlicher Gibbon namens “Atlas” ist eindrucksvoll: Er springt in hohem Tempo von Ast zu Ast und singt dabei in großer Lautstärke sein Lied – um Weibchen anzulocken. Für menschliche Ohren fast schon unangenehm laut, aber zu unserem Glück findet er Menschen doof.

Die berühmte Hängebrücke

Die berühmte Hängebrücke

Nun geht es weiter über eine 128 Meter lange Hängebrücke – laut Guide die längste Hängebrücke ihrer Art in Südafrika – wobei wir quasi durch die Baumkronen gehen. Eigentlich eine schöne Idee um in den Bäumen sitzende Affen zu entdecken, denn vom Boden aus kann man die sehr schlecht erkennen, aber leider bekommen wir keine zu Gesicht. So ist es nur ein Gänsemarsch mit von unserem Guide vorgeschriebenen Abstand über eine wackelige und klapprig anmutende Hängebrücke zwischen den Ästen.

Erstaunliche Anblicke

Es ist schwierig den Eindruck zu beschreiben, aber es ist immer wieder völlig faszinierend die diversen Affenarten aus der Nähe und in der “Natur” betrachten zu können. Denn man erkennt erstaunlich oft – oder meint es zumindest – menschliche Züge in unseren nähsten Verwandten, wie unser Guide immer wieder betont. Das sind vor allem Kleinigkeiten, sowas wie die winzigen Fingernägel der Totenkopfäffchen, die denen von kleinen Kindern extrem ähnlich sind.

Totenkopfäffchen aus der Ferne

Totenkopfäffchen aus der Ferne

Beeindruckend ist auch die Faszination, mit der uns einzelne Affen immer wieder betrachten, oder in unsere Nähe kommen. Wobei unser Guide uns als Gruppe ermahnt, den Tieren nicht zu nahe zu kommen, da sie nicht immer so friedlich wären wie sie auf uns wirken würden. Dann erzählt er uns Anekdoten davon, wie Besucher im Park unter anderem Handtaschen, Handys, Haarbüschel und vor allem Nahrungsmittel eingebüßt hätten. Erstaunlich… die Affen sehen doch sooo süß und friedlich aus…

Und Totenkopfäffchen aus der Nähe

Und Totenkopfäffchen aus der Nähe

Dann sehen wir tatsächlich noch einen Lemur im Baum hängen und fühlen uns an Madagascar erinnert. Zum Abschluss bekommen wir noch eine kurze Führung zu den einzigen Käfigen auf dem Gelände, in denen befinden sich Affen die auf ihre Auswilderung vorbereitet werden und sich derzeit noch akklimatisieren müssen. Hierzu erklärt unser Guide uns noch einige Fakten zu diesem Prozess, wobei wir ehrlich gesagt nach über 1,5 Stunden Führung durch den Urwald nicht mehr so ganz aufnahmefähig sind.

Lemur auf einem Ast

Lemur auf einem Ast

Schließlich erreichen wir wieder die Holzhäuser und unsere Führung endet – wie war es auch anders zu erwarten – im Souvenir Laden. Wir sind insgesamt sehr begeistert und verlassen Monkeyland wieder zufrieden durch die Schleuse. Auf dem Parkplatz schauen wir kurz am Auto nach dem Rechten und stärken uns kurz. Denn unsere nächste Station ist nur wenige Meter entfernt, davon werde ich aber erst im nächsten Beitrag berichten! :-)

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Robberg Nature Reserve – Garden Route

 Dieser Beitrag ist Teil 5 von 7 in der Serie Garden Route

Und weiter geht’s!

Ausgeschlafen haben wir zwar nicht, aber nach einem kurzen, improvisierten Frühstück geht es wieder los. Wir setzen uns wieder einmal in unser Auto, immerhin liegt unser Ziel diesmal ausnahmsweise nicht so weit entfernt. Wir fahren knapp 10 Minuten und erreichen dann das “Robberg Nature Reserve“. Das ist eine Art Halbinsel, die vor allem aus Felsen, Dünen und Tieren und Pflanzen besteht. Auf dem Parkplatz erwarten uns viele Schilder, auf denen die Besucher darauf hingewiesen werden, dass die Wanderungen anspruchsvoll sein sollen. Also marschieren wir mit festem Schuhwerk und viel Wasser los.

Die verschiedenen Gesteinschichten

Die verschiedenen Gesteinschichten

Wir begeben uns nun bei herrlichstem Wetter auf die mittlere der drei Wanderungen. Und tatsächlich der Weg ist etwas holperig und wir laufen durch schön anzusehende Büsche langsam in Richtung Klippen. Auf dem Weg sehen wir Geografie hautnah, in den überall zu sehenden Felsformationen kann man viele verschiedene Gesteinschichten sehen. Nicht das wir Ahnung davon hätten, aber man kann z.B. Schichten voller Muscheln sehen. Ziemlich faszinierender Anblick, der einen Hauch von Geschichtsträchtigkeit verbreitet.

In der Brandung jagende Robben

In der Brandung jagende Robben

Langsam erreichen wir die Klippen und haben einen wirklich schönen Ausblick auf den Strand von Plettenberg Bay und das Indische Meer. Der Weg wird etwas anstrengender, zwischendurch muss man fast klettern, was uns bei den steigenden Temperaturen und prallem Sonnenschein zum schwitzen bringt. Aber unten am Wasser sehen wir wie sich die Wellen an den schroffen Klippen brechen. Und siehe da! Zwischen den Wellen sehen wir kleine Gruppen von Robben, die sich mit spielerischer Leichtigkeit in den tosenden Wellen.

Endlich: die Robbenkolonie

Endlich: die Robbenkolonie

Auf unserem Weg kommen wir langsam der Robbenkolonie des Naturreservats näher. Wir können sie zwar noch nicht sehen, aber schon deutlich hören. Außerdem sieht man mehr und mehr Robben bei der Jagd, die von oben wie ein Spiel aussieht. Gelegentlich soll man hier auch Haie sehen können, klar genug Futter scheint es hier ja zu geben. Schließlich, als wir die Robbenkolonie bereits einige Zeit lang riechen können, sehen wir sie auch endlich! Obwohl der Anblick eher unspektakulär ist, die Robben lassen sich vor allem die Sonne auf den Bauch scheinen. Einer Weile faszinierter Beobachtung und gehen wir weiter.

