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Lernen ist (manchmal) schmerzhaft

Vor Monaten war ich Teil eines kleinen Gates, des so genannten KleeGates. Es ging im Kern darum, dass der Stadtverordnete Sascha Klee nach längerer Vorgeschichte aus der Piratenpartei ausgetreten ist. Dabei habe ich vor allem die Lektion gelernt, dass man nicht aus einem Reflex heraus auf ein Ereignis reagieren soll.

Warum das so wichtig ist, merkte ich erst heute wieder: In einem Artikel im Cicero äußert sich Herr Klee über seinen Parteiaustritt, der Kreisverband kommt wie folgt zu Wort:

Die Marburger Piraten schäumten, als sie von Klees Austritt erfuhren. Es habe einen monatelangen Streit gegeben, erklärte der Kreisverband. Und forderte, dass der Politiker auch sein Mandat niederlege: Es gebe „keine Rechtfertigung dafür, der Partei den Rücken zu kehren und das Amt einfach zu behalten“.

Und die Botschaft davon ist mehr als deutlich. Auch die PopcornPiraten verlinken den Artikel und zitieren genau diesen einen Satz. Verbunden mit einem Verweis auf die Doppelmoral, da die Piratenpartei Jörg Tauss (mit seinem Mandat) mit offenen Armen empfangen hat – was ich auch damals schon kritisch gesehen habe.

Woher dieses Zitat ursprünglich stammt, kann man zwar hier im Blog nachlesen. Aber natürlich interessiert das nicht mehr. Denn letztendlich kommt nur diese zugespitzte Version bzw. die damit transportierte Botschaft, bei den Lesen des Cicero& den Popcorn Piraten an.

Tja. Manchmal ist lernen halt ein schmerzhafter Prozess…

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Meine Lektion aus KleeGate

Oh Gott! Und noch ein Beitrag…? Nein. Halt! Keine Sorge, dieser Artikel beschäftigt sich eigentlich gar nicht mit dem Austritt des Marburger Abgeordneten Sascha Klee aus der Piratenpartei. Denn ehrlich gesagt denke ich, sind es diese Vorgänge und die Personalie nicht wert, hier weiter von mir diskutiert zu werden.

Das Leben geht weiter, darum sollte der Blick nach vorne gerichtet sein. Aber, wenn man schon Fehler macht, dann sollte man wenigstens daraus lernen. Stimmts? Hier sind meine fünf Schlussfolgerungen aus diesen Ereignissen:

  1. Auch wenn die Versuchung groß ist, es ist nicht zielführend aus dem ersten Impuls heraus einen Kommentar zu schreiben. Denn dieser wird im Zweifel deutliche inhaltliche Schwächen haben und vor allem auf ein “Nein, du bist doof!” hinauslaufen. Selbst, wenn man eigentlich andere Aspekte kritisieren wollte.
  2. Natürlich freut man sich total darüber, wenn ein eigener Kommentar (siehe 1) viel Anklang und Beachtung findet – nicht weil er inhaltlich brillant wäre, sondern weil er polarisiert. Dadurch neigt man aber dazu, nicht zu hinterfragen was man eigentlich geschrieben hat. Und übersieht kritische Punkte seines Handelns.
  3. Die Verlockung möglichst schnell auf ein Ereignis zu reagieren ist groß, schließlich leben wir im Twitterzeitalter. Dabei ist es dies nicht erstrebenswert! Denn so reagiert man nur (im Zweifel destruktiv) auf etwas, wobei natürlich zwangsläufig Sorgfalt und reinigende, beruhigende Prozesse zu kurz kommen werden. (siehe 1 und 2)
  4. Selbst wenn es kritische Stimmen (siehe 3) gibt, die darauf pochen das Handeln hin zum Konstruktiven zu verlagern, werden sie überhört werden. So bleibt die eigene Reaktion deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück und ist ein leichtes Ziel für Angriffe und bietet zu großen Spielraum für Fehlinterpretationen. (siehe 1 und 2)
  5. Was einmal öffentlich gesagt/ geschrieben wurde ist öffentlich. Damit lässt sich später daran nichts mehr verändern, selbst wenn man später mit berechtigter Kritik konfrontiert wird und sein eigenes Handeln reflektiert. Was am Ende (siehe 4) wirklich leidet ist aber nicht das eigene Ego, sondern die Sache/ die eigene Mission.

Für mich selbst als Lektion bedeuten diese Schlussfolgerungen: Nicht aus einem Reflex heraus auf ein Ereignis reagieren. Entweder – wenn es ein absehbares Ereignis ist – bereits vorher eine Reaktion vorbereiten, oder erstmal durchatmen, sich beruhigen und dann mit kühlem Kopf und überlegt handeln. Außerdem sollten übliche Prozesse nicht abgekürzt und kritischen Stimmen genügend Raum und Beachtung gegeben werden.

So.

Und jetzt wird wieder Politik gemacht, davon habe ich mich im Zuge dieser Ereignisse schon viel zu lange abhalten lassen. Klarmachen zum ändern!

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Mein Kommentar zu “Mein Austritt aus der Piratenpartei Deutschland”

Mein (bislang nicht freigeschalteter) Kommentar zum Blogbeitrag “Mein Austritt aus der Piratenpartei Deutschland” von Sascha Klee. Einem Stadtverordneten der Stadt Marburg.

Ich bedauere deinen Schritt, den ich ehrlich gesagt nur schwer nachvollziehen kann. Darüber hinaus bin ich sehr irritiert darüber, dass du trotzdem deines Austritts aus der Partei dein Amt als Stadtverordneter behalten willst.

Wie rechtfertigst du diesen Schritt? Schließlich hat dich diese Partei (an der du nun nicht mehr partizipieren willst) – gemeinsam mit einem Wahlprogramm – FÜR uns als Marburger Piraten zur Wahl für die Stadtverordnetenversammlung aufgestellt. Wir haben damals explizit keinen Personenwahlkampf gemacht, weil es uns um die Sache, um die aktive Beteiligung an Kommunalpolitik in der Stadtverordnetenversammlung Marburg, ging. Und die Bürger haben ihre Stimme der “Piratenpartei” gegeben und, damit erst dich als Abgeordneten möglich gemacht. Sie haben nicht explizit dich, sondern vor allem diese Partei, unseren Namen unsere Sache, unsere Idee gewählt.

Und deswegen bitte ich dich darum, dein Mandat niederzulegen. Es ist ein Mandat der Piratenpartei, nicht das von Sascha Klee.
Tue es nicht für uns, sondern für die Bürger der Stadt Marburg.

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