Angekommen auf der Spitze des Robbergs

Das Schild sagt, lieber woanders langgehen.

Das Schild sagt, lieber woanders langgehen.

Nun kommen wir oben auf dem Kamm dieser Halbinsel an, hier laufen wir einige Zeit durch ein schieres Dickicht aus Sträuchern und Büschen, dabei sehen wir unter anderem ziemlich große Heuschrecken und viele Vögel. Es ist eine atemberaubender Weg mitten durch Flora und Fauna, es fühlt wirklich so an als wäre man mittendrin in der Wildnis. Und der Weg ist entsprechend, zwischendurch muss man über große Felsbrocken klettern und wir sind froh festes Schuhwerk an unseren Füßen zu tragen. Dann erreichen wir eine große Düne, die den Robberg in der Mitte einmal durchzieht.

Der Trampelpfad zum Sandstrand

Der Trampelpfad zum Sandstrand

Von nun an geht es Bergab, durch den Sand. Darum ziehen wir nun auch die Schuhe aus, obwohl der Sand stellenweise ziemlich aufgeheizt ist, den Rest haben wir schon so weit wie möglich ausgezogen. Die Sonne brennt auch weiterhin stark aus dem strahlend blauen Himmel herab. Es geht einen schmalen Weg mitten durch diverse Gewächse, irgendwelche Gräser, Disteln und Dünenrosen. Der Weg scheint nicht zu enden, das Wasser wirkt bereits so nah.  Und dann endlich weitet sich der schmale Pfad und erweitert sich hin zu einem wunderschönen Sandstrand. Kurz vorher geht es noch etwa 50 Meter relativ steil bergab (leider ohne Bild), aber es ist wirklich spektakulär da einfach mal runter zu rennen!

Hier beginnt die Achterbahnfahrt zum Strand

Hier beginnt die Achterbahnfahrt zum Strand

Ankunft am Strand

Der Sand ist unglaublich fein und hier direkt am Meer auch angenehm temperiert, was man vom indischen Ozean nicht behaupten kann. Der ist nämlich echt, wirklich, ziemlich, und ernsthaft kalt! Wir können hier verschiedene komische kleine Schnecken im Sand betrachten, die hier rumkriechen, sich in den Boden einbuddeln und von jeder Welle aufs neue wieder aus dem Sand herausgespült werden. Seltsam. Außerdem gibt es hier an diesem Strand außer uns, ner Menge zerhackten Bestandteilen von Krebsen (einzelne Scheren, Beine, etc.) und vielen Möwen nicht viel.

Möwen am Strand

Möwen am Strand

Wir laufen durch das Wasser, trauen uns bis etwas über die Knöchel hinein in die Brandung und stellen fest, dass die Wellen eine unerwartet starke Wirkung haben. Und plötzlich verstehen wir, wieso hier auf duzenden Schildern eindringlich davor gewarnt wird, hier schwimmen zu gehen. Es soll hier nur wenige Stellen geben, an denen das Schwimmen unproblematisch ist. Wir laufen weiter, der Sandstrand wird nun immer wieder von scharfkantigen Felsen durchzogen. Wir klettern unbeholfen über die Felsen und betrachten fasziniert die vielen tausenden von Muscheln, die hier überall wachsen.

Felsen, die den Sandstrand durchziehen

Felsen, die den Sandstrand durchziehen

Auf dem weiteren Weg ziehen wir ziemlich bald wieder unsere Schuhe an, denn der Weg bleibt nach wie vor anspruchsvoll. Der Weg läuft kreuz und quer über die scharfkantigen Felsen und fordert uns einiges ab. Nicht unmöglich, aber die Warnhinweise vom Parkplatz haben sich bisher alle als erstaunlich berechtigt erwiesen. Auch von unseren Wasservorräten haben wir inzwischen reichlich Gebrauch gemacht. Aber den Großteil des Weges haben wir inzwischen hinter uns gelassen, und weiter geht es über die Felsen.

"Nelson Cave" und noch mehr Strand

"Nelson Cave" und noch mehr Strand

Wir erreichen nun die “Nelson Cave”, dort finden sich einige sehr frühe Spuren von menschlicher Zivilisation. Sehen kann man davon nicht viel, denn der wirklich spannende Bereich ist abgesperrt und man wird nachdrücklich darum gebeten diesen Bereich zu meiden, um nicht durch Unachtsamkeit diese historische Stätte zu zerstören. Jedenfalls ist es eine Art große Höhle, mit einer sehr großen Öffnung nach vorne hin zum Meer. Es sieht auf jeden Fall, wie der Rest vom Robberg, einfach nur beeindruckend aus.

Wir erreichen erschöpft den Parkplatz und legen erstmal eine kurze Rast ein. Kurz darauf geht es wieder los, der Rest unserer Tour ruft! Vor uns liegen an diesem Tag noch zwei weitere, bestimmt nicht weniger atemberaubende Attraktionen der Garden Route. Wir lenken unser Auto weiter auf der N2 in Richtung Osten und geraten mitten in eine Gruppe Paviane, die grade die Straße überqueren wollen. Ein echt seltsames Erlebnis, wenn mehr als ein duzend Affen versuchen trotz des vorhandenen Verkehrs auf die andere Seite der Straße zu kommen. So fühlt sich also Afrika an… 😉

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Safari im Wildlife Reserve – Garden Route

 Dieser Beitrag ist Teil 4 von 7 in der Serie Garden Route

Auf dem Weg in die Wildnis

Der Tag in Plettenberg Bay verlief mehr oder weniger unspektakulär, wir haben uns erstmal die Stadt angeschaut. Viel aufregendes war dabei nicht zu entdecken, es ist halt ein kleines Städtchen am Hügel über dem Wasser. Zwar nicht besonders schön, aber immerhin kann man von fast überall aus das Meer sehen! In einem Supermarkt haben wir uns mit dem Nötigsten eingedeckt und verbringen dann im schönen Garten des Hostels den Nachmittag mit ausruhen. Denn zum Abend hin gehen wir auf eine Safari.

Die Fahrt im Jeep ins Gelände

Die Fahrt im Jeep ins Gelände

Eine ganze Weile lang fahren wir über immer schmaler werdende Straßen, bis wir auf einem Feldweg enden. Zwar haben wir unterwegs etwas gezweifelt an der Geländegängigkeit unseres Autos, aber schlussendlich erreichen wir die Lodge des Plettenberg Game Reserves. Insbesondere ein Schild das uns vor Nashörnern auf dem Weg warnte, machte uns etwas skeptisch! Aber beim Aussteigen begrüßen uns dann erstmal ein paar neben dem Parkplatz grasende Zebras. Unser besonderes Glück: Wir zwei waren alleine mit einem Ranger unterwegs, hatten also quasi eine private Tour.

Der Erste Kontakt

Während der Ranger mit seinem Jeep – der sicherlich schon bessere Tage gesehen hatte – uns uns in das Gelände hinaus fuhr, fütterte er uns mit ein paar Fakten über das Gelände: mehr als 2200 Hektar Fläche, mehr als 35 Tierarten, die alle so frei und natürlich wie möglich leben sollen. Und noch während er uns davon erzählt, welche Tierarten einem hier so begegnen können, sehen wir – nach etlichen Zebras – das erste Nashorn. Mit dem Jeep fahren wir bis auf wenige Meter heran, schauen und hören dem Breitmaulnashorn beim friedlichen grasen zu. Und der Ranger erklärt uns nebenbei vieles rund um Nashörner.

Das grasende Breitmaulnashorn

Das grasende Breitmaulnashorn

Die Erklärungen des Rangers schaffen in uns einen gewissen Respekt vor diesem Tier, auch wenn es beim grasen nicht sehr bedrohlich wirkt. Das Horn wurde hier im Park abgetrennt um zu verhindern, dass dieses Tier innerhalb des Parks von Wilderern getötet wird – was schon vorgekommen ist. Die Fahrt geht weiter – vorbei an noch mehr Zebras – hin zu einem extra abgezäunten Bereich. Es sieht fast aus wie in Jurassic Parc, nur in der südafrikanischen Variante, die Tore hier werden vom Ranger von Hand bewegt. Hier wohnen allerdings keine Dinosaurier, sondern zwei Löwen. Immerhin. 😉

Der Löwe sonnt sich

Der Löwe sonnt sich

Im Gegensatz zu grade eben, ist der Ranger diesmal etwas angespannter. Er lässt auch deutlich mehr Abstand zu den beiden Löwen, die sich grade zu sonnen scheinen. Nachdem er sich mit einem Feuerlöscher bewaffnet hat – macht viel Krach und Nebel, tötet aber nicht – erklärt er uns einiges zu den Löwen. Wir sind total fasziniert von diesen Tieren, die trotz allem immer noch an Hauskatzen erinnern. Spüren aber auch die Gefahr: Spitze Zähne, scharfe Krallen und dann noch die Augen die uns sorgfältig gemustert hatten… Puh! Alleine für diese knapp 15 Minuten lange Begegnung hatte sich die Safari schon gelohnt.

Irgendwann musste ich eins fotografieren...

Irgendwann musste ich eins fotografieren...

Rückwärts fahren wir wieder zurück in das normale Gelände, die Löwen lassen wir zurück. Denn das Gelände ist nicht groß genug um die Löwen aus dem Bestand der restlichen Tiere zu ernähren, erklärt uns der Ranger auf dem weiteren Weg. Es ist ein wahnsinnig weitläufiges und beeindruckendes Gelände, man kommt sich als Gast vor, als wäre man wirklich mitten innerhalb der Wildnis. In mir kommt ein Afrikagefühl auf, wie aus dem Bilderbuch, oder aus Filmen wie Hatari!. Einfach nur schön… :-)

Irgendwelche Antilopen

Irgendwelche Antilopen

Neben den großen, jedem bekannten, Wildtieren gibt es hier auf dem Gelände noch eine Vielzahl von Antilopen. Es war schwer sich die vielen einzelnen Namen zu merken, noch dazu auf Englisch, aber unser Ranger erklärte uns immer wieder verschiedene interessante Details zu den Tieren. Da wir uns auf der letzten Tour des Tages befanden, und es sich langsam etwas abkühlte, waren die Tiere einigermaßen aktiv und es gab viel zu sehen. Auch wenn es schwer fällt, die Eindrücke abzulichten, denn die Tiere bewegen sich dafür zu viel und zu unberechenbar. Obwohl wir oft bis auf wenige Meter rankommen.

Gefährliche Schönheit

Eine unserer Beobachtungen, noch während dieser Tour, ist, dass einem die Gefahren der Wildnis meistens nicht auffallen. Wahrscheinlich eine völlig triviale Erkenntnis, die einem als europäischem Stadtmenschen aber nicht unbedingt bewusst ist. Markantes Beispiel dafür ist ein friedlich aussehendes Wasserloch, der Ranger stoppt den Jeep hier und wir sehen zunächst nur ein einzelnes Krokodil auf dem Gras liegen. Dann zeigt uns der Ranger weitere Krokodile, die hier überall rund um das Wasserloch und kaum sichtbar rumliegen. Allerdings sehen sie zwar gefährlich, aber nicht sonderlich aufmerksam aus.

Das Krokodil auf dem Weg ins Wasser

Das Krokodil auf dem Weg ins Wasser

Der Ranger wirft nun ein Stück Fleisch in die Nähe des Krokodils, doch es passiert erstmal nichts. Dann ganz plötzlich und ohne Vorwarnung schnappt sich das Krokodil erst das Fleisch, läuft dann zum Wasserloch und taucht unter. Einmal noch taucht es auf, wirft das Stück Fleisch in die Höhe und zerkaut es dann im Wasser weiter. Man kann sich mit Leichtigkeit ausmalen, was wohl passiert wenn ein Mensch durch das Schilf an einem Wasserloch streift und rein zufällig in die Nähe eines Krokodils gerät. Mit diesem Eindruck geht es nun weiter, durch einen kleinen Wald auf eine Anhöhe.

Afrikanische Büffel beim fressen

Afrikanische Büffel beim fressen

Oben auf dieser Anhöhe futtert eine Gruppe afrikanischer Büffel genüsslich das Gras. Ein wenig erinnern sie uns an einfache Kühe, wäre da nur nicht dieses riesige Horn. Dieses Horn, so erklärt uns der Ranger, kann nicht von einer Gewehrkugel durchschlagen werden. Und es wäre ein leichtes für einen einzelnen Büffel unseren Jeep aufzuschlitzen und umzuwerfen. Zum Glück bleibt uns das erspart, obwohl es mir auch hier wieder – Bambi-Syndrom sei dank – schwer fällt die Schönheit der Natur mit den mehr oder weniger verborgenen Gefahren unter einen Hut zu bringen.

Eine Giraffe guckt uns an

Eine Giraffe guckt uns an

Nach den Büffeln fahren wir einige Zeit scheinbar ziellos durch die Gegend und der Ranger bespricht sich über Funk mit seinen Kollegen. Er sucht ein bestimmtes Tier, eine Giraffe. Nun sollte man meinen, diese könnte sich dank ihrer Größe eher schlecht verstecken, aber es dauert sehr lange bis wir endlich eine gefunden haben. Wirklich beeindruckende Tiere, einfach nur Groß, die erstaunlich laut fressen. Wir hatten uns grade satt gesehen und wollen die Giraffe in Ruhe weiterfressen lassen, da läuft sie los. Und weil sie so groß ist, wirkt es fast wie in einer Zeitlupe. Atemberaubend… das hat mich echt fasziniert.

Der Rückweg zur Lodge

Nun befinden wir uns in einem großen Bogen auf dem Rückweg zur Lodge, wo unsere Safari begonnen hatte. Unterwegs begegnen wir noch einer Nashornmutter mit ihrem Kind, einer Herde Gnus, schon wieder ein paar Zebras. Schließlich erreichen wir einen kleinen Fluss, oder ein sehr langes Wasserloch, wie auch immer. Wir erfreuen uns grade wieder einmal an dem malerischen Anblick, da erklärt uns der Ranger das wir nun das gefährlichste Tier Afrikas vor uns haben. Nur ist keins zu sehen, bis uns der Ranger auf das Wasser hinweist. Dort kann man tatsächlich Teile des Kopfes von Flusspferden sehen.

Malerisches Flussbett

Malerisches Flussbett

Wieder einmal reingefallen! Außer den Ohren und ein paar Augen ist von den Flusspferden nicht viel zu sehen, dafür erzählt uns der Ranger umso mehr über das Leben und die Gefahren der Flusspferde. Wahrscheinlich würde man als ahnungsloser Mitteleuropäer kaum einen Tag auf sich alleine gestellt in der afrikanischen Wildniss überleben. Mit dieser Erkenntnis setzen wir unsere Fahrt vor, als plötzlich drei weitere Nashörner vor uns auf der Straße laufen. Sie bleiben nicht stehen, unser fahrender Jeep scheint sie anzutreiben.

Nun fahren wir durch das weitläufige Gelände zurück, während die Sonne langsam untergeht. Ein Anblick, der sich kaum beschreiben lässt und die Bilder geben leider auch nur den Hauch einer Idee… Und dann nach zwei oder drei Stunden, erreichen wir wieder die Lodge und verlassen den Jeep. Die gesamte Rückfahrt über sind wir zutiefst beeindruckt von den Eindrücken von der Safari. Die diversen Tiere, die man nur aus dem Fernsehn oder dem Zoo kannte, hatte man nun aus nächster Nähe sehen können.

Grade so vor dem Sonnenuntergang sind wir zurück in Plettenberg Bay, was nun – wie alle südafrikanischen Städte bei Nacht – im wesentlichen verlassen aussieht. Auf einen Tipp des Besitzers des Hostels hin kaufen wir uns noch eine wirklich leckere Pizza in der Nähe der Minitaxi-Stände. Zurück im Hostel haben wir noch kurz mit anderen Gästen gequatscht und sind dann todmüde ins Bett gefallen und eingeschlafen. Denn schon morgen wird es für uns weitergehen, auf der Garten Route!

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Knysna Elephant Park – Garden Route

 Dieser Beitrag ist Teil 3 von 7 in der Serie Garden Route

Die Elefanten kommen

Nach dem anstrengenden gestrigen Tag – am Abend gab es am Hostel noch einen Braai, entsprechend spät ging es erst ins Bett – gehen wir es heute langsam an. Erstmal gemütlich etwas vom Buffet frühstücken, dabei entspannt auf der Terrasse sitzen und den anderen Gästen beim packen zusehen. Denn unser Plan für den Tag steht bereits: Wir fahren weiter von Knysna nach Plettenberg Bay und werden auf dem Weg halt machen im Knysna Elephant Park. Schnell packen wir unsere Sachen, bedanken uns kurz bei der freundlichen Besitzerin des Hostels und fahren dann langsam los.

Fahrt zu den Elefanten

Die Fahrt zu den Elefanten

Nach knapp 20 Minuten Autofahrt auf der N2 durch Waldgebiete und vereinzelte Siedlungen biegen wir ab, auf eine sehr sandige Schotterpiste. Es dauert nicht lange und wir kommen an einem Parkplatz an, der von einigen großen Hallen, kleineren Gebäuden und vielen Bäumen flankiert wird. Im Besucherzentrum kaufen wir uns Eintrittskarten, betrachten dann – während einer kurzen Wartezeit auf die nächste Tour – die ausgestellten Exponate: Knochen, Fotos & Modelle. Dann geht es los, erst sehen wir einen Film zur Einführung, steigen dann in offene Wagen mit Sitzbänken, die und fahren von einem Traktor gezogen raus in das Freigelände.

Die Elefanten kommen

Die Elefanten kommen

Es dauert eine Weile, bis wir die ersten Elefanten zu Gesicht bekommen. Denn sie können sich in dem 60 Hektar großen Gelände frei bewegen. Ein wenig irritiert beobachten wir, dass sich die Elefanten freiwillig hinter einem der im Gelände aufstellten Metallgeländer versammelten. Denn man konnte man klar sehen, dass sie von keinem der Guides dorthin getrieben wurden. Dort angekommen stiegen wir aus, erhielten noch ein paar Sicherheitshinweise und durften uns dann – fast wie die Elefanten – mit etwas Abstand entlang des Geländers aufstellen. Denn nun sollten wir die Elefanten füttern.

Elefanten füttern

Und so füttert man Elefanten

Eigens für diese Fütterung hatten wir kleine weiße Plastikeimer dabei, gefüllt verschiedenem in großzügige Stücke zerteilten Grünzeug. Davon nimmt man nun z.B. ein Stück Kürbis in die Hand, der Elefant sieht das und hält einem den Rüssel hin – der dabei eine elegante Drehung um die eigene Achse vollzieht – und legt ihm das Stück in die Öffnung des Rüssels. Aber natürlich hat so ein Rüssel zwei Löcher, deswegen besteht der Elefant auch mit Nachdruck darauf, noch ein zweites Stück zu erhalten. Sobald der Elefant zufriedengestellt ist, führt er den Rüssel zum Mund und verspeist das Grünzeug. Lecker!

Wanderung zum Wasserloch

Irgendwann sind alle Plastikeimer leer, die Elefanten bemerken das relativ schnell und wenden sich daher gelangweilt von uns ab. Und nicht nur das, sie bewegen sich sogar weg von uns und zurück zu einem kleinen Wasserloch. Unsere Tour ist noch nicht vorbei, die Guides teilen uns in kleinere Gruppen auf und anschließend laufen wir den Elefanten zum Wasserloch hinterher. Auf dem Weg dorthin erklärt unser Guide, die Elefanten wären nicht im Park dressiert worden, sondern hätten selbst gelernt die Gäste des Parks als ihre Futterquelle zu nutzen. Darum kamen sie freiwillig zum Metallgeländer.

Elefanten am Wasserloch

Die Elefanten vergnügen sich am Wasserloch

Am Wasserloch angekommen, dürfen wir hautnah dabei zusehen, wie sich die Elefanten entweder mit Schlamm bespritzen, oder sich gerne auch darin wälzen. Es ist einfach nur schön, diesen riesigen Tiere dabei zuzusehen. Um schöne Fotos machen zu können, dürfen wir zu zweit auch noch näher an die Elefanten herangehen – bis auf zwei oder drei Meter. Nebenbei erklärt unser Guide ein paar Dinge zur Geschichte und zum Konzept des Parks: Hier werden Elefanten die anderswo nicht mehr gehalten werden können, z.B. aus dem Krüger-Nationalpark aufgenommen und dürfen hier den Rest ihres Lebens verbringen.

Elefanten am Wasserloch

Die Elefanten vergnügen sich am Wasserloch

Insgesamt leben hier aktuell 12 Elefanten, die meisten davon Waisenkinder, von denen derzeit neun als eine Herde gemeinsam frei auf dem Gelände herumlaufen können. Nur die drei ausgewachsenen Bullen müssen einzeln gehalten werden. Der Guide erzählt uns dann ein paar Fakten über die einzelnen Elefanten, z.B. das die Leitkuh der Herde 22 Jahre alt ist und die beiden Jüngsten erst 3 Jahre. Während er uns dies erzählt, dürfen wir dabei zusehen wie die beiden “Babys” miteinander spielen. Voreinander stehend reiben sie die Köpfe und Rüssel aneinander. Wirklich süß, dieser Anblick!

Spielende Jungelefanten

Die Jungelefanten spielen miteinander

Überhaupt ist es faszinierend in der Nähe dieser Tiere zu sein. Sie wirken so groß und stark, aber gleichzeitig auch verletzlich. Außerdem hinterlassen die Elefanten einen sehr intelligenten Eindruck, nicht nur bei dem Versuch den Besuchen Futter zu entlocken. Es ist schwer in Worte zu fassen, wahrscheinlich muss man es erlebt haben. Jedenfalls erscheinen mir in diesem Moment Zoos total überflüssig, da sie die Tiere viel mehr einschränken – wenngleich ich auch Probleme damit habe den Elefanten hier in diesem Park so nahe zu kommen, vielleicht auch grade weil die Tiere total zahm sind.

Auf Tuchfühlung gehen

Und schließlich, quasi als Krönung dieser Tour, bekommen wir die Gelegenheit die Elefanten zu streicheln. Wobei es eher so ist, dass die “Babys” fressend durch das Gras laufen und sich nicht durch uns Menschen stören lassen. Sie stehen ganz ruhig da, rupfen mit ihrem Rüssel Gras aus dem Boden, stecken es sich ins Maul und kauen – wir stehen ein wenig ehrfürchtig vor dem Elefanten und versuchen ihn ganz vorsichtig am Kopf zu streicheln. Von außen betrachtet muss das ziemlich dämlich aussehen, aber in der Situation selbst siegt der Egoismus und das Interesse an den Tieren.

Elefanten streicheln

Ich streichle die Stirn eines Elefanten

So ein Elefant fühlt sich übrigens meiner Meinung nach ein wenig so an wie Moos. Jedenfalls haben sie viele weiche bis borstige Haare, die teilweise noch leicht feucht sind vom Schlamm aus dem Wasserloch. Während wir direkt neben den Tieren stehen erklärt uns der Guide etwas über die Unterschiede der verschiedenen Elefantenarten. Plötzlich spüre ich wie sich etwas nasskaltes an meine Schulter drückt, ich drehe mich erschreckt um und stelle fest: Der andere kleine Elefant hat mich grade angerempelt. Aber außer einem großen Schlammfleck an meinem T-Shirt ist zum Glück nichts weiter passiert.

Ankommen in Plett

Leider findet die Tour bald ihr Ende, da die nächste Gruppe Besucher im Anmarsch ist. Deutlich bevor wir den Traktor gehört haben, hatten die Elefanten ihn schon bemerkt und liefen wieder zurück in Richtung Metallgeländer. Damit bleibt uns leider wenig anderes übrig, als zurück zum Besucherzentrum zu fahren. Dort werden wir standesgemäß am Restaurant abgesetzt, direkt vor dessen Eingang stehen ein paar Waschbecken – echt praktisch! Nachdem wir uns den Weg durch den Geschenkeladen gekämpft hatten, steigen wir wieder in unser Auto und fahren weiter, in Richtung Plettenberg Bay.

Palmen im Hostel

Blick aus dem Dorm auf die Palmen am Hostel

Es ist etwas schwierig unser Hostel zu finden, aber es gelingt uns besser als erwartet. Das “AmaKaya BackPackers” liegt ziemlich nahe am Zentrum und direkt am Minibus-Stand, weswegen in der Nähe einiges los ist. Das merkt man zum einen am Umgebungslärm und zum anderen daran, dass dieses Hostel von einer hohe Mauer mit Elektrozaun umgeben ist und man einen Code bekommt um das automatische Tor selbstständig öffnen zu können. Für den Abend haben wir bereits einen Plan, nachdem wir einmal in die Stadt geschaut haben, wollen wir noch eine Safari unternehmen. Dazu dann im nächsten Beitrag mehr.

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Adventure Tour Knysna – Garden Route

 Dieser Beitrag ist Teil 2 von 7 in der Serie Garden Route

Ein Morgen im Hostel

Es ist warm, immer noch. Trotzdem beginnt langsam das Leben im Hostel, die ersten müden Gestalten laufen durch die Flure. Man braucht etwas Glück um einen Platz im Bad zu ergattern, denn alle Gäste wollen Zähneputzen, Duschen, oder auch nur auf die Toilette. In der Küche geht es dafür am spartanischen Buffet gemütlich zu, in allen Ecken arbeiten Gäste an ihrem Frühstück und setzen sich damit nach draußen auf die Terrasse mit Blick über Stadt und Lagune. Man kommt man ganz selbstverständlich mit den Anderen ins Gespräch und tauscht sich über Herkunft, Erfahrungen und Ziele aus.

Das Knysna Backpackers

Blick auf das Knysna Backpackers

Nach dem Frühstück studieren wir die ausliegenden Prospekte um die Aktivitäten für die nächsten Tage zu planen. Für den heutigen Tag entscheiden für uns für eine Tour mit dem “Adventure Center Knysna“, die Besitzerin des Hostels organisiert den Trip freundlicherweise per Telefon für uns. Es dauert nicht lange dann kommt unser Guide “John”, ein großgewachsener sportlich-braungebrannter Typ mit kahlem Kopf. Und in seinem heruntergekommenen weißen VW Bus geht es los – jeder TÜV Mitarbeiter wäre Tod umgefallen. Nach 20 Minuten abenteuerlicher Fahrt kommen wir an, im Urwald.

Willkommen im Dschungel

Wir befinden uns im Harkerville Forest, im wahrsten Sinne des Wortes ein Urwald. Außer der mitten durch den Wald geschlagenen Schotterpiste und einer etwas größeren Lichtung für einen Parkplatz mit Braaiflächen gibt es nur wahnsinnig dichten Wald. Beeindruckend ist alleine schon der Ausblick auf sehr dichte Vegetation, trotz meines sehr guten Orientierungssinnes wäre ich darin – ohne John – mit Sicherheit total verloren… Nach einer kurzen Warnung vor allerlei giftigen Tieren geht es dann los, in den Dschungel.

Dichte Vegetation im Urwald in Südafrika

Dichte Vegetation im Urwald in Südafrika

Wir laufen durch den Urwald, ich bin einfach nur sprachlos angesichts der Intensität der Vegetation. Überall um uns herum sind unbekannte Bäume, Büsche, Pflanzen die wild durcheinander wachsen. Wir halten immer wieder an und John erklärt uns etwas: Die Besonderheit einer Pflanze, wo welche Insekten und Tiere zu finden sind, oder die bewegte Geschichte dieses Urwalds. Hier hat es sogar lange Zeit freilebende Elefanten gegeben, was angesichts der Dichte der Vegetation unvorstellbar wirkt. Heute gibt es nur noch weniger als eine Hand voll Elefanten, die hier ihre Runden ziehen – immerhin: noch gibt es sie.

Kleiner Bach mit Wasser wie Tee im Urwald

Kleiner Bach im Urwald

Mitten im Wald kommen wir zu einem kleinen Bach, in ihm fließt Wasser das aussieht wie Tee – am ehesten (wie passend) Rooibos. John erklärt uns, das die Farbe durch die viele Mineralien entsteht und zeigt uns das man das Wasser ohne Gefahr trinken kann. Schließlich erreichen wir den steinigen Strand, an dem wir eine längere Pause machen. Wir klettern über die Felsen, betrachten die Muscheln, die Landschaft und die Brandung des indischen Ozeans. Dann geht es weiter, wir klettern mitten in der Sonne wieder hoch zum Parkplatz des VW Bus und sehen dabei ein atemberaubendes Panorama der Küste.

Blick auf die Felsen an der Küste in Knysna

Blick auf die Felsen an der Küste in Knysna

Auf unserem Weg sind wir durch ein Tal gelaufen, weil wir uns die ganze Zeit mitten im Urwald befanden war es trotz des Sonnenscheins angenehm kühl und schattig. Nun befinden wir uns eher in einer Art Heidelandschaft und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Endlich erreichen wir das Auto, stärken uns kurz und fahren dann los: Nach Concordia, dem Township von Knysna. Noch im Urwald sehe ich das erste mal eine Gruppe wilder Paviane, die allerdings scheu sind und bei unserem Anblick schnell verschwinden.

Die Townshiptour

Die erste Hälfte des Tages ist vorbei, die zweite besteht aus einer Tour im Township von Knysna. John fährt mit dem VW Bus hinein und ich habe ein mulmiges Gefühl im Bauch, schließlich stoppt er auf einem Platz vor einem Geschäft. Er erklärt uns kurz wie wir uns zu verhalten haben: Keine Angst haben, Fotos machen ist erlaubt, bei ihm bleiben und immer freundlich sein. Dann steigen wir aus und beginnen das Township zu Fuß zu erkunden. Als einzige Weiße fallen wir natürlich auf und sind die Attraktion, vor allem für die Kinder. 

Straße im Township "Concordia" in Knysna

Straße im Township “Concordia” in Knysna

Mein mulmiges Gefühl bleibt, aber es bessert sich merklich – wenn auch langsam. Auf unserem Weg kommen wir vorbei an Werkstätten, Kneipen, Supermärkten, und sogar einer ATM. Zwar ist die Bauweise in der Regel etwas gewöhnungsbedürftig, aber z.B. im Supermarkt erhält man alle wichtigen Artikel für den Alltag – sogar Tiefgekühltes. Alle Leute treten uns gegenüber freundlich auf, mit einem Friseur kommen wir ins Gespräch. Von der von mir insgeheim befürchteten Anarchie im Township ist nichts zu merken.

Blick auf selbst gebaute Häuser im Township

Blick auf selbst gebaute Häuser im Township

Während wir umherlaufen erklärt uns John einige Dinge. Wir erfahren u.a. das die Stromversorgung nicht von den Bewohnern stammt, sondern die Stromkonzerne das Netz aufgebaut haben, warten und den Strom kostenfrei abgeben – die Kosten holen sie natürlich über die Preise bei den zahlenden Kunden wieder. Es gibt Straßenbeleuchtung über hohe Masten und sogar guten Handyempfang. Und obwohl erstaunlich viel Müll in der Gegend rumliegt erfahren wir, dass es sogar eine Müllabfuhr gibt.

Zwei Kinder im Township

Zwei Kinder im Township

Für die Kinder sind wir als Weiße eine Attraktion, sie laufen uns hinterher, wollen auf den Arm genommen werden, oder posieren gerne für Fotos – und bestehen dann darauf die Bilder auf dem Display der Digitalkamera anzusehen! Mit einer Gruppe Kinder spielen wir für einige Minuten lang Fußball quer über einen belebten Platz. Für ein Stück des Weges übergibt uns John an einen Jugendlichen, und er erzählt uns seine bedrückende Sicht auf das Leben im Township. Es hat viele Vorteile, wie geringe Lebenshaltungskosten und den Zusammenhalt der Gemeinschaft – als großen Nachteil aber auch die Perspektivlosigkeit.

Blick vom Township auf die Lagune von Knysna

Blick vom Township auf die Lagune von Knysna

Zum Abschluss der Tour gehen wir in eine Kneipe, nehmen Platz auf der Dachterrasse und genießen den Ausblick auf die Lagune. Dort rekapitulieren wir das gesehene und das erlebte: Die meisten Leute im Township wohnen hier, weil sie sich nur hier einen gewissen Lebensstandard leisten können, es gibt viele kostenfreie Angebote durch den Staat (Strom, Wasser, Entsorgung) die teilweise exzessiv genutzt werden und die Leute leben in einer Gemeinschaft. Aber gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit enorm hoch, die Bildung sehr gering und nur wer Teil der Gemeinschaft ist genießt relative Sicherheit. Schließlich fährt uns John zurück zum Hostel und lässt uns – erschlagen von den Eindrücken – dort zurück.

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Ankommen, Eingewöhnen, Losfahren – Garden Route

 Dieser Beitrag ist Teil 1 von 7 in der Serie Garden Route

Mit diesem Beitrag beginnt eine Serie von insgesamt 10 Beiträgen, die sich mit meiner Reise auf der Garden Route in Südafrika beschäftigen werden. Viel Spaß!

Auf dem Weg nach Afrika

Da sitze ich nun auf einer Bank, bin nervös und müde. Es ist Freitag Abend, ich sitze am Frankfurter Flughafen auf einer unbequemen Sitzbank, vor meinem Gate und warte. Vor mir liegen insgesamt fast 13 Stunden Flug, beinahe 10.000 Kilometer – erst in knapp 24 Stunden werde ich wieder in einem Bett liegen und richtig schlafen können. Wenn ich durch die großen Glasscheiben nach draußen schaue, dann sehe ich wie der riesige A380 für den Flug nach Johannesburg vorbereitet wird. Währenddessen kämpfen Müdigkeit und die eigentlich nicht vorhandene latente Flugangst um die Überhand kämpfen.

A380 am Frankfurter Flughafen, vom Gate aus gesehen. Vielen Dank für das Foto an Meraj Chhaya von

A380 am Frankfurter Flughafen, vom Gate aus gesehen. Danke für das Foto an Meraj Chhaya von PhoneRPT.

Dann geht es langsam los. Einsteigen, rumfahren, losfliegen. Abendessen, Snacks, echt schön in diesem riesigen Flugzeug. Das Entertainmentsystem der Lufthansa ist echt schick und gut ausgestattet. Jetzt erstmal mit Alkohol beruhigen und dann schlafen, was einerseits schwierig wegen der Platzverhältnisse, andererseits einfach wegen der monotonen Geräuschkulisse und dem leichten Schaukeln ist. Am Morgen erstmal rumlaufen und das Flugzeug erkunden, dann Frühstück. Und plötzlich sind 10 Stunden und 30 Minuten vorbei. Butterweich Landen, rumfahren, aussteigen.

Das Umsteigen klappt einigermaßen gut, ist aber ein kleines Abenteuer weil ich meine Tasche selbst durch den Zoll tragen muss um es dann wieder Einzuchecken. Zum Glück hab ich viel Zeit zum Umsteigen, denn es dauert alles Ewigkeiten. Anschließend wieder warten auf das Kontrastprogramm: In einer in die Jahre gekommene Boeing 737-800 geht es holprig weiter. Es ist unglaublich eng, ungemütlich und man merkt beim Essen, dass man nur mit South African Airlines fliegt. Immerhin dauert es nur 2 Stunden, dann schlägt das Flugzeug auf der Landebahn ein und wir erreichen offiziell Kapstadt.

Erster Eindruck und Eingewöhnung

Erstes Gefühl, beim verlassen des Flugzeugs: Alles ist Warm, einfach nur warm. Aber immerhin wieder festen Boden unter den Füßen! Als Erstes wird am Flughafen der Mietwagen abgeholt, zu unserer Freude wird es nicht der angekündigte Chevrolet Spark, sondern ein Toyota Yaris – allerdings ohne Klimaanlage. Das Procedere wirkt fast amerikanisch, sehr freundlich und penibel. Allerdings nur, wenn man nicht genau hinsieht: Einige kleine Mängeln am Auto sind bisher nicht aufgefallen. Keine große Sache, aber ein Muster das wir im Laufe der Reise an vielen Stellen wiederfinden werden.

Ein Toyota Yaris auf einem Parkplatz

Unser treues Gefährt, in Südafrika

Vom langen Flug bin ich noch zu erschöpft, darum bin ich erstmal nur Beifahrer. Allerdings ist das nicht minder gruselig, denn die südafrikanischen Straßenverhältnisse treiben mein Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen: Linksverkehr, buchstäbliche Schrottkarren, Fußgänger, alles mögliche findet man auf der Autobahn. Endlich kommen wir voller freudiger Erwartung auf das Kommende in einer kleinen Stadt in der Nähe von Kapstadt an. Und spätestens nach der gefühlt endlosen Horrorfahrt bin ich wirklich völlig erschöpft und möchte einfach nur noch einschlafen. Wären da nur nicht die zirpenden Grillen…

Fahrt nach Knysna

Am nächsten Morgen kaufen wir schnell ein paar Dinge ein, werfen unsere Taschen in das Auto und fahren los. Es ist wieder immer noch warm und die Sonne scheint. Immerhin sind die Grillen am Tag ruhig, wobei an schlafen natürlich grade nicht zu denken ist. Zum Glück ist wenig Verkehr und ich beginne langsam damit mich an das Linksfahren zu gewöhnen – mutig genug selbst zu fahren bin ich aber immer noch nicht. Während der Fahrt komme ich mir vor, wie ein kleines Kind. Denn alles was außerhalb der Fensterscheibe an uns vorbeizieht, übt eine große Faszination auf mich aus.

Südafrikanische Straßen

Südafrikanische Straßen

Wir fahren entlang der N2 durch eine größtenteils karge braune Landschaft. Es wirkt fast wie ein Klischee von der Steppe Afrikas, dass ich aus Europa mitgebracht habe. Die Straße verläuft fast die ganze Zeit über erstaunlich grade, allenfalls ein paar Berge bringen sie aus der Bahn. Unterwegs sind außer uns nicht viele weitere Fahrzeuge, dann aber größtenteils ältere weiße Pickups. Bemerkenswert daran ist vor allem, wie viele Menschen im südafrikanischen Verständnis in so ein Auto passen. Wir kommen an einigen Dörfern vorbei, unter anderem an Heidelberg – das ist aber kaum mehr als eine Raststätte.

Baustelle auf der N2 in Südafrika

Baustelle auf der N2 in Südafrika

Südafrika kümmert sich sehr gut um seine Straßen, darum müssen wir einige Male an Baustellen warten, da der Verkehr nur in jeweils eine Richtung fließen kann. Erstaunlich ist dabei, wie viele Arbeiter nur damit beschäftigt sind den Verkehr in der Mittagshitze zu regeln. Arbeitskraft hat hier einen völlig anderen Wert. Nebenbei läuft das Radio, wir können zwischen monotonen Gesprächen, oder aktuellen Hits wählen. Allerdings lässt die Musikauswahl der Sender deutlich zu wünschen übrig, da Genres und Stimmungen so wild durcheinander gemischt werden, sodass es buchstäblich im Ohr knirscht.

Ankunft am Indischen Ozean

Ankunft am Indischen Ozean

Dann endlich ist es soweit, wir erreichen wir in Mossel Bay den indischen Ozean. Ein wunderschöner Ausblick. Eigentlich fehlt uns die Zeit um anzuhalten, aber in Wilderness können wir einfach nicht anders und steigen kurz aus. Allerdings nicht um uns abzukühlen, denn draußen ist es fast genauso warm, wie im Auto. Wir betrachten einen See, der sich unglaublich Harmonisch in die Landschaft einfügt. Dann fahren wir schnell weiter und kommen eine halbe Stunde später in Knysna an, ein sympathisches kleine Städtchen. Es ist nicht viel los, ehrlich gesagt wirkt es relativ verlassen. Nebensaison halt.

Blick auf die Lagune in Knysna

Blick auf die Lagune in Knysna

Wir checken ein im Hostel, ein wunderschönes Haus im Jugendstil. Zwar sind die Farben gewöhnungsbedürftig, aber es ist sauber und aufgeräumt. Es ist immer noch taghell und angenehm warm. Wir entscheiden uns dazu, noch in die Stadt zum Hafen zu gehen um dort etwas zu essen. Dort finden wir uns in einem sympathischen Restaurant wieder, genießen leckeres Essen und beobachten das Treiben. Hier am Hafen wirkt Knysna fast ein wenig wie Venedig: Zwischen den Häusern überall Wasser, jedes Haus hat seinen eigenen Anleger und es liegen viele Boote an den Stegen.

Ein paar bunte Häuser, Boote und viel Wasser

Blick auf die Hafengegend von Knysna

Als wir zurückgehen ist es bereits dunkel, uns ist etwas mulmig. Der Weg ist nicht sonderlich kompliziert und führt durch keine Seitenstraßen, trotzdem die Beleuchtung ist nicht überall optimal. Echt erstaunlich ist, wie nah hier protzige Hotels und heruntergekommene Schuppen beieinander sind. Es fällt mir schwer – erst dank der bekannten Schauergeschichten – die Sicherheitslage einzuschätzen. Aber vom Hostel aus wurde uns der Weg als sicher empfohlen und wir kommen, ohne auch nur die Andeutung einer Gefahr wieder im Hostel an. Nun wird erstmal geschlafen, denn der Tag war lang.

